Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

NEU auf der Internetseite

Buchrezensionen
Vera Lengsfeld zu Thomas Schaufuß, Die politische Rolle des FDGB-Feriendienstes in der DDR
Vera Lengsfeld zu Ulrich Schacht, Thomas A. Seidel[Hg.], ... wenn Gott Geschichte macht! 1989 contra 1789 (GEORGIANA)
Vera Lengsfeld zu Claudia Heinermann und Sonya Winterberg, WOLFSKINDER - A Post-War Story
Heinz Steudel zu Peter Herrmann, Ein Leben im Schatten des Kalten Krieges. Erinnerungen an 22 Jahre Haft in der Sowjetischen Besatzungszone und in der DDR
Jörg Berhard Bilke zu Christa Wolf, Briefe 1952-2011
Sabine Adler zu Gabriel Berger, Umgeben von Hass und Mitgefühl
Siegmar Faust zu drei Neuerscheinungen Anfang 2017
Vera Lengsfeld zu Ulrich Schacht, NOTRE DAME
Vera Lengsfeld zu Susanne Schädlich, „Briefe ohne Unterschrift“: Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte
BUDAPESTER ZEITUNG zu Hans-Henning Paetzke, ANDERSFREMD
György Dalos zu Hans-Henning Paetzke, ANDERSFREMD

Veranstaltungsrezensionen
Michael Beleites, Dicke Luft. Zwischen Ruß und Revolte - vom 12. 07. 2016
Dr. Ulf Bischof, Abgezockt und versilbert - Der Kunsthandel der Kommerz. Koordinierung - vom 06. 09. 2016
Peter Köpf, Wo ist Lieutenant Adkins vom 24.01.2017
Susanne Schädlich, "Briefe ohne Unterschrift" – Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte vom 18.04.2017

Vortragstexte
Peter Herrmann, Ein Nachwort zum Buch - Ein Leben im Schatten des Kalten Krieges - vom September 2016

Ausgewählte Texte
Jörg Bernhard Bilke, Das ZDF und Der Westeinsatz von Romeo-Agenten - vom März 2017
Vera Lengsfeld, Moskau am Tag des Sieges - vom Mai 2017
Lutz J. Hildisch, Schicksal von Häusern in Berlin. Zum 56. Jahrestages des Mauerbaus. - vom Juli 2017
Ch. Hess, Bodenreform 1945, Ereignisse im Vogtland an Land und Menschen - vom Juli 2017
Wolfgang Lehmann, Meine erste Stasi-Bekanntschaft
Chaim Noll (Israel), Nähe und Unvereinbarkeit von Bibel und Koran - vom August 2017
Vera Lengsfeld, Die Wolfsschanze und der Terror - vom August 2017
Dr. Jörg Bernhard Bilke, Zum Tod von Dr. Wolfgang Mayer am 2. Oktober 2017


Buchempfehlung

Das Zuchthaus Cottbus (2012)

Zum 22. Jahrestag der Deutschen Einheit und zur Eröffnung der Gedenkstätte „Zuchthaus Cottbus“ liegt eine dritte Auflage dieser Sonderausgabe der „Cottbuser Blätter“ vor. Gegenüber der ersten Ausgabe vom 9. November 2009 wurde der Umfang um 26 Seiten erweitert, allein im Vergleich zur zweiten Auflage konnten 77 Fotos, Grafiken und Dokumente ergänzt werden.

Einem Wunsch der früheren „Politischen“ von Cottbus folgend, enthält die neue Ausgabe ein Namensregister, was ihnen helfen soll, Informationen über frühere Haftkameraden zu finden. Diesem Ziel dient auch die um Cottbuser Haftzeiten ergänzte Beschriftung der Porträt-Fotos. Von den seit 2009 verstorbenen Zeitzeugen wurden die Lebensdaten vervollständigt. Jetzt stellt sich auch das „Menschenrechtszentrum Cottbus e.V.“ vor, wird über die Eröffnung der Gedenkstätte berichtet und werden die Ergebnisse der ersten Cottbuser Häftlingsbefragung präsentiert. Dokumentiert werden die Haft von Mitgliedern der „Weißen Rose“ in Cottbus und die Entdeckung der letzten „Nacht- und Nebel-Gefangenen“ aus der NS-Zeit (in Paris) sowie ihr Besuch in Cottbus als Ehrengast des Oberbürgermeisters. Weitere Publikationen zur Thematik sind in Arbeit.

