Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 12. Dezember 2017, 18:00 Uhr
Erna Wormsbecher, die russland-deutsche Autorin liest aus ihrem autobiografischen Buch:
STALIN, NÄHMASCHINE UND ICH
Die in Sibirien geborene Autorin schildert mit tief ergreifenden Worten das Leben ihrer Familie als Deutsche in Russland. Deren „zu Hause“ lag bis zum Ausbruch des II. Weltkriegs und dem Deportationsbefehl Stalins vom 28.08.1941 im Gebiet der Wolgadeutschen Republik. Wie viele andere waren auch ihre Ahnen dem Ruf von Katharina der Großen dorthin gefolgt und lebten gut von ihrer Hände Arbeit bis zur „Oktoberrevolution“ sowie dem folgenden Bürgerkrieg. Nach dem Kugelhagel kamen Plünderungen durch Banden, später die schrecklichen Hungerjahre 1921 und 1933, darauf die Zwangskollektivierung. Den einzigen Ausweg in Notzeiten bot nur Mamas Nähmaschine der Marke SINGER.

Musikalische Umrahmung: Laila Popiolek und Vanessa Stein.
Im Anschluss Beisammensein mit Punsch und Gebäck!
Dienstag, 09. Januar 2018, 18:00 Uhr
Dr. Alina Laura Tiews, Historikerin von der Universität Hamburg, präsentiert multimedial das Thema ihres Sachbuchs:
Fluchtpunkt Film. Integrationen von Flüchtlingen und Vertriebenen durch den ost- und westdeutschen Nachkriegsfilm 1945–1990
be.bra verlag 2017

