Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Mittwoch, 04. Oktober 2017, 18:00 Uhr
Dr. Jutta Begenau, die Soziologin präsentiert ihr Buch:
Staatssicherheit an der Charité
Der IM „Harald Schmidt“ und die „Sicherheitspolitik von Partei und Regierung“ an der Charité 1972 bis 1987

In den siebziger Jahren brachte die Staatssicherheit die Charité zunehmend unter ihre Kontrolle. Dabei konnte sie sich nicht nur auf die Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) und die Partei stützen, sondern ebenso auf die Leitungsebene von Charité und Humboldt-Universität, es entstand eine geheimpolizeiliche Parallelwelt. Das erschließt ein exemplarischer Einzelfall: der IM „Harald Schmidt“. Als junger Funktionär der FDJ wurde Helmut Weidmann IM. Denunziation und Verrat eröffneten ihm eine Stasikarriere. Doch neben Überwachung und Bespitzelung gab es an dem Klinikum auch Anstand, Eigensinn und zivilen Ungehorsam und damit Grenzen der Macht der Stasi.
Dienstag, 17. Oktober 2017, 18:00 Uhr
Ulrich Schacht, (Schweden) liest aus seinem im Aufbau Verlag 2017 erschienenen Roman:
NOTRE DAME
Sein Leben lang hat Torben Berg, der Protagonist des Romans, den Fall der Mauer herbeigesehnt, dafür gekämpft. Doch als es endlich soweit ist, wird er von einer zerstörerischen Leidenschaft überwältigt.
Paris, Ende 1991. Der deutsche Journalist ist in die französische Hauptstadt geflogen. Genau hier widerfuhr Berg anderthalb Jahre zuvor das größte Liebesglück und größte Liebesleid. Damals begleitete ihn die junge Studentin Henrike Stein aus Leipzig, die Berg nach einem Konzert Wolf Biermanns Ende 1989 kennengelernt hatte. Es begann eine gewaltige, eine erotische Liebe, die sich gleichwohl immer mehr verdunkelte und deren Schatten bis nach Paris ins Jahr 1991 reichen. Hier muss Torben Berg einen neuen Horizont finden, der sich endlich wieder aufzuhellen beginnt.
Mittwoch, 01. November 2017, 18:00 Uhr
Dr. Ulrich Mählert, Leiter des Arbeitsbereichs Wissenschaft und Internationale Zusammenarbeit bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, eröffnet die Plakat-Ausstellung:
DER KOMMUNISMUS IN SEINEM ZEITALTER
Eine Ausstellung von Gerd Koenen, herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum.

Im Februar 1917 begann mit dem Sturz des Zaren die Russische Revolution. Die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen die Bolschewiki unter der Führung Lenins in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, nach der Macht. Ihr zur Oktoberrevolution mystifizierter Putsch war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der „Kommunistischen Internationale“ von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten.
Dienstag, 14. November 2017, 18:00 Uhr
Hinrich Rohbohm, der Journalist referiert zum Thema:
Der verdeckte Kommunismus
Der Kommunismus ist tot. Das jedenfalls hat sich in den Köpfen unserer Gesellschaft nach der sogenannten Wende von 1989 festgesetzt. Folge dieser Einschätzung war die Aufgabe von Wachsamkeit gegenüber einer Ideologie, die Millionen von Menschen einsperrte, folterte und ermordete. Diese Verharmlosung einer den Werten der Freiheit absolut feindlich gegenüber stehenden Weltanschauung ermöglichte ihren Anhängern in Politik, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien einen fulminanten Aufstieg, wie er in den westlichen Staaten vor der "Friedlichen Revolution" nicht möglich gewesen wäre. Ein Aufstieg, der auf schleichende Art und Weise dazu führte, daß unsere Prinzipien von Freiheit und Demokratie uminterpretiert und in zunehmendem Maße bedroht sind.
Dienstag, 28. November 2017, 18:00 Uhr
Thomas Reschke, der bedeutende Übersetzer stellt das von ihm übertragene Buch vor:
BLUT UND FEUER von Artjom Wesjoly
Die volle Wahrheit des gewöhnlichen Lebens während der Oktoberrevolution und des anschließenden Bürgerkriegs zu zeigen – das war das große Ziel Artjom Wesjolys. Sein Held Maxim Kushel, Soldat und später Rotarmist, gerät in den Strudel der Ereignisse, die das Land wie ein Wirbelsturm verwüsten. Er erzählt vom Wirrwarr und Chaos des revolutionären Umbruchs, vom roten und weißen Terror danach. Unter dem Titel „Russland in Blut gewaschen“ erschien das Buch von 1932 bis 1936 mehrfach in verschiedenen Textfassungen als Fragment. Thomas Reschkes Übersetzung folgt der Fassung von 1936, der letzten, die der Autor vor seiner Verhaftung 1937 selbst betreute. Sie wird ergänzt durch Textpassagen, die damals der Zensur zum Opfer fielen. Erst 1958 wurde der Roman, allerdings mit noch weiteren Streichungen, wieder in der Sowjetunion gedruckt.
Dienstag, 12. Dezember 2017, 18:00 Uhr
Erna Wormsbecher, die russland-deutsche Autorin liest aus ihrem autobiografischen Buch:
STALIN, NÄHMASCHINE UND ICH
Die in Sibirien geborene Autorin schildert mit tief ergreifenden Worten das Leben ihrer Familie als Deutsche in Russland. Deren „zu Hause“ lag bis zum Ausbruch des II. Weltkriegs und dem Deportationsbefehl Stalins vom 28.08.1941 im Gebiet der Wolgadeutschen Republik. Wie viele andere waren auch ihre Ahnen dem Ruf von Katharina der Großen dorthin gefolgt und lebten gut von ihrer Hände Arbeit bis zur „Oktoberrevolution“ sowie dem folgenden Bürgerkrieg. Nach dem Kugelhagel kamen Plünderungen durch Banden, später die schrecklichen Hungerjahre 1921 und 1933, darauf die Zwangskollektivierung. Den einzigen Ausweg in Notzeiten bot nur Mamas Nähmaschine der Marke SINGER.

Musikalische Umrahmung: Laila Popiolek und Vanessa Stein.
Im Anschluss Beisammensein mit Punsch und Gebäck!
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