Das Autorenteam freut sich über Kritik und Anregung unter: t.kittan@gmx.de. Der Buchpreis beträgt 22,90 Euro (Regia Verlag & Städtische Sammlungen Cottbus).

Dr. Tomas Kittan zum 3. Oktober 2012

FREUNDE, MITGLIEDER, WEGBEGLEITER UND GÄSTE BEGLÜCKWÜNSCHEN

DIE GRÜNDERIN UND VORSTANDSVORSITZENDE DER GEDENKBIBLIOTHEK URSULA POPIOLEK

ZUR VERLEIHUNG DES BUNDESVERDIENSTKREUZES AM BANDE!

Der Kultur-Staatssekretär André Schmitz ehrte Ursula Popiolek mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik am 10. Januar 2012 in der Gedenkbibliothek

Es war ein großer Tag für die Gründerin und Vorstandsvorsitzende der Gedenkbibliothek Ursula Popiolek, aber auch für ihre vielen Mitstreiter, die mit ihr zusammen die Erinnerung an das Leid politisch Verfolgter in der DDR und in Osteuropa bewahren wollen: Nach einer musikalischen Einleitung der Cellistin Franziska Kraft und der Geigerin Thurid Siebert mit einer Mazurka von Carl Maria von Weber, deren fein aufeinander abgestimmtes Spiel den Zuhörern sehr gefiel, erhielt Popiolek in Vertretung des Bundespräsidenten von dem Berliner Staatssekretär für Kultur André Schmitz (SPD) das Verdienstkreuz am Bande. Es wird für herausragende Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem und ehrenamtlichem Gebiet verliehen. Äußerst vorsichtig heftete er ihr die Auszeichnung an ihren schwarzen Blazer, erwähnte lächelnd, dass sie die Empfehlung zur Tragweise gleich mitbekomme und stellte sich mit ihr den Fotografen.
Anschließend verlas Schmitz die Verleihungsurkunde, worin hingewiesen wird, auf welch beeindruckende Weise Ursula Popiolek die geforderten Fähigkeiten in den letzten zwanzig Jahren unter Beweis gestellt hat. In der Tat: Unermüdlich hat sie sich, wie auch Schmitz lobend erwähnte, für die Aufklärung totalitärer Machtstrukturen, die Förderung von Rechtsstaatlichkeit und des bürgerlichen Engagements sowie die Verbreitung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stark gemacht. Ein schon fast schicksalhaftes Kuriosum am Rande: Der Bundespräsident hat am 13. August 2011, also genau am 50. Jahrestag des Mauerbaus, die Unterschrift für die Verleihung des Ordens gegeben.

Die Geehrte selber freute sich über alle Maßen: „Das habe ich noch nie erlebt“, sagte sie mit überwältigter Stimme, und André Schmitz darauf: „Das will ich hoffen.“ Sie betonte, dass sie die Auszeichnung stellvertretend für alle Opfer und Widerständler annehme. Ihrerseits übergab sie ihm die beiden Bücher von Prof. Konrad Löw „Der Mythos Marx und seine Macher“ sowie „Marx und Marxismus – Eine deutsche Schizophrenie“.
Anschließend hielt sie „Die Flüsterer“ von Orlando Figes hoch - ein Buch mit über tausend Seiten. „Ich hoffe, dass wir niemals wieder flüstern müssen. Früher gab es zwei Arten von Flüsterern: Diejenigen, die aus Angst nicht wagten, ihre Meinung offen und laut zu vertreten, und jene, die flüsternd denunzierten und verrieten.“

