Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 24. Juli 2018, 18:00 Uhr
Dr. Stefan Wolle, (Wissenschaftlicher Leiter DDR-Museum Berlin)
Harald Hauswald, (Fotograf)
Ausstellungseröffnung: VOLL DER OSTEN. Leben in der DDR
In den achtziger Jahren zog Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Dazu gehörten auch verfallende Fassaden, Trinker, Punks oder Schlangen vor Lebensmittelläden. Seine Bilder wirkten als Kritik am Staat, doch das MfS ließ ihn nur überwachen, aber auf Grund seiner zunehmenden Bekanntheit im Westen weiterhin arbeiten. Die Ausstellung präsentiert nun auf 20 Tafeln über 100 bekannte und unbekannte Fotos von Harald Hauswald. Die Texte der Ausstellung hat der Historiker und Buchautor Stefan Wolle verfasst, der in der DDR aufgewachsen und Repressionen ausgesetzt war.
Dienstag, 07. August 2018, 18:00 Uhr
Carmen-Francesca Banciu, die rumänische Autorin stellt ihr neuestes Buch vor:
Lebt wohl, Ihr Genossen und Geliebten!
Maria-Maria reist nach Rumänien, um ihren verunglückten Vater zu besuchen und ihn, trotz seiner besitzergreifenden Geliebten, zusammen mit ihnen zu betreuen. In seinen Augen hat sie, die Tochter, die reale Utopie der kommunistischen Gesellschaft verraten. Sie wiederum erkennt in ihm ausschließlich den festgefahrenen Parteirhetoriker, der sich als moralische Instanz aufspielte, anderen Opfer abverlangte, aber selbst ein bigottes Leben führte. Der neue Roman von Carmen-Francesca Banciu handelt vom Tod eines vermeintlichen Patrioten, für den Vaterland, Partei und der Aufbau einer neuen Gesellschaft stets den wichtigsten Platz in seinem Leben einnahmen und von der Liebe, die man sich von den Eltern erhofft, die einem versagt bleibt, und die man selbst zu geben vielleicht nicht imstande ist. Wie kann man richtig Abschied von den Eltern nehmen?
Dienstag, 21. August 2018, 18:00 Uhr
Vortrag + Konzert, aus Anlass des 50. Jahrestages der Niederschlagung des Prager Frühlings:
BODE QUARTETT BERLIN, unter Leitung von Anna Barbara Kastelewicz
Kurt Hauschild - Streichquartett Nr. 8 - "Jan Palach"
An diesem besonderen Tag möchten wir mit Musik und Vortrag an den Studenten Jan Palach (* 11. August 1948, † 19. Januar 1969) erinnern, welcher sich aus Protest gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings und gegen das Diktat der Sowjetunion selbst verbrannte. Er wollte damit, knapp fünf Monate nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei am 21.08.1968, ein Zeichen setzen.
Dienstag, 04. September 2018, 18:00 Uhr
Thomas Lukow, Stasimuseum Berlin, hält seinen Vortrag:
Spionage im Spiegel der Europäischen Geschichte - von Daniel Defoe bis Günter Guillaume
Seit dem Bestehen der Menschheit war es existentielle Notwendigkeit, Informationen über Konkurrenten oder Gegner zu gewinnen. Dies schien entscheidend für den Ausgang kriegerischer Auseinandersetzungen, aber auch zu eventueller Verhinderung militärischer Handlungen. Diese Aktivitäten bildeten schon vor vielen tausend Jahren einen Bestandteil von Herrschaftspolitik. Einen Blick nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Gegenwart möchte der Referent in diesem Vortrag bieten. Die Spionage war auch eine Voraussetzung für politische Erfolge und für Propaganda, und Spione - von jeher in allen Bereichen der Gesellschaft im Einsatz - kamen aus den verschiedensten Milieus. Diese und andere Hintergründe werden im Vortrag ebenfalls beleuchtet.
Dienstag, 18. September 2018, 18:00 Uhr
Lenore Lobeck, Fotografin und Autorin, stellt die erweiterte Neuauflage ihres Buches vor:
Die Schwarzenberg-Legende. Geschichte und Mythos im Niemandsland
Schwarzenberg im Westerzgebirge erlangte vor allem durch die Legende von der »Freien Republik Schwarzenberg« Bekanntheit. Nach dem Kriegsende 1945 blieb der Landkreis unbesetzt. Erst Wochen später rückte die Rote Armee ein. Die Frage, was in dieser Zeit im scheinbaren Niemandsland wirklich geschah, bot Anlass für vielfältige Spekulationen. Die Autorin recherchierte in Archiven, sondierte Akten und zeigte anhand von Dokumenten erstmals 2004 die Diskrepanz zwischen dem Mythos von der Enklave der Freiheit und der vor Ort erlebten repressiven Wirklichkeit. In der erweiterten Ausgabe hat sie nun auch u. a. den Umgang mit Flüchtlingen und Verhaftungen in jener Zeit untersucht.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Dienstag, 02. Oktober 2018, 18:00 Uhr
Dr. Burkhart Veigel, einer der erfolgreichsten Berliner Fluchthelfer
Roswitha Quadflieg, Schriftstellerin, stellen ihr gemeinsames Buch vor:
F R E I
EUROPA Verlag 2018

Als Student in den Sechzigerjahren war Janus Emmeran einer der erfolgreichsten Fluchthelfer im geteilten Berlin: Hunderten von Menschen verhalf er durch die Mauer in die Freiheit. Fünfzig Jahre später kehrt Janus in seine Schicksalsstadt zurück. Per Kontaktanzeige lernt er hier die fast 30 Jahre jüngere Colette kennen, Tochter eines linientreuen Hochschulprofessors in der DDR und Inhaberin eines kleinen Verlags. Zwischen den beiden, die verschiedener nicht sein könnten, entwickelt sich eine Amour fou, die bald auch Janus’ bewegte Vergangenheit wieder lebendig werden lässt. Ein Roman über das unbändige Verlangen nach Freiheit und die Frage der individuellen Verantwortung angesichts politischer Umwälzungen – damals wie heute.
Dienstag, 16. Oktober 2018, 18:00 Uhr
Dr. Matthias Bath, Jurist, Autor und ehemalige Fluchthelfer, stellt seine reich bebilderte Dokumentation vor:
Die Berlin-Blockade 1948/49: Stalins Griff nach der deutschen Hauptstadt und der Freiheitskampf Berlins.
Berlin, 24. Juni 1948: Stalin riegelt die Westsektoren der besetzten deutschen Hauptstadt ab. Mit Gewalt will der sowjetische Diktator Stalin die noch vom Krieg geschwächte Berliner Bevölkerung und die bisherigen Kriegsalliierten in deren Sektoren durch eine totale Blockade zur politischen und wirtschaftlichen Aufgabe bringen und ganz Berlin in den sowjetischen Machtbereich zwingen. Berlin und die Welt erleben von nun an elf atemlose Monate voller Gefahren, Entbehrungen und dem Willen der Eingeschlossenen, der Blockade unter allen Umständen zu widerstehen. Die Antwort der Westalliierten: Die Luftbrücke. Ein neuer Berlin-Mythos – jener der von der „Freien Welt“ nicht aufgegebenen Stadt – wird geboren.
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