Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 28. Juni 2016, 18:00 Uhr
Dr. Andreas Beckmann, stellt das mit Regina Kusch verfasste Buch vor:
Gott in Bautzen - Die Gefangenenseelsorge in der DDR
Seelsorge an Gefangenen war eine der schwierigsten, aber auch dringendsten Aufgaben der Kirchen in der DDR, denn die bedrängten Häftlinge suchten Hilfe und Zuspruch. Doch die für den Strafvollzug zuständige Volkspolizei wollte möglichst keinen Einblick in die Zustände hinter Gittern gewähren und gestattete nur widerwillig einigen wenigen Pfarrern Zutritt zu den Haftanstalten. Unter ihnen waren Helden und Kleingläubige, Verräter ebenso wie Tröster in der Not. Ständig überwacht von der Stasi, oft aber auch misstrauisch betrachtet von Gefangenen, konnten sie ihre Arbeit meist nur im Verborgenen tun. Regina Kusch und Andreas Beckmann sind ihren Spuren gefolgt. Das Buch stützt sich auf Recherchen in den Archiven der Evangelischen Kirche, der Volkspolizei und der Gauck-Behörde und beschreibt ein bisher kaum beachtetes Kapitel der (Kirchen-) Geschichte der DDR. Es schildert darüber hinaus die Wende im Knast nach 1989.
Dienstag, 12. Juli 2016, 18:00 Uhr
Michael Beleites, ehemaliger DDR-Umweltaktivist, referiert zum Thema seines Buchs:
Dicke Luft: Zwischen Ruß und Revolte
In Zusammenarbeit mit dem:
Sächsischen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR

Dicke Luft in Bitterfeld, Schaum auf der Elbe, Tagebaukrater in der Lausitz, radioaktive Wismut-Halden: Weite Teile Sachsens waren einst in der DDR ökologisches Krisengebiet. Junge Menschen begannen deshalb, über Zukunftsfragen öffentlich zu diskutieren. Das war Ende der siebziger Jahre. Es entstand eine alternative Szene, die spektakuläre Aktionen erdachte, Untergrundschriften druckte und erste Demonstrationen organisierte. Viele Mitstreiter wurden deshalb von der Stasi verfolgt und dadurch politisiert.
Dienstag, 26. Juli 2016, 18:00 Uhr
Karl-Heinz Richter, pol. Häftling der DDR, berichtet unter dem Titel eines seiner Bücher:
Mit dem Moskau-Paris-Express in die Freiheit
Im Januar 1964 entschließen sich einige Ostberliner Jugendliche zur risikoreichen Flucht in den Westen. In einigen Tagen Abstand springen sie allein oder zu zweit aus einem Versteck unmittelbar hinter dem Bahnhof Friedrichstrasse auf den "Moskau-Paris-Express". Der rollt immer um 20:53 Uhr scharf bewacht Richtung Westen. Der Fluchtweg wird entdeckt, als der Schüler Karl-Heinz Richter beim Aufspringen stolpert und verletzt zurückbleibt. Die Folgen: Stasi-Verhöre und Haft. Spannend und authentisch erzählt Karl-Heinz Richter die dramatische Geschichte seiner Flucht. Der Erinnerungsbericht zeigt einmal mehr: Die Freiheit ließ sich nicht einmauern oder mit Gewehren bewachen. Um sie zu erreichen, setzten unzählige Menschen immer wieder alles auf eine Karte - auch ihr Leben.
Dienstag, 09. August 2016, 18:00 Uhr
Reinhold Vetter, Journalist und Publizist in Berlin und Warschau, hält seinen Vortrag zum Thema:
Das Parteiensystem in Polen vor 1989
In den Jahren zwischen 1944 und 1948 kämpften die polnischen Kommunisten der Polnischen Arbeiterpartei -PPR, die durch die Sowjetunion massiv unterstützt wurden, um die Vorherrschaft im Nachkriegspolen. Sie konkurrierten mit der Polnischen Sozialistischen Partei-PPS, die von den Staatssicherheitsorganen der polnischen Kommunisten und der Sowjetunion unterwandert wurde, um eine kommunistische Machtübernahme zu ermöglichen. Ähnlich wie in der SBZ kam es 1948 zur Zwangsvereinigung beider Parteien zu der von nun an tonangebenden Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei-PZPR. Im weiterhin betriebenen Sejm gab es als Alibi dann nur noch Blockparteien wie die Vereinigte Bauernpartei, SD und kleinere katholische Gruppierungen.
Dienstag, 23. August 2016, 18:00 Uhr
Ullrich H. Kasten, Regisseur
Hans-Dieter Schütt, Regisseur, zeigen ihren 90 min. Dokumentarfilm:
Hitler & Stalin – Portrait einer Feindschaft
Zum Europäischen Tag des Gedenkens an die
Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus

Sie begegneten einander nie und blieben doch dauerhaft aufeinander fixiert: Hitler und Stalin. Sie stiegen auf zu Führern von Diktaturen, die an blutiger Gewalt alles übertrafen, was menschlicher Wille zur Macht bis dahin an Grausamkeit hervorgebracht hatte. Der Film liefert neue Einsichten in alte Fragestellungen: Wie werden Menschen zu Diktatoren? Was machte die Ähnlichkeit und was den Unterschied beider Herrscher und Systeme aus? Ullrich H. Kasten und Hans-Dieter Schütt bleiben dicht an den Protagonisten, entlarven ihre Programme und ihre Paranoia.
Dienstag, 06. September 2016, 18:00 Uhr
Dr. Ulf Bischof, Rechtsanwalt Kunstrecht, spricht über seine spannende Arbeit:
Abgepresst und versilbert – Der Kunsthandel der KoKo
Mit der Besatzung durch die SMAD 1945 und Gründung der DDR 1949 begann ein neues Kapitel der Kunstentziehungen im Osten Deutschlands. Dabei ging es in der Zeit bis 1989 in unterschiedlichen Ausprägungen im Wesentlichen darum, mit der Überführung von Kunstgegenständen aus Privat- in staatlichen Besitz und deren anschließendem Export, Devisen für die Machthaber in Ost-Berlin zu beschaffen. Die reguläre Planwirtschaft war dazu nur unzureichend im Stande. Das Unrecht, das den Sammlern dabei widerfuhr, war in Qualität und Quantität ein anderes als in der Zeit des Nationalsozialismus. Den Betroffenen zeigte sich aber auch die DDR als rücksichtslose Diktatur, die mit skrupellosen Methoden ihre Ziele verfolgte.
Dienstag, 20. September 2016, 18:00 Uhr
Peter Herrmann, ehemaliger pol. Brandenburg-Häftling, liest aus dem biografischen Buch:
Ein Leben im Schatten des Kalten Krieges
Erinnerungen an 22 Jahre Haft in der Sowj. Besatzungszone und in der DDR

Peter Herrmann berichtet über das Schicksal seines langjährigen Freundes, der insgesamt 22 Jahre in Haft war und anonym bleiben will. Der Autor lernte ihn 1960 während seiner Haft in der Strafanstalt Brandenburg-Görden kennen. Seine Geschichte, in Interviewform wiedergegeben, ist keine vollständige Biographie, sondern eine Kette von Erlebnissen, die ihm in Erinnerung blieben. Der Autor selbst war ebenfalls konfrontiert mit politischer Haft und Gewalt. Während sein Freund eher zufällig, jedenfalls unreflektiert in die Mühlen des Systems gelangte, hat Peter Herrmann die Opposition bewusst gesucht und mit einem klaren moralischen Kompass ausgehalten. Insofern werden hier zwei Schicksale verhandelt, deren Zusammenhang sowohl persönlich als auch zeitgeschichtlich gesetzt ist.
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