weiterlesen


Dieter Pommerenke

LAUDATIO

Anno neunzig war's, post Christum natum,
Ich weiß nicht mehr genau das Datum,
Da sprach zu uns Ulla, die Taffe,
Wetten, dass ich es bald schaffe,
Eine Bibliothek zu gründen,
In der jedermann kann finden
Bücher über alle Missetaten
Jenes roten Potentaten,
Die uns einst Chrustschow enthüllt,
Jäh gestürzt sein Götzenbild.
Gesagt, getan - zwar war's nicht leicht -‚
Hat ihr Ziel sie doch erreicht.
Und im Jahre schon darauf
Machte ihre Bibliothek sie auf
Unter Prominenz-Begleitung.
Übernahm auch gleich die Leitung.
Mit erstaunlichem Elan
Schaffte Bücher sie heran.
Hat auch keine Zeit verloren,
Zu gewinnen auch Sponsoren
Und so manchen Widerstand
Sie mit Power überwand.
Gab es doch zu allen Zeiten
Immer wieder Schwierigkeiten
Nächtens setzten Bubenhände
Unter Wasser viele Bände
Mehrmals galt es umzuziehen
Unter allergrößten Mühen.
Freunde wurden plötzlich Feinde.
Dennoch wuchs ihr die Gemeinde.
Und so hat sie unbeirrt
Zum Erfolg ihr Werk geführt.
Fürsprach vieler ward erhört,
Die verdiente Ehr ihr heut gewährt.
Das finden wir alle wunderbar
Und bringen Dir, liebe Ulla, unseren Glückwunsch dar! 

Falkensee, den 10.  Januar 2012


DANKESREDE VON URSULA POPIOLEK ANLÄSSLICH DER
VERLEIHUNG DES BUNDESVERDIENSTKREUZES

Wie freue ich mich, daß Sie alle da sind!

Sehr geehrter Herr Staatssekretär, verehrte Gäste und meine lieben Freunde!

Heute ist es nicht an mir, eine Rede zu halten, das tat ich im November 2010 anlässlich des 20. Jahrestages unserer Gedenkbibliothek in der Nikolaikirche, wohin ich Sie auch heute gern eingeladen hätte, aber formale Gründe erlaubten es nicht.
Dort brachte ich einige Höhen und Tiefen aus der Geschichte der vor inzwischen 21 Jahren ins Leben gerufenen damaligen kleinen Bibliothek verbotener Bücher und Begegnungsstätte in Erinnerung. Es sind auch heute Freunde, Mitglieder, Mitstreiter, ja Mitkämpfer der ersten Stunde bei uns. Ihnen sprach ich damals meinen großen Dank aus. Auch heute möchte ich diesen Dank wiederholen – aber beginnend mit dem ganz offiziellen Dank an den Herrn Bundespräsidenten, an den Regierenden Bürgermeister von Berlin und so persönlich hier vor allen Gästen an Sie, sehr geehrter Herr Staatssekretär Schmitz.
Wenn ich in dieser Auszeichnung nicht die tiefe Achtung und Verbeugung vor den unzähligen politischen Opfern, Verfolgten und Widerständlern der zweiten deutschen Diktatur – der in Anführungsstrichen „ Deutschen Demokratischen Republik“ - sehen würde , fühlte ich mich unberechtigt für eine solche Würdigung. Denn ich kenne viele Menschen, die sich für andere uneigennützig einsetzen, bildungspolitisch aufklärerisch „unterwegs“ sind – oft bis zur Aufgabe ihres persönlichen und privaten Lebens. Ich nehme diese Auszeichnung trotzdem - also - gern – stellvertretend - entgegen , und bin stolz darauf, dafür ausgezeichnet zu werden, daß sich damals in einer der allerersten Aufklärungseinrichtungen das Schweigen vieler ehemaliger politischer Opfer und demokratischer Widerständler brach, in einer geschenkt bekommenen Freiheit und Demokratie brechen konnte, daß ich sie laut reden ließ nach oft jahrzehntelangem Flüstern . Wenn ich mit meinen politischen Freunden und Mitstreitern hier in der Gedenkbibliothek zu Ehren dieser damals Gequälten und Erniedrigten einen winzigen Beitrag dazu geleistet haben sollte, daß Menschen nicht wieder f l ü s t e r n müssen, dann danke ich für diese Anerkennung.
Ich bedanke mich an dieser Stelle auch für die unzähligen ganz privaten Glückwünsche, die ja nicht nur rückwärtsgewandte Anerkennung in sich tragen, auch Zukünftiges steckt im Wort Wunsch. Für Sie alle und mich möge viel von dem in Erfüllung gehen, was wir einander wünschen!
Nochmals herzlichsten Dank an Sie, sehr geehrter Herr Staatssekretär, an Sie, sehr geehrte Gäste, an die uns mit Tönen und Worten verwöhnt habenden Künstler sowie an Euch, alle meine lieben Freunde und ganz besonderen Dank der jüngsten Künstlerin, meiner lieben Enkelin Laila.

10. Januar 2012

Projektförderung durch:
Impressum
Mitglied im Dachverband: