Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 31. März 2020, 18:00 Uhr
ABGESAGT WEGEN CORONA
Ursula Schöbe: ROT war nicht nur die Liebe. Ein Familiendrama
In ihrem Buch berichtet die 1928 in Klingenthal geborene Autorin über das dramatische Schicksal der Familie im Widerstand gegen die SED-Diktatur. Sie, ihr Mann Dr. Walter Schöbe und die zwei Söhne waren zu insgesamt 37 Jahren Zuchthaus politisch verurteilt!
Trotz allem brachte es die Familie nach Verbüßung von zusammen 18 Jahren und ihrer Ausreise in den Westen 1974 noch einmal zu großem Ansehen und Wohlstand.
Dienstag, 14. April 2020, 16:00 Uhr
ABGESAGT WEGEN CORONA
VORSTANDSWAHL-MITGLIEDER-VERSAMMLUNG
NUR FÜR MITGLIEDER DES FÖRDERVEREINS GEDENKBIBLIOTHEK ZU EHREN DER OPFER DES KOMMUNISMUS e.V. !
Dienstag, 14. April 2020, 18:00 Uhr
ABGESAGT WEGEN CORONA
Thomas Stein: GRENZTERROR
Im Zentrum des Buches steht die mehrjährige DDR-Haft des Autors, der 1957 in Berlin geboren wurde. 1972 versuchte er mit 15 Jahren, in den Westen abzuhauen, wurde zu Jugendhaus verurteilt und im Gefängnis vergewaltigt. 1976 sperrte ihn die Stasi wegen Republikflucht und Grenzterror ein. Auf Letzteres stand in der DDR 1976 noch die Todesstrafe! Von 21 Jahren Leben im Osten verbrachte er 4 ½ Jahre in 11 DDR-Gefängnissen.

„O Deutschland meine Trauer, dich trennt `ne dicke Mauer, und wenn man sich der Mauer naht, läuft durch das Minenfeld, springt über Stacheldraht, und rennt dann weiter, unverdrossen, wird man erschossen von Genossen.“
- dichtete er mit 15 Jahren im Gefängnis Rummelsburg.
Dienstag, 28. April 2020, 18:00 Uhr
Dr. Alexander-Martin Sardina, der Politikwissenschaftler und Autor des Buchs »Hello, girls and boys!« – Fremdsprachenunterricht in der SBZ und DDR kommt zu Vortrag und Diskussion unter dem Titel:
Mit zweierlei Maß – Das Ministerium für Volksbildung
Die SED-Propaganda stellte gern die "kostenlose Bildung" in der DDR als "Errungenschaft des Sozialismus" heraus. Dabei wurde aber verschwiegen, dass nur linientreuen Kindern und Jugendlichen alle Möglichkeiten zuteilwurden, während sich nicht angepasste "in der Produktion beweisen" mussten, von Abitur und Studium ausgeschlossen wurden oder in "Jugendwerkhöfen" umerzogen werden sollten – wobei es dort kaum Pädagogen gab und keine Beschulung stattfand unter Ausnutzung der Arbeitskraft und bei folterähnlichen Bestrafungen. Am Beispiel diverser Aspekte der Volksbildung veranschaulicht der Referent die Widersprüchlichkeiten des Systems: Eine Förderung erfolgte in allen Altersstufen nach Ideologie und nicht nach Leistung.
Im Anschluss an die Präsentation der Ergebnisse bietet die Diskussion mit dem Publikum die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch.
Dienstag, 12. Mai 2020, 18:00 Uhr
Dr. Hanna Labrenz-Weiß, die Wissenschaftliche Mitarbeiterin der BStU stellt das von ihr übersetzte, bearbeitete und herausgegebene Buch vor:
Igor Janke, TWIERDZA - Die Festung: Die Kämpfende Solidarnosc. Innenansicht aus Polens antikommunistischer Untergrundorganisation.
Die Geschichte des 1980 gegründeten Unabhängigen Selbstverwalteten Gewerkschaftsbundes „Solidarnosc“ (Solidarität) unter Lech Walesa ist bekannt. Die Geschichte der Teile der Solidarnosc-Bewegung, die sich für einen anderen, einen radikaleren Weg entschieden, hingegen ist noch weitgehend unerzählt. Mit einer Fülle an Details taucht Igor Jankes preisgekröntes Buch ein in eine bislang kaum bekannte Untergrund-Welt. Wie sich die kämpfende Solidarnosc in der hoch überwachten polnischen Gesellschaft des Kriegsrechts formierte, wie sie agierte, wieviel Zuspruch und Unterstützung sie in der Bevölkerung erhielt und welche Aktionen ihr gelangen, das ist ein faszinierendes Kapitel der Oppositionsgeschichte gegen die kommunistische Gewaltherrschaft.
WIEDERHOLUNG WEGEN KRANKHEIT !
Dienstag, 26. Mai 2020, 18:00 Uhr
Ingo Cesaro, der Schriftsteller, Herausgeber, Handpressendrucker stellt sein Buch vor:
"JAN PALACH - Dein Herz verbrannte nicht"
Fünfzig Jahre hat er das Fanal, Jan Palachs Fackel Nummer 1, im Kopf mit sich herumgetragen, bis 2019 zur Leipziger Buchmesse der Band mit dem zweisprachigen Gedichtzyklus, dem Stück und Erinnerungssplitter in der édition trèves erschien. Bei einer Lesung 1999 beim Prager P.E.N. las er die Gedichte und Josef Hruby, sein Übersetzer, die tschechischen Fassungen. Damals der Vorwurf: Was will ein westdeutscher Autor mit Jan Palach. Damals war Palach eine Unperson in Tschechien. An diesem Abend outete sich die Assistenzärztin Moserova, die Palach im Krankenhaus drei Tage lang mit betreut hatte, als Autorin des Bandes "Porc Jsem Nemluvila" (Warum ich solange geschwiegen habe). Sie hatte 30 Jahre lang aus Angst ihren Band nicht veröffentlicht. Zwei Wochen nach der Veranstaltung verstarb sie.
Dienstag, 09. Juni 2020, 18:00 Uhr
Thomas Lukow, ehemaliger politischer Häftling in Hohenschönhausen und Bautzen, hält multimedial seinen Vortrag:
Bautzen - Von der Gefängnisstadt zum Touristenmagnet
Die Stadt Bautzen in Ostsachsen ist einerseits für viele vor allem ein DDR-Ort der gelebten Repression durch das SED-Regime. Hier stand mit Bautzen I, auch genannt das "Gelbe Elend", eine der größten Strafvollzugsanstalten des Ministeriums des Innern in Ostdeutschland. Gleichzeitig geheim und als Gerichtsgefängnis des Mdl getarnt, die Sonderhaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit, Bautzen II. Auf der anderen Seite wurde das mittelalterliche Bautzen, dessen historische Mitte aus vorwiegend Böhmischem Barock besteht, im II.Weltkrieg kaum zerstört. Man bezeichnete dieses Kleinod in der Oberlausitz mit seinen 17 Türmen und Basteien auch als "sächsisches Nürnberg". Der Referent will, unterstützt von eindrucksvollen Fotografien, beide Seiten dieser Stadt dem Publikum zeigen.
Dienstag, 23. Juni 2020, 18:00 Uhr
Manyan Ng, China-Experte und IGFM-Vorstandsmitglied
Erik Rusch, China-Journalist
Im Namen von Konfuzius ( 52. min.)
Vorführung und Diskussion des mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilms

Universitäten in den USA, Kanada oder Stockholm schlossen kürzlich ihre Konfuzius-Institute. Während¬dessen werden die neunzehn Konfuzius-Institute in Deutschland kaum kritisch hinterfragt. Die weltweit über 400 Bildungseinrichtungen unterstehen dem Bildungsministerium in Peking und werden jeweils mit Beträgen im Bereich von mehreren hunderttausend Euro von der chinesischen Regierung gefördert. Offiziell gelten sie dabei als harmlose „Einrichtungen zur Vermittlung chinesischer Kultur und Sprachreisen“. Es zeigt sich jedoch, dass die Institute einen wichtigen Teil des chinesischen Propaganda-Apparates darstellen. Der in Kanada produzierte Film zeigt, wie die Kommunistische Partei Chinas mit Hilfe dieser Institute die westliche Welt infiltriert.
Dienstag, 07. Juli 2020, 18:00 Uhr
Dr. Gerhard Barkleit, der Historiker stellt in Kooperation mit dem OEZ Berlin Verlag sein Buch vor:
EinBlick in zwei Welten. Das Ende der DDR als Glücksfall der Geschichte
Das Buch reflektiert einen Systemvergleich von DDR und Bundesrepublik, der zum einen die Abrechnung mit der SED-Diktatur bedeutet. Zum anderen werden Chancen aufgezeigt, die sich dank der Wiedervereinigung nun auch den Ostdeutschen bieten. Abrechnung bedeutet dabei keineswegs, die ehemals real existierende DDR als die Hölle und das demokratisch verfasste, wieder vereinte Deutschland als das Paradies zu beschreiben. Methodisch wird dieser Systemvergleich durch einen Wechsel von biografischen und systematischen Kapiteln geleistet, ergänzt durch einen Seitenstrang, der die zarten Anflüge von Kritik an systembedingten Dilemmata durch renommierte Literaten der DDR reflektiert, und sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht.
Dienstag, 04. August 2020, 18:00 Uhr
Udo Bartsch, der DDR-Häftling stellt in Kooperation mit dem OEZ Berlin Verlag sein Buch vor:
Kein Weg nach Arkadien. Verordnetes Leben im Sozialismus, verlorene Illusionen im geeinten Deutschland
Udo Bartsch (Jg. 1942) erzählt in zwei Interviews seine Geschichte als Zeitzeuge eines halben Jahrhunderts. An deren dramatischen Anfang steht der mehrfache Versuch, das Land, das ihn einmauerte zu verlassen und in einem Prozess wegen „Republikflucht“ und mit 18 Monaten Haft für den 19-Jährigen im berüchtigten Staatssi-cherheitsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen endete.
Die Friedliche Revolution sollte seinen weiteren Lebensweg prägen: 1990 Kulturpolitischer Akteur des demokratischen Umbruchs in der DDR, Staatssekretär im Ministerium für Kultur, Sachwalter von Kultur und Kunst in den Verhandlungen zum Einigungsvertrag, Regierungsberatung in Chile und eine leitende Tätigkeit in der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung.
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