Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 28. Mai 2024, 18:00 Uhr
Nicole Heinrich, Buch + Regie
Anja Kimmelmann, Darstellerin
Aufführung des DOKU-Monodramas >> MONIKA HAEGER - inside stasi << (75 min.)
Als Heimkind wurde Monika Haeger auf sozialistischen Kurs gebracht, als treue DDR-Bürgerin und Stasi-Mitarbeiterin spioniert sie später, getarnt als enge Freundin der Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley, eine wichtige Ost-Berliner Frauengruppe aus. Für die Frauen hatte das zumeist verheerende Folgen. Verhaftungen, Verhöre und sogar Ausbürgerung aus der DDR waren die Folge.
Das Stück erzählt entlang der Erinnerungen von Monika Haeger (1945-2006) vom dunkelsten Teil ostdeutscher Geschichte. Zur Sprache kommen dabei mit den Stimmen der Opfer auch die frühen Verfolgungen in der SBZ mit seinen Speziallagern, das Frauengefängnis Hoheneck, die Toten an der Mauer sowie der berüchtigte Jugendwerkhof Torgau. (Mehr Infos dazu unter: https://www.nicoleheinrich.com/monika-haeger-theaterstueck)
Mittwoch, 29. Mai 2024, 18:00 Uhr
3. HÄFTLINGSTREFFEN
Nach den zwei Treffen im Jahr 2023 haben viele Teilnehmer uns dazu ermuntert, diese Treffen fortzusetzen, auch wenn sich die Reihen unter den Ex-Häftlingen nach fast 35 Jahren des Zusammenbruchs der DDR immer mehr lichten.
Eingeladen sind also wieder alle Häftlinge, die in Berlin und Umgebung wohnen, natürlich auch die Frauen, die in Hoheneck oder anderswo einsitzen mussten. Jeder darf zudem seine Ehepartner mitbringen.

Der Psychologe und Psychoanalytiker Dr. Stefan Trobisch-Lütge

wird uns in sein Arbeitsfeld der Traumatherapie einführen, die psychosoziale und psychotherapeutische Hilfe für politisch Traumatisierte der SED-Diktatur bieten kann.
Gemeinsam mit dem Schriftsteller Jürgen Fuchs hatte er 1998 die „Beratungsstelle Gegenwind“ gegründet.
Außerdem trägt er mit seinen Büchern wie u.a. DAS SPÄTE GIFT und VERBORGENE WUNDEN sowie seinen Vorträgen dazu bei, die Erinnerung an die Opfer und Widerständler der SED-Diktatur wach zu halten.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich !
Dienstag, 11. Juni 2024, 18:00 Uhr
Vera Lengsfeld, ehem. DDR-Oppositionelle und Bundestagsabgeordnete, stellt das von ihr rezensierte Buch des britischen Historikers vor:
Antony Beevor; Russland. Revolution und Bürgerkrieg 1917-1921
In diesem Werk präsentiert der Autor ein faszinierendes Panorama, das auf neuesten Archivfunden basiert. Von der Oktoberrevolution 1917 in Rußland, die den Zusammenbruch des Zarenreichs besiegelte, bis hin zum blutigen Bürgerkrieg zwischen den "Roten" und den "Weißen" Garden zeichnet Antony Beevor ein dichtes Bild dieser mehr als turbulenten Jahre. Dabei deckt er nicht nur die politischen Intrigen und Machtverschiebungen auf, sondern vermittelt auch die Atmosphäre, das Leid und die Hoffnungen dieser Zeit. Seine profunde Kenntnis der Geschichte und sein Verständnis für die komplexen Zusammenhänge ermöglichen es ihm, ein umfassendes Bild dieser Epoche zu vermitteln.
Dienstag, 25. Juni 2024, 18:00 Uhr
Dr. Heimo Schwilk, der Journalist und Autor liest aus seinem zweiten autobiografischen Werk:
MEIN ABENTEUERLICHES HERZ Bd. 2 - Aus den Tagebüchern 2000 – 2022
„Der 1. Teil meiner Tagebuch-Edition (1983–1999) stand einerseits im Zeichen der – auch persönlichen – Annäherung an das große Vorbild Ernst Jünger. Das andere zentrale Thema war die Wiedervereinigung. Im 2. Teil dominiert nun, wie Deutschland und die Welt seitdem mit dieser einschneidenden politischen ‚Wende‘ umgingen. Auch hier habe ich keine Scheu, die persönliche Verstrickung in den ausgewählten Passagen sichtbar zu machen – bis in die Träume hinein. Ich wünsche mir, dass für den Leser der ‚rote Faden‘ sichtbar wird, den das Temperament und die intellektuelle Disposition des Autors ausmachen. Dass der Opportunismus von der Freiheit erlöst, wie Rüdiger Safranski süffisant schreibt, war zu keinem Zeitpunkt meines Lebens eine Option für mich. Davon soll auch dieses Buch Zeugnis ablegen.“ (Heimo Schwilk)
Dienstag, 09. Juli 2024, 18:00 Uhr
Dr. Klaus-Rüdiger Mai, der Germanist, Historiker und Philosoph stellt sein neuestes Buch vor:
Der kurze Sommer der Freiheit: Wie aus der DDR eine Diktatur wurde
Zu Recht bekannt und Teil unserer Erinnerungskultur ist die mutige Tat der Gruppe um die Geschwister Scholl. Doch wer kennt Herbert Belter? Wer kennt Wolfgang Ihmels, Jutta Erbstößer oder Wolfgang Natonek? Auch Herbert Belter wurde von den Henkern eines totalitären Staates ermordet, nachdem er Flugblätter verteilt hatte, auch er war erst 21 Jahre alt am Tag seines gewaltsamen Todes. Klaus-Rüdiger Mai erzählt auf der Grundlage intensiver Quellenrecherchen erstmals die ganze Geschichte des mutigen Widerstands Leipziger Studenten gegen die Stalinisierung Ostdeutschlands und bettet ihre Geschichte ein in die Unterdrückung demokratischer Anfänge in der DDR von ihrer Gründung 1949 bis zum Volksaufstand vom 17. Juni 1953. Ein Lehrstück über das Werden einer Diktatur und über Mut und Widerstand.
