Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 28. Mai 2019, 18:00 Uhr
Thomas Lukow, Stasimuseum Berlin, hält seinen Vortrag:
Die SED und ihre MfS-Abteilung Kommerzielle Koordinierung
Um u. a. die DDR-Propaganda im westlichen Ausland zu finanzieren oder zur Beschaffung westlicher Hochleistungstechnik benötigte der SED-Staat D-Mark und US-Dollar in Millionenhöhe. Dazu spielte die MfS-Abteilung KoKo unter Leitung des Staatssekretärs im Außenhandelsministerium und ZK-Mitglied Alexander Schalck-Golodkowski eine entscheidende Rolle. Neben der Unterstützung der kommunistischen Parteien weltweit mischte die DDR auch kräftig im internationalen Waffenhandel mit. Meist abgewickelt durch Tarnfirmen wie "Ingenieurtechnischer Außenhandel" oder dem "Landmaschinenbau der DDR". Dieser Teil der Vergangenheit soll an einigen Beispielen vom Referenten Thomas Lukow beleuchtet und diskutiert werden.
Dienstag, 11. Juni 2019, 18:00 Uhr
Dr. Franz Cimpa, der Marxismus-Forscher referiert zum Thema:
Die gefährliche Faszination des Marxismus – gestern und heute
Zur Einleitung wird in der utopischen Theorie von Marx die „ewige“ Leistungsgesellschaft charakterisiert, als Gegenteil zum erstrebten Kommunismus. Dessen markanteste Eigenschaften reichen beim Einzelnen von der Abwehr von Leistungsdruck und Verantwortung bis zur Arbeit gleich „Ausbeutung“, bei Staaten von trügerischer Modernität bis zum Verfall von Werten, Anwendung von Gewalt bis Töten, Staatsversagen und Revolutionen. Der Marxismus ist gegensätzlich. Im heutigen Deutschland ist Lernen und Wissen/Können nicht sonderlich erstrebenswert, und das Land ist fortwährend streikgebeutelt. In der DDR war Lernen, Wissen und Können sehr geschätzt, und es gab keinen Streik – aber ...
Dienstag, 25. Juni 2019, 18:00 Uhr
Dr. Christian Booß, Vorsitzender des Bürgerkomitees 15. Januar e.V., stellt sein Buch vor:
Im goldenen Käfig: Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant - die DDR-Anwälte im politischen Prozess
In seiner Forschungsarbeit untersucht der langjährige Mitarbeiter der BStU die Tätigkeit der Verteidiger in den politischen Prozessen der Honecker-Ära. Dazu wurden über 1000 Prozess- und Ermittlungsakten ausgewertet. Um diese Akten interpretieren zu können, greift die Studie jedoch weit über diese Prozesse hinaus. Beleuchtet werden die Umstrukturierung der Anwaltschaft in Ostdeutschland seit 1945, die Ausbildung der Anwälte und die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, sie im Sinne des Idealbildes vom »sozialistischen Anwalt« zu beeinflussen.
Dienstag, 06. August 2019, 18:00 Uhr
Dr. Andreas Petersen, Historiker von der Agentur zeit & zeugen Zürich / Berlin, stellt sein neuestes Buch vor:
DIE MOSKAUER: Wie das Stalintrauma die DDR prägte
Der Autor erkundet das Trauma der Gründergeneration um Pieck und Ulbricht. Sie hatten in Moskau die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Zwei Drittel der Politemigranten waren verhaftet, verschleppt oder erschossen worden. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zur traumatisch-prägenden Erfahrung. Ab 1945 übernahmen die zurückgekehrten »Moskauer« die Führung in der sowjetisch besetzten Zone. Die ersten Jahre waren Stalin-Jahre. Zweifel und Fragen waren in der neu gegründeten SED nicht erwünscht, die »Moskauer« hätten sich sonst den eigenen Verstrickungen stellen müssen. Sie alle hatten den Terror bejubelt, und viele sich gegenseitig denunziert, um sich zu retten. Und sie wußten das von einander. Ihr Schweigen über das Erlebte wurde zum Fundament des neuen Staates.
Dienstag, 20. August 2019, 18:00 Uhr
Dr. Angela Plöger, die renommierte Übersetzerin aus dem Finnischen, stellt das von ihr übertragene Werk vor:
René Nyberg, Der letzte Zug nach Moskau: Zwei Freundinnen, zwei Schicksale, eine jüdische Familiengeschichte
Der Autor war Botschafter Finnlands in Moskau und Berlin. Sein Buch erzählt u.a. die dramatische Geschichte seiner Mutter, die Jüdin war und gegen den Willen ihrer Eltern einen evangelischen Finnen heiratete. Die Hauptperson ist jedoch ihre Cousine Mascha aus Riga, deren Lebensodyssee in Lettland, der Sowjetunion, Israel und zuletzt Deutschland spielt. Nur durch kluge Entscheidungen überlebten sie und ihr Mann Josef zuerst die Deutschen und später mit Tochter Lena die schweren Jahre unter Stalin. Beide hatten schwer unter dem Antisemitismus Stalins Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre zu leiden sowie unter dem politischen Druck, den Denunziationen, dem Verlust des Arbeitsplatzes.
In Kooperation mit: DAS FINNISCHE BUCH e.V.
Dienstag, 17. September 2019, 18:00 Uhr
Hans-Henning Paetzke (Ungarn), der ehem. pol. Cottbus-Häftling, Autor und bekannte Übersetzer aus dem Ungarischen stellt nun den zweiten Band seiner autobiografischen Trilogie vor:
HEIMATWIRR
Mitteldeutscher Verlag 2019

Das eigene Schicksal liefert dem Ich-Erzähler den Rahmen, Erfahrungen einer ganzen Generation nachvollziehbar zu machen. Fast wie nebenbei sind die Lebenswege von Ost- und Westdeutschen, Ungarn, Russen, Polen in die Handlung verwoben. Offensichtlich tauchte Paetzke, der seit mehr als vierzig Jahren ungarische Literatur übersetzt und vermittelt, in die exotische Aura von Gyula Krúdy und Sándor Márai, von Miklós Mészöly und György Konrád ein und ließ sich von diesen inspirieren. Entstanden ist ein imposantes Erzählwerk, dessen Ariadnefaden den Leser durch das Labyrinth gegebener und erworbener Heimaten führt.

Aus dem Klappentext von György Dalos
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