Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 30. Mai 2017, 18:00 Uhr
Jutta Voigt, Autorin aus Berlin, stellt ihr im Aufbau Verlag 2016 erschienenes Sachbuch vor:
Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens
Im Mittelpunkt steht eine Boheme, die ein elementa-res Interesse verfolgte: das andere Leben. In den frühen DDR-Jahren mit rebellischem Elitebewusstsein und Aufbruchspathos, zunehmend kritisch und reformerisch in den Siebzigern, distanziert bis gleichgültig in den Achtzigern. Die Künstler – von Brecht bis Müller, von Hacks bis Wawerzinek, von Berlau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger – wollten nur eins: als Individuen existieren, unkontrolliert sie selber sein dürfen.
Dienstag, 13. Juni 2017, 18:00 Uhr
Uwe Kolbe, Schriftsteller aus Hamburg, stellt seine Streitschrift zu dem DDR-Vorzeigedichter vor:
BRECHT. Rollenmodell eines Dichters
»Brecht war die Legitimation, warum man für die DDR sein konnte. Weil Brecht da war, musste man dableiben.« Heiner Müller

Lederjacke, Zigarre, Kurzhaarschnitt – Brechts Selbstinszenierungen sind mindestens so kanonisch wie seine Texte. Wie aber konnte so ein Großer der Moderne sich mit der Schäbigkeit eines grauen und oft grauenhaften Staats wie der DDR arrangieren? Und wie ist zu erklären, dass das von Brecht vor-gegebene Rollenmodell des kritischen Intellektuellen bis heute fortwirkt? Mit seinem fulminanten Essay liefert Uwe Kolbe nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Rolle des Dichters in geschlossenen Gesellschaften. Er wirft darüber hinaus auch die hochaktuelle, beunruhigende Frage auf, inwiefern selbst weitgehende künstlerische Kritik die Macht der Unfreiheit legitimieren kann.
Dienstag, 27. Juni 2017, 18:00 Uhr
Dr. Franziska Kuschel, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, stellt ihr Buch vor:
Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
Die DDR konnte sich nur im geringen Maße gegenüber den gesamten westlichen Medien abschotten. Franziska Kuschel untersucht zum einen die Strategien des Staates, den Konsum westlicher Medien zu verhindern oder wenigstens zu kontrollieren und einzudämmen, die vor allem in den 1950er und 60er-Jahren die Kriminalisierung der sogenannten 'geistigen Grenzgänger' einschlossen. Zum anderen nimmt sie Strategien der Mediennutzer, diesem Druck zu begegnen und auszuweichen unter die Lupe. Erstmals wird so das Wechselverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle und der eigensinnigen Aneignung der Medien analysiert.
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