Dienstag, 23. Juli 2024, 18:00 Uhr
Dr. Steffi Brüning, die Leiterin der Dokumentations- und Gedenkstätte Rostock hält ihren Vortrag:
Prostitution in der DDR: Eine Untersuchung am Beispiel von Rostock, Berlin und Leipzig, 1968 bis 1989
Die Untersuchung von Steffi Brüning zeigt die vielfältigen Facetten von Prostitution in der DDR auf. Im Fokus stehen staatliche Eingriffsversuche wie strafrechtliche Verurteilungen, vor allem aber die Disziplinierungsversuche durch die lokalen Verwaltungen und das Gesundheitswesen. Neben repressiven Maßnahmen ist auch eine Unterstützung von Prostitution durch das Ministerium für Staatssicherheit und die Abteilung 1 der Kriminalpolizei nachweisbar. Sexuell freizügige Frauen und Prostituierte kamen unter anderem als „Honigfallen“ zum Einsatz, die auf „operativ-interessante“ Personen angesetzt wurden.
Dienstag, 06. August 2024, 18:00 Uhr
Bernd Wagner, der Schriftsteller stellt seine deutsch-deutschen Geschichten vor:
VERLASSENE WERKE 1976 – 1985
Ein Blick in den damals legendären Berliner Künstlerkreis im Prenzlauer Berg. Verlassene Werke, die zu schön und anregend sind, um vergessen zu sein. Sie werden hier endlich „aufgelassen“. Die Aufzeichnungen entstanden ab 1976 fast ausschließlich in Berlin, zuerst im Ostteil, seit Ende 1985, nach der Ausreise aus der DDR, im Westen der Stadt. Die letzte Notiz datiert vom Heiligen Abend 1989, als die DDR absehbar unterzugehen schien. Verschiedene Notizen fanden sich nicht in Heften oder Tagebüchern, sondern auf losen Blättern, so die "Gazetten", deren Worte der Autor aus Zeitungen schnitt und aufklebte. Dieses Opus ist der Versuch, der allgegenwärtigen äußeren Chronologie der historischen Ereignisse eine innere entgegenzusetzen. Die handelnden Personen, bis auf wenige Ausnahmen, werden bei ihren Namen genannt. Das bedeutet nicht, dass der Autor ihnen im Sinne von Porträts gerecht zu werden glaubt. Es sind betont subjektive, von der damaligen Zeit und den gemeinsamen Erlebnissen geprägte Eindrücke, die er wiedergibt.
Dienstag, 20. August 2024, 18:00 Uhr
Siegmar Faust, der zweifache politische DDR-Häftling präsentiert sein autobiografisches Werk:
VERDOPPELTES LEBEN
Siegmar Faust hat vieles doppelt erlebt. Er wurde im Dezember 1944 in die nationalsozialistische Diktatur hineingeboren und wuchs dann in der realsozialistischen Diktatur auf. Er musste das 10. Schuljahr wegen einer 5 in Russisch wiederholen. Anschließend wurde er zweimal wegen Gedichten vom Studium geschasst und zweimal aus Leipzig ausgewiesen, um darauf auch zweimal hintereinander wegen "staatsfeindlicher Hetze" inhaftiert zu werden. Lange Zeit galten ihm zwei vollbärtige Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts als Vorbild: Karl Marx und der amerikanische Dichter Walt Whitman. Doch die Kunst setzte sich gegen das utopische Geschwafel durch. Da es 1976 auch noch zwei deutsche Staaten gab, durfte er schließlich zum Weltfriedenstag am 1. September im Interzonenzug die DDR verlassen.
Dienstag, 03. September 2024, 18:00 Uhr
Dr. Alexander Gogun, der russische Historiker von der Freien Universität Berlin präsentiert seine aktuellen Forschungsergebnisse:
ROTE APOKALYPSE. Wie Stalin den III. Weltkrieg anzünden wollte
Dieser Vortrag widmet sich Stalins Haltung gegenüber den USA und Deutschland und zeigt auf, dass er das Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich und die BRD als Objekt der Eroberung und als das wichtigste Land in Europa betrachtete. In den Jahren 1943-1953, auch in der Zeit der Entmilitarisierung Westdeutschlands, war sich Stalin bewusst, dass sich die endgültige Versklavung Deutschlands wegen eines wahrscheinlichen amerikanischen nuklearen Gegenschlags als äußerst schwierig erweisen würde. Trotzdem bereitete er in aller Ruhe den Dritten Weltkrieg vor, in dem die Streitkräfte der DDR ihre lange vorher festgelegte Rolle im zukünftigen europäischen Theater der Militäroperationen spielen sollten.
Projektförderung durch: