Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 04. Oktober 2016, 18:00 Uhr
Wolfgang Bauernfeind, der Autor und ehem. Rundfunkredakteur liest aus seinem Buch:
Menschenraub im Kalten Krieg: Täter, Opfer, Hintergründe
Bis zum Mauerbau 1961 wurden hunderte Menschen von der DDR-Staatssicherheit vor allem aus West-Berlin entführt. Die Opfer waren ehemalige SED-Funktionäre, die die Seiten gewechselt hatten, Mitglieder von Organisationen, die gegen die DDR agitierten, Flüchtlinge, die für alliierte und westdeutsche Geheimdienste arbeiteten. Die Methoden waren vielfältig: Verschleppung auf offener Straße, Betäubung der Opfer durch Chemikalien, arglistige Täuschung durch Freunde und Verwandte. In Bauernfeinds Recherchen sind u.a. Richard Baier und Karl Wilhelm Fricke.
Dienstag, 18. Oktober 2016, 17:00 Uhr
Außerordentliche Mitgliederversammlung
Satzungsergänzung des Fördervereins
Wegen einer erforderlichen Satzungsergänzung bitten wir die Mitglieder des Fördervereins um ihr Erscheinen.
Dienstag, 18. Oktober 2016, 18:00 Uhr
Ulrich Schacht, (Schweden) referiert zu dem mit Thomas A. Seidel editierten Buch:
... wenn Gott Geschichte macht!: 1989 contra 1789
In den Staaten Ostmitteleuropas und in der DDR vollzog sich 1989/90 eine friedliche Revolution, die das kommunistische Herrschaftssystem stürzte. Ausgangspunkt des gewaltfreien Prozesses vor allem im SED-Staat waren vornehmlich Gruppen und Personen, die aus den evangelischen Kirchen stammten oder in den geschützten Räumen der Kirche Aufnahme fanden. Der dezidiert aus christlichem Ethos erwachsene Charakter dieser Revolution, der bahnbrechende Vorgänge in Polen um die katholische Gewerkschaftsbewegung „Solidarnosc“ vorangegangen waren, hat dem Epochenereignis einen Charakter verliehen, der sich von den klassischen europäischen Gewaltrevolutionen radikal unterscheidet.
Dienstag, 01. November 2016, 18:00 Uhr
Prof. Ines Geipel, präsentiert das zusammen mit Joachim Walter verfasste Buch:
Gesperrte Ablage: Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945-1989
Der DDR-Diktatur ist es gelungen, auch nach ihrem Untergang das Gedächtnis der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Geschichte des literarischen Schaffens zu beeinflussen. Das einfache Bild, das während ihrer Existenz vorherrschte, ist das von den "staatstragenden" Künstlern und deren "Kontrapunkten", den kritischen, aber trotzdem loyalen Autorinnen und Autoren, die oft auch im Westen zu Berühmtheit gelangen konnten. Ein sehr geschöntes Bild, denn in Wahrheit ist dies nur der zugelassene Teil der Literaturgeschichte - bestimmte Stoffe und Ästhetiken, ja, alles wirklich Nonkonforme, Experimentelle, Widerständige wurde konsequent behindert, unterdrückt, verfolgt, verschwiegen, abgelegt und weggesperrt.
Dienstag, 15. November 2016, 18:00 Uhr
Fanna Kolarova, Projektleiterin
Stoyan Raichevsky, Bulgarischer Politiker u. Publizist, stellen ihr Projekt vor:
Flucht aus der DDR über den „Eisernen Vorhang“ Bulgariens, Wege – Methoden - Opfer
Das Buch präsentiert mit Hilfe von Original-Dokumenten aus den Archiven der Sicherheitsdienste der DDR und der VR Bulgarien möglichst umfassende Informationen über die Fluchtmethoden und die Fluchtwege der Bürger der DDR, die nach August 1961 durch die bulgarischen Staatsgrenzen einen Weg in die freie Welt suchten und dies oft mit ihrem Leben bezahlen sollten. Ähnlich dem Schicksal von Hunderten bulgarischen Bürger-Opfern des "Eisernen Vorhangs" in den Jahren 1945 – 1989, lastet auf ihnen bis heute weitgehend Vergessenheit und den Hinterbliebenen sind zumeist weder Todesorte noch Grabstätten bekannt.
Dienstag, 29. November 2016, 18:00 Uhr
Claudia Heinermann, (Niederlande) referiert multimedial zur Fotobuchdokumentation:
WOLFSKINDER - A Post-War Story
Hunderttausende Deutsche flohen am Ende des Zweiten Weltkrieges vor der Roten Armee aus Ostpreußen und Königsberg. Immer wieder gingen Kinder auf der Flucht verloren oder erlebten die Ermordung der eigenen Familie. Andere mussten ohnmächtig mit ansehen, wie ihre Geschwister verhungerten, die Großeltern aus Schwäche starben oder die Mutter einer Epidemie erlag. Auf sich alleine gestellt, versuchten diese Kinder in den Wäldern des Baltikums zu überleben. Gegen Hunger, Kälte und sowjetische Willkür führten sie einen Kampf um Leben und Tod. Einige fanden Unterschlupf bei litauischen Bauern, die sie heimlich aufnahmen und notdürftig versorgten. Als Gegenleistung mussten sie auf Feld und Hof arbeiten. So blieben sie Jahrzehnte hinter dem Eisernen Vorhang zurück ohne dass ihr Schicksal einer größeren Öffentlichkeit bekannt war.
Dienstag, 13. Dezember 2016, 18:00 Uhr
Blanche Kommerell, die Schauspielerin, Autorin und Dozentin präsentiert ihre Lesung:
„Lieben Sie das Leben!“ - Ein literarisches Portrait des Dichters Boris Pasternak
Mit Gedichten, Briefen und, passend zur Jahreszeit, Auszügen aus dem weltberühmten Roman „Doktor Schiwago“ bringt uns die Schauspielerin Pasternak näher. Der 1890 in Moskau geborene Sohn einer jüdischen Künstlerfamilie war musisch begabt und träumte zunächst von einer Karriere als Pianist und Komponist. Doch nach seinem Abschluss am Deutschen Gymnasium in Moskau studierte er Philosophie, welche er später als wichtige Grundlage seines poetischen Schaffens ansah. Den an ihn dafür 1958 vorgesehenen Nobelpreis durfte der später aus dem Sowjetischen Schriftstellerverband Ausgeschlossene nicht annehmen.

Im Anschluss Beisammensein mit Punsch und Gebäck.
Projektförderung durch:
Impressum
Mitglied im Dachverband: