Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 02. Mai 2017, 18:00 Uhr
Marco Wilms, (Regisseur) zeigt seinen 89 min. Berlinale-Dokumentarfilm von 2009
EIN TRAUM IN ERDBEERFOLIE. Die Mode- und Überlebenskünstler Ostberlins
Der Film unternimmt eine Reise in die wilde Parallelwelt Ostberlins. Denn es gab eine Phantasiewelt inmitten des restriktiven DDR-Alltags: Hier konnte man aus der Reihe tanzen, individuell und provokant sein. Wichtigstes Merkmal der Szene war der persönliche Style, den konnte man nicht kaufen, sondern musste ihn selber basteln. Der Film erzählt von den Sehnsüchten, Leidenschaften und Träumen, die im Schatten der Mauer erprobt, gelebt und inszeniert wurden.
Dienstag, 16. Mai 2017, 18:00 Uhr
Thomas Schaufuß, der Autor präsentiert zur Buchpremiere des OEZ BERLIN-VERLAGES:
Ferienfreizeit mit Spiel, Sport und Abenteuer
Kinder- und Jugendsozialtourismus, das Betriebsferienlager in der DDR und ihre Vorläufer

Moderation: Detlef W. Stein (OEZB-Verlagsleiter)

Der Jugendsozialtourismus ist ein wichtiges Instrument, allen Bevölkerungsgruppen einer Gesellschaft den Zugang zum Tourismus zu gewähren. Finanzielle Barrieren werden überwunden, um Kindern und Jugendlichen erholsame Urlaubserlebnisse zu schaffen und soziale Spaltungen der Gesellschaft zu vermeiden. Die Bildung der Jugendlichen wird durch den kulturellen Austausch, durch Toleranz und Wissensvermittlung für alle sozialen Schichten aktiviert. Sozialtourismus schafft Arbeit, darf nicht politisiert werden und ist auch in der Zukunft ein Baustein pädagogischer und humanistischer Ziele, um Erholungs- und Reiseerlebnisse für die Heranwachsenden zu schaffen.
Der Autor erläutert die historische Entwicklung des Sozialtourismus anhand von Kinderferienlagern, die Sonderform – das Betriebsferienlager in der DDR – wird durch interessante Einblicke und Analysen aufgehellt. Der DDR-Betrieb als Tourismusveranstalter leistete im Auftrag des Staates eine Lohnersatzleistung in Form von betrieblichen Sozialleistungen für die Kinder seiner Mitarbeiter, das Betriebsferienlager hatte in den Kombinaten und Betrieben eine herausragende Bedeutung.
Dienstag, 30. Mai 2017, 18:00 Uhr
Jutta Voigt, Autorin aus Berlin, stellt ihr im Aufbau Verlag 2016 erschienenes Sachbuch vor:
Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens
Im Mittelpunkt steht eine Boheme, die ein elementa-res Interesse verfolgte: das andere Leben. In den frühen DDR-Jahren mit rebellischem Elitebewusstsein und Aufbruchspathos, zunehmend kritisch und reformerisch in den Siebzigern, distanziert bis gleichgültig in den Achtzigern. Die Künstler – von Brecht bis Müller, von Hacks bis Wawerzinek, von Berlau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger – wollten nur eins: als Individuen existieren, unkontrolliert sie selber sein dürfen.
Dienstag, 13. Juni 2017, 18:00 Uhr
Uwe Kolbe, Schriftsteller aus Hamburg, stellt seine Streitschrift zu dem DDR-Vorzeigedichter vor:
BRECHT. Rollenmodell eines Dichters
»Brecht war die Legitimation, warum man für die DDR sein konnte. Weil Brecht da war, musste man dableiben.« Heiner Müller

Lederjacke, Zigarre, Kurzhaarschnitt – Brechts Selbstinszenierungen sind mindestens so kanonisch wie seine Texte. Wie aber konnte so ein Großer der Moderne sich mit der Schäbigkeit eines grauen und oft grauenhaften Staats wie der DDR arrangieren? Und wie ist zu erklären, dass das von Brecht vor-gegebene Rollenmodell des kritischen Intellektuellen bis heute fortwirkt? Mit seinem fulminanten Essay liefert Uwe Kolbe nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Rolle des Dichters in geschlossenen Gesellschaften. Er wirft darüber hinaus auch die hochaktuelle, beunruhigende Frage auf, inwiefern selbst weitgehende künstlerische Kritik die Macht der Unfreiheit legitimieren kann.
Dienstag, 27. Juni 2017, 18:00 Uhr
Dr. Franziska Kuschel, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, stellt ihr Buch vor:
Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
Die DDR konnte sich nur im geringen Maße gegenüber den gesamten westlichen Medien abschotten. Franziska Kuschel untersucht zum einen die Strategien des Staates, den Konsum westlicher Medien zu verhindern oder wenigstens zu kontrollieren und einzudämmen, die vor allem in den 1950er und 60er-Jahren die Kriminalisierung der sogenannten 'geistigen Grenzgänger' einschlossen. Zum anderen nimmt sie Strategien der Mediennutzer, diesem Druck zu begegnen und auszuweichen unter die Lupe. Erstmals wird so das Wechselverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle und der eigensinnigen Aneignung der Medien analysiert.
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