Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 13. Dezember 2016, 18:00 Uhr
Blanche Kommerell, die Schauspielerin, Autorin und Dozentin präsentiert ihre Lesung:
„Lieben Sie das Leben!“ - Ein literarisches Portrait des Dichters Boris Pasternak
Mit Gedichten, Briefen und, passend zur Jahreszeit, Auszügen aus dem weltberühmten Roman „Doktor Schiwago“ bringt uns die Schauspielerin Pasternak näher. Der 1890 in Moskau geborene Sohn einer jüdischen Künstlerfamilie war musisch begabt und träumte zunächst von einer Karriere als Pianist und Komponist. Doch nach seinem Abschluss am Deutschen Gymnasium in Moskau studierte er Philosophie, welche er später als wichtige Grundlage seines poetischen Schaffens ansah. Den an ihn dafür 1958 vorgesehenen Nobelpreis durfte der später aus dem Sowjetischen Schriftstellerverband Ausgeschlossene nicht annehmen.

Im Anschluss Beisammensein mit Punsch und Gebäck.
Dienstag, 10. Januar 2017, 18:00 Uhr
Freya Klier, die Regisseurin und Autorin stellt ihr Zeitzeugen-Buch vor:
Wir letzten Kinder Ostpreußens. Zeugen einer vergessenen Generation
In ihrem bewegenden Buch zeichnet Freya Klier die dramatischen Schicksale von sieben Kindern aus Ostpreußen nach, von denen nur einem Jungen die Flucht gelingt, ein Mädchen kurz vor dem Hungertod von einer Estin gerettet wird – die anderen für drei Jahre in Kaliningrad eingeschlossen bleiben. Ausgehend vom Sommer 1944 bis hinein in unsere Gegenwart beleuchtet das Buch die Verwobenheit von Geschichte und den Einzelschicksalen. Aus der Komposition der Stimmen erwächst so ein noch nie zu lesendes Panorama der letzten Kriegsmonate. Ein aufwühlendes Zeugnis und Buch für eine ganze Generation – und deren Nachkommen.
Dienstag, 24. Januar 2017, 18:00 Uhr
Peter Köpf, der Journalist und Autor referiert zu seinem Buch:
Wo ist Lieutenant Adkins? Das Schicksal desertierter Nato-Soldaten in der DDR
Dass Soldaten aus der DDR in den Westen flüchteten, weiß jeder. Dass Nato-Soldaten in die DDR überliefen, ist weitgehend unbekannt. Dabei hatten die Deserteure gute Gründe: US-Soldaten wollten nicht auf den asiatischen Schlachtfeldern sterben, Franzosen nicht in Nordafrika; ein paar Briten und Holländer wollten helfen, das “menschlichere System” aufzubauen. Der DDR-Regierung und der Stasi waren sie willkommene “Waffen gegen die Kriegstreiber”. Westliche Geheimdienste versuchten, die Abtrünnigen heimzuholen. Nicht alle hielten dieser Zerreißprobe stand: Charles Lucas studierte die Bibel, bevor er den Gashahn aufdrehte, William Smallwood landete im Zuchthaus, und dann ist da noch William Adkins alias John Reed: Er verschwand am 4. Mai 1963 spurlos – tot war er nicht.
Dienstag, 07. Februar 2017, 18:00 Uhr
Peter Keup, ehem. Stasi-Häftling, berichtet über eine der letzten kommunistischen Diktaturen:
Zurück in die Diktatur – eine Reise in den Norden Koreas
Sein Vater zog mit der Familie in den 50er Jahren von Essen nach Dresden, ins „bessere Deutschland“. Als Peter Keup 1981 aufgrund politischer Verfolgung in die Heimat seiner Eltern fliehen wollte, bekam er die ganze Härte des SED-Staates zu spüren – Verhaftung, Verhöre durch das Ministerium für Staatssicherheit, Isolationshaft, Folter und Gefängnis. Freigekauft durch die Bundesrepublik Deutschland, zog er 1982 nach Essen. Seit 4 Jahren setzt sich Peter Keup wissenschaftlich mit der untergegangenen DDR auseinander. Wie es war, in einer Diktatur zu leben, konnte er sich nur noch schwer vorstellen. Während einer Reise nach Nordkorea sollte sich genau dieses Gefühl wieder einstellen …
Dienstag, 21. Februar 2017, 18:00 Uhr
Jochen Stern, Schauspieler, Jurist, Autor und ehem. politischer Bautzen-Häftling (1947-54) kommt zu seiner Buchpräsentation:
Die ewige Morgenröte, Teil I - Der Aufbruch
Im ersten Band seines Anfang 2017 erscheinenden Werks geht es um den Versuch der jungen Nachkriegsgeneration in der Sowjetischen Besatzungszone, am Wiederaufbau und dem demokratischen Aufbruch ab Mai 1945 in einer Stadt wie Frankfurt/Oder mitzuwirken. Doch der Anfangselan wandelt sich nach Gründung der SED, die ihre Alleinherrschaft erzwingt, bald zur großen Enttäuschung. Denn sie benutzt die demokratischen Bestrebungen der jungen Menschen nur als Etikett. Aus dem Aufbruch wird ein Umbruch, aus der Opposition der Widerstand. Erstmalig wird auch das Handeln der Sowjetmacht geschildert, die natürlich den Marionettenspieler gibt. Alle darin enthaltenen Geschehnisse sind authentisch, die Schicksale der Personen teilweise fiktiv. Der II. Teil "Das Leben ist kein Spiel" des Romans erscheint Ende 2017.
Dienstag, 07. März 2017, 18:00 Uhr
Gabriel Berger, der Physiker, ehem. Cottbus-Häftling und Buchautor stellt sein neues Buch vor:
Umgeben von Hass und Mitgefühl. Die Autonomie polnischer Juden im ehemals deutschen Niederschlesien nach 1945
In der von den Deutschen weitgehend verlassenen Region Niederschlesien entstand für kurze Zeit eine „jüdische Republik“, mit eigener Verwaltung, eigenen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Strukturen und Jiddisch als Verkehrssprache. Es sollte eine Alternative zur zionistischen Ansiedlung von Juden in Palästina werden. Das Projekt wurde von der neuen Staatsmacht zunächst unterstützt. Es scheiterte aber an der durch Pogrome ausgelösten Flucht von Juden aus Polen, an der Gleichschaltung der Gesellschaft, dem polnischen Nationalismus sowie an der durch Stalin initiierten antisemitischen Welle im gesamten Ostblock.
Dienstag, 21. März 2017, 18:00 Uhr
Pfarrer Dietmar Linke, liest aus seinem im Geest-Verlag erschienenen Buch:
Bedrohter Alltag: Als Pfarrer im Fokus des MfS
Vorwort: Karl Wilhelm Fricke

Das neue Buch ist nicht nur von biografischem Interesse, sondern auch ein Zeugnis christlicher Selbstbehauptung und Opposition und damit ein belangvoller Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Dietmar Linke war Zeitzeuge speziell der ersten Jahre nach dem Machtwechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker, der mit mancher Hoffnung auf inneren Wandel der DDR verbunden war. Erst die dramatische Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz am 18. August 1976 auf dem Marktplatz in Zeitz, ein verzweifelter Protest gegen die Unterdrückung der Kirche, warf ein grelles Schlaglicht auf die Wirklichkeit im Staat-Kirche-Verhältnis der DDR. Daran zu erinnern, ist in einer Zeit nostalgischer Verklärung und postdiktatorischer Schönfärberei sinnvoll und notwendig.
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