Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 02. April 2019, 18:00 Uhr
Dr. Wieland Niekisch, Leiter des Zentrums für Zeitgeschichte der Polizei Brandenburg, hält seinen Vortrag zum Thema:
DIE DEUTSCHE VOLKSPOLIZEI 1945 - 1990. Die 2. politische Einheits-Polizei im 20. Jahrhundert: ENTSTEHUNG, AUFGABEN UND ABWICKLUNG
Die Deutsche Volkspolizei (DVP), zuweilen auch als die „älteste Institution der DDR“ bezeichnet, wurde bereits am 1. Juni 1945 von der Sowjetischen Besatzungsmacht eingerichtet. Bis 1952 entstand auf kommunistischer Grundlage eine parteipolitisch eindeutig gebundene, zentralisierte Polizei unter Führung der SED und ihres Innenministers, der gleichzeitig Chef der DVP war.
Dienstag, 16. April 2019, 18:00 Uhr
Dr. Matthias Bath, ehem. Fluchthelfer,stellt sein autobiografisches Buch vor:
1197 Tage als Fluchthelfer in DDR-Haft
Das bereits in 1. Auflage 1987 erschienene Buch, war der erste umfassende Bericht eines westdeutschen Fluchthelfers - von der Durchführung der Aktion und ihrem Scheitern, der Untersuchungshaft beim Staatssicherheitsdienst der DDR und der Strafverbüßung bis zum Freitausch.
"Dieses Buch von Matthias Bath ist ein Rapport, Rückmeldung ins Leben - kundig, knapp, korrekt.“
(aus dem Nachwort von Werner Krüger)
Dienstag, 30. April 2019, 18:00 Uhr
Edgar Werner Eisenkrätzer, der ehem. DDR-Häftling, u.a. Cottbus und Brandenburg, berichtet über sein abenteuerliches Leben unter dem Titel:
Flucht aus Cottbus
1981 - Nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus der DDR soll Eisenkrätzer 3 Jahre hinter sechs Meter hohen Zuchthausmauern verbringen. Doch sein Drang nach Freiheit ist stärker und ihm gelingt der Ausbruch, welcher jedoch nach 6 Tagen Flucht endet. Nach Brandenburg verlegt, versucht er es noch einmal, dort scheitert der Versuch schon früher.
Dienstag, 14. Mai 2019, 18:00 Uhr
Dr. Karl-Heinz Bomberg, Psychotherapeut, Zeitzeuge und Liedermacher
Katrin Büchel, Fotografin und Zeitzeugin, zeigen den mit ihnen von Jürgen Haase produzierten 45 min. Dokumentarfilm:
Splitter im Kopf. Hafterfahrungen in der DDR
Die Protagonisten des Films: Katrin Büchel, Karl Heinz Bomberg, Siegmar Faust und Thomas Hannemann waren in der DDR wegen "staatsfeindlicher Hetze", "Republikflucht" oder "schwerer Erziehbarkeit" Wochen und Jahre inhaftiert und interniert. Ihr Leben wurde dadurch auf den Kopf gestellt, sie verloren ihre Familien, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz. In diesem Film berichten sie eindrücklich über die Methoden der physischen und psychischen Repression, die Gefühle der Schutzlosigkeit, die "psychischen Schmerzen". Zu den Folgen gehören Depressionen, Klaustrophobien, Misstrauen und psychosomatische Störungen.
Dienstag, 28. Mai 2019, 18:00 Uhr
Thomas Lukow, Stasimuseum Berlin, hält seinen Vortrag:
Die SED und ihre MfS-Abteilung Kommerzielle Koordinierung
Um u. a. die DDR-Propaganda im westlichen Ausland zu finanzieren oder zur Beschaffung westlicher Hochleistungstechnik benötigte der SED-Staat D-Mark und US-Dollar in Millionenhöhe. Dazu spielte die MfS-Abteilung KoKo unter Leitung des Staatssekretärs im Außenhandelsministerium und ZK-Mitglied Alexander Schalck-Golodkowski eine entscheidende Rolle. Neben der Unterstützung der kommunistischen Parteien weltweit mischte die DDR auch kräftig im internationalen Waffenhandel mit. Meist abgewickelt durch Tarnfirmen wie "Ingenieurtechnischer Außenhandel" oder dem "Landmaschinenbau der DDR". Dieser Teil der Vergangenheit soll an einigen Beispielen vom Referenten Thomas Lukow beleuchtet und diskutiert werden.
Dienstag, 11. Juni 2019, 18:00 Uhr
Dr. Franz Cimpa, der Marxismus-Forscher referiert zum Thema:
Die gefährliche Faszination des Marxismus – gestern und heute
Zur Einleitung wird in der utopischen Theorie von Marx die „ewige“ Leistungsgesellschaft charakterisiert, als Gegenteil zum erstrebten Kommunismus. Dessen markanteste Eigenschaften reichen beim Einzelnen von der Abwehr von Leistungsdruck und Verantwortung bis zur Arbeit gleich „Ausbeutung“, bei Staaten von trügerischer Modernität bis zum Verfall von Werten, Anwendung von Gewalt bis Töten, Staatsversagen und Revolutionen. Der Marxismus ist gegensätzlich. Im heutigen Deutschland ist Lernen und Wissen/Können nicht sonderlich erstrebenswert, und das Land ist fortwährend streikgebeutelt. In der DDR war Lernen, Wissen und Können sehr geschätzt, und es gab keinen Streik – aber ...
Dienstag, 25. Juni 2019, 18:00 Uhr
Christian Booß, Vorsitzender des Bürgerkomitees 15. Januar e.V., stellt sein Buch vor:
Im goldenen Käfig: Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant - die DDR-Anwälte im politischen Prozess
In seiner Forschungsarbeit untersucht der langjährige Mitarbeiter der BStU die Tätigkeit der Verteidiger in den politischen Prozessen der Honecker-Ära. Dazu wurden über 1000 Prozess- und Ermittlungsakten ausgewertet. Um diese Akten interpretieren zu können, greift die Studie jedoch weit über diese Prozesse hinaus. Beleuchtet werden die Umstrukturierung der Anwaltschaft in Ostdeutschland seit 1945, die Ausbildung der Anwälte und die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, sie im Sinne des Idealbildes vom »sozialistischen Anwalt« zu beeinflussen.
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