Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 08. Januar 2019, 18:00 Uhr
Monika Maron, die bekannte Autorin mit doppel-deutscher Vergangenheit liest aus ihrem Buch:
Munin oder Chaos im Kopf
Mina Wolf, Journalistin und Gelegenheitstexterin, opfert den Sommer, um einen Aufsatz über den Dreißigjährigen Krieg für die Festschrift einer Kleinstadt zu schreiben. Eine irre Nachbarin, die Tag für Tag von morgens bis abends auf ihrem Balkon lauthals singt, zwingt sie, nur noch nachts zu arbeiten. Die kleine, enge Straße gerät in Aufruhr, und in Minas Kopf vermischen sich der Dreißigjährige Krieg, die täglichen Nachrichten über Krieg und Terror mit der anschwellenden Aggression in der Nachbarschaft. Als auch noch eine Krähe in ihre nächtliche Einsamkeit gerät, die sie Munin nennt und mit der sie ein Gespräch über Gott und die Welt beginnt, ist das Chaos in Minas Kopf komplett. Monika Maron entwirft in diesem turbulenten Roman provokant und mit Humor ein Stimmungsbild unserer Zeit.
Dienstag, 22. Januar 2019, 18:00 Uhr
Kerstin Nickig, die Berliner Filmemacherin zeigt ihren aktuellen 60 min. Dokumentarfilm:
Moskau. Lubjanka. Ein Platz mit Geschichte
Hier wurde das Denkmal des Gründers des ersten Geheimdienstes nach der Revolution Felix Dserschinski gestürzt, hier errichteten Bürgerrechtler den Solowetski-Stein, den ersten Gedenkstein für die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetunion. Die Repressionen des sowjetischen Staates sind bis heute nur bruchstückhaft aufgearbeitet. Unter Präsident Putin, der selbst aus dem System KGB stammt, wird zwar der Opfer gedacht, die Täterdiskussion bleibt jedoch weitestgehend aus. Kerstin Nickig trifft auf dem Platz sehr verschiedene Menschen, deren Vergangenheit und Gegenwart mit einer bestimmten Adresse an diesem Ort verbunden sind.
Dienstag, 05. Februar 2019, 18:00 Uhr
Anna Barbara Kastelewicz, die Violinistin, Konzertmeisterin und Musikwissenschaftlerin hält ihren Vortrag mit Musik zum Thema:
Musik in den sowjetischen Speziallagern
Von 1945 bis 1950 inhaftierte die sowjetische Besatzungsmacht insgesamt weit über 120.000 Personen in 10 sogenannten Speziallagern mit totaler Isolation der Gefangenen gegenüber der Außenwelt. Jede sinnvolle geistige Tätigkeit war streng verboten. Trotz des Verbots gab es vielfältige heimliche, teils geduldete musikalische und andere kulturelle Betätigungen der Häftlinge (Singen, selten Musizieren mit behelfsmäßigen Instrumenten, Vorträge, Gedichte, Kunsthandwerk (etc.), um vor allem der geistigen Verödung zu entgehen. Im (offensichtlichen oder scheinbaren) Widerspruch zu diesem Verbot gab es die offizielle „Kultura“ und in deren Rahmen u. a. Konzerte und Theateraufführungen von Häftlingen.
Dienstag, 19. Februar 2019, 18:00 Uhr
Nathalie Nad-Abonji, die Schweizer Journalistin stellt die von ihr produzierte Hörfunkreihe vor:
„Ihr könnt mich umbringen“ - Fluchtversuch aus dem Jugendwerkhof Torgau
Es geschieht im Sommer 1989 kurz vor dem Mauerfall: Fünf Jugendliche sind eingesperrt im Jugendwerkhof Torgau. Sie ertragen den Drill, die Demütigungen und Schikanen nicht mehr und schmieden einen Fluchtplan. Dafür soll sich einer von ihnen tot stellen. Aber er will nicht nur tot daliegen, er will wirklich sterben. Sein Lebenswille ist gebrochen. Dabei ist er erst 16 Jahre alt. Zeitzeugen und Reporter erzählen die Geschichte einer Verzweiflungstat im brutalsten Umerziehungsheim der DDR, welches direkt dem Ministerium für Volksbildung und damit Margot Honecker unterstand. Während seines Bestehens von 1964 bis 1989 wurden über 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren “umerzogen“.
Dienstag, 05. März 2019, 18:00 Uhr
Dr. Hanna Labrenz-Weiß, Wissenschaftliche Mitarbeiterin BStU
Joachim Heise, Zeitzeuge und Autor aus Thüringen, präsentieren multimedial ihre gemeinsame Dokumentation:
Staatssicherheit in Nordhausen
Die Erforschung der Kreisdienststellen der Staatssicherheit, eine scheinbar untergeordnete oder auch nebensächliche Thematik im großen Rahmen der Aufarbeitung des SED-Unrechts, ließ zu Unrecht bis heute keine nennenswerte diesbezügliche Forschung aufkommen.
28 Jahre nach dem Zusammenbruch der ehemaligen DDR sollen die gewonnenen Erkenntnisse zur Kreis-dienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit in Nordhausen helfen, zu verstehen, wie die DDR funktionierte und nicht die Stasi in erster Linie das Problem war, sondern die SED!
Dienstag, 19. März 2019, 18:00 Uhr
Dr. Nancy Aris, stellv. Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, referiert zu dem von ihr und Clemens Heitmann herausgegebenen Buch:
Via Knast in den Westen: Das Kaßberg-Gefängnis und seine Geschichte
Der Sammelband bietet erstmals eine Überblicksdarstellung zum ehemaligen Haftort auf dem Chemnitzer Kaßberg. Die damalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt Karl-Marx-Stadt spielte DDR-weit eine Sonderrolle. Hier saßen all jene Häftlinge ein, die über den Häftlingsfreikauf in die Bundesrepublik verschoben wurden, insgesamt über 32.000 Menschen. Die Beiträge nähern sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven. Der histori-sche Überblick beschreibt den Haftort, seine Rolle im Gefängnissystem der DDR und den Häftlingsfreikauf. Biografische Skizzen ehemaliger Häftlinge geben die Sicht der Betroffenen wieder.

In Kooperation mit dem Sächsische Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
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