In der Studie von Alina Laura Tiews werden nicht nur die Filme aus Ost und West selbst ausgewertet, sondern ebenso unveröffentlichtes Archivmaterial zu deren Produktions- und Rezeptionsgeschichte. So weist die Untersuchung nach, wie populäre Spiel- und Fernsehfilme die unterschiedlichen Diskurse in DDR und Bundesrepublik mitgestalteten und zur Integration der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen in die Nachkriegsgesellschaften beitrugen. Bei allen Unterschieden zeigen sich dabei auch überraschende Ähnlichkeiten im filmischen Umgang mit dem Thema in beiden deutschen Staaten.
Dienstag, 23. Januar 2018, 18:00 Uhr
Boris Luis Santa Coloma, Journalist und Kuba-Experte
Antonio Rodiles, der kubanische Bürgerrechtler berichtet Live aus Havanna via Telefon zum Thema:
MACHTÜBERGABE IN KUBA - Das Ende der Ära der Castro
Im Januar 2018 werden in Kuba die Weichen neu gestellt. Raúl Castro übergibt das Zepter der Macht an Miguel Díaz Canel, den Vertreter einer jüngeren Generation. Zum ersten Mal in fast 60 Jahren wird dann Kuba von jemandem regiert, der nicht zur Castro-Familie gehört. Werden jetzt die ersehnten grundlegenden Reformen in Kuba endlich stattfinden oder bleibt alles beim Alten? Als Vertreter der kubanischen Bürgerrechtsbewegung hofft RODILES, dass der Machtwechsel in Havanna eine Wende zum Besseren mit sich bringt. Anschließend wird das Projekt Kuba Magazin vorgestellt. Die Webseite soll die deutsche Öffentlichkeit informieren.
Dienstag, 06. Februar 2018, 18:00 Uhr
Heiner Sylvester, Filmregisseur
Ulrich Schwarz, ehem. DDR-Korrespondent DER SPIEGEL
IM GESPRÄCH ZU: „Vorsätzliche Vergiftung deutsch-deutscher Beziehungen“
Ulrich Schwarz (Jg. 1936) war in den 70er und 80er Jahren als couragierter Korrespondent in Ost-Berlin tätig. Anfang 1978 wurde das SPIEGEL-Büro für sieben Jahre von den DDR-Behörden geschlossen. Schwarz hatte ein Manifest der SED-internen Opposition veröffentlicht, woraufhin ihm das MfS „böswillige Verleumdung" und „vorsätzliche Vergiftung deutsch-deutscher Beziehungen" vorwarf. Und er war es auch, der die am 9. Oktober 1989 von Siegbert Schefke heimlich gedrehten Aufnahmen der Montagsdemonstration in Leipzig über die Grenze in den Westen schmuggelte.
Dienstag, 20. Februar 2018, 18:00 Uhr
Freya Klier, die Regisseurin und Autorin zeigt ihren 45 min. Dokumentarfilm:
„Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ - Frauen in der DDR
Waren Frauen in der DDR wirklich gleichberechtigt - oder lediglich auf dem Papier? Berufstätigkeit, Kind, Familie, erfüllte Partnerschaft, Selbstverwirklichung... waren das nicht ein paar Bälle zu viel, mit denen Frauen täglich jonglieren mussten? Am Spannungsverhältnis Berufstätigkeit und Kinderbetreuung scheiden sich bis heute die Geister. In Intervallen kocht das Thema hoch und damit auch die Emotionen: Kritik am Frauenprogramm der DDR mündet oft in undifferenzierte Verteidigung. Geht es gar um Kinder, stehen sich noch zusätzlich Ost und West gegenüber. Und wo blieben die Männer? Die Filmemacherinnen Freya Klier und Nadja Klier haben Frauen aus verschiedenen DDR-Generationen um ihre Erinnerungen gebeten, aus Stadt und Land.
Dienstag, 06. März 2018, 18:00 Uhr
Jochen Stern, der Schauspieler, Jurist, Autor und ehem. politische Bautzen-Häftling (1947-54) kommt zu seiner BUCHPREMIERE:
Die ewige Morgenröte - Teil II: Das Leben ist kein Spiel
Der Zweite Teil befasst sich mit dem Schicksal vieler Jugendlicher in Frankfurt/Oder, in der damaligen Sowjetzone, zwischen den Jahren 1945 – 1948. Die anfängliche Euphorie über den demokratischen Aufbruch schwindet zusehends mit dem gleichzeitigen Beginn der uneingeschränkten Machterhaltung der alleinherrschenden SED. Diese Politik geht zu Lasten der Freiheit und Demokratie. Wobei der sowjetische Geheimdienst NKWD und so mancher deutsche Helfer sich nicht scheuen, vor allem jugendliche Idealisten zu verhaften, sie in das Untersuchungsgefängnis in Potsdam Lindenstraße 54 zu verschleppen, und sie dort unter Folter, Drohungen und Demütigungen zwingen, Schuldeingeständnisse abzulegen, die dann zu hohen Strafen führen.
Dienstag, 20. März 2018, 18:00 Uhr
Peter Rüegg, der Autor und Zeitzeuge stellt sein in der Edition DDR-GESCHICHTE erschienenes Sachbuch vor:
Sozialismus hinter Gittern. Schicksale aus Ostdeutschland
BUCHPREMIERE des OEZ BERLIN-VERLAGES

Moderation: Detlef W. Stein (Verlagsleiter)

Peter Rüegg (Jg. 1933) war zunächst in mehreren Untersuchungshaftanstalten des MfS eingesperrt, dann verurteilte ihn ein DDR-Gericht wegen 'Schädlingstätigkeit' zu sieben Jahren Zuchthaus. Sein gesamtes "Verbrechen“ bestand ausschließlich aus wenigen Worten, die im Kreise von Freunden gesprochen wurden. Sein Schicksal ist jedoch nicht Gegenstand dieses Buches. Während seiner Haftzeit traf er mehr oder weniger intensiv und für unterschiedlich lange Zeiten auf hunderte andere Männer, erfuhr von ihrem Leben und hörte ihre sehr persönlichen Geschichten. Einige dieser Einzelschicksale hat er in diesem Buch beschrieben.
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