Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 05. Mai 2026, 18:00 Uhr
Harald Martenstein, der bekannte Publizist liest aus seinem neuen Buch:
"Gelenkte Demokratie"
Harald Martenstein ist langjähriger Autor der ZEIT, des Tagesspiegels und der Welt am Sonntag, neuerdings schreibt er auch für BILD. Im Februar hielt Martenstein in Hamburg eine Rede, in der er sich leidenschaftlich für Demokratie aussprach - und gegen ein Verbot der AfD. Sie wurde im Netz millionenfach angeklickt. Bei uns wird Martenstein zum ersten Mal aus seinem Buch "Gelenkte Demokratie" vorlesen, das im Herbst erscheinen wird und von seiner Hamburger Rede ausgeht.
Dienstag, 12. Mai 2026, 18:00 Uhr
Prof. em. Siegfried Lokatis, ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Buchwissenschaft an der Universität Leipzig, stellt seine interessante Untersuchung vor:
"Verantwortliche Redaktion. Zensurwerkstätten der DDR"
Auf Grundlage bereits publizierter Einzelbeiträge entstand eine Gesamtschau ins Räderwerk einer realen Zensurbehörde. Die Institution, die sich im Laufe der 45 Jahre um die Kontrolle all dessen kümmerte, was im Osten veröffentlicht werden durfte, nannte sich immer wieder anders, änderte auch ihre Strukturen und ihre Unterstellung. War es anfangs der Kulturelle Beirat bzw. sein Sekretariat, die sich um die Erlaubnis des Druckbaren kümmerten, so ging daraus 1951 das Amt für Literatur hervor, das sich im Lauf der Jahre bis zur legendären Hauptverwaltung Verlage und Buchhandel im Ministerium für Kultur wandelte.
Dienstag, 26. Mai 2026, 18:00 Uhr
Jürgen K. Hultenreich, der Zeitzeuge liest seinen Text im Buch
"Weltanschauung ist unheilbar"
Der Schriftsteller und Tuschör (Maler) gehört zu den bedeutendsten deutschen Literaten der Gegenwart. Siebzehnjährig wurde er wegen versuchter Republikflucht inhaftiert und in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Damals wie heute begegnet er der Absurdität des Zeitgeistes mit Humor und stellt seine im letzten Jahr erschienene Aphorismensammlung vor. Beispiele? „Wer eine Rede leichter hält als sein Wort, ist politisch begabt“, oder: „In Deutschland werden Probleme nicht beseitigt, sondern subventioniert“. Er liest aber auch Geschichten aus seiner Zeit in der DDR sowie einen Essay über die Kraft der Freiheit.
Dienstag, 09. Juni 2026, 18:00 Uhr
Friederike Pohlmann, die Autorin gibt einen interessanten Einblick in das
Hotel der Spione. Das „Neptun“ in Warnemünde
Welche Rolle spielte die legendäre Nobelherberge als „operativer Schwerpunkt“ bei der Überwachung durch die Staatssicherheit? Ein Politikum war schon das Baugeschehen an der Seepromenade von Warnemünde, denn beauftragt wurde ein schwedisches Unternehmen. Hochinteressant für die Stasi-Bezirksverwaltung. Noch dazu wurde der Neubau durch die damaligen Behörden geheim gehalten. Idealer Nährboden für Gerüchte und Geschichten. Nach seiner Eröffnung beherbergte das Luxus-Hotel ausländische Touristen und Geschäftsleute, Prominente, Staatsgäste, aber auch ausgewählte DDR-Urlauber. Im Volksmund war vom „Stasi-Hotel“ die Rede.
Dienstag, 23. Juni 2026, 18:00 Uhr
Bernhard Thiessen, der Kirchenhistoriker und Regisseur zeigt seinen Film:
„Gemeinde unter Beobachtung“ - Mennoniten in der DDR
Hansen ist 22 Jahre alt, als er dem Theologen und MfS-Mitarbeiter Gerd Bam-bowsky begegnet, der ihn fördert und für das Studium empfiehlt. Beide gehen auch eine private Beziehung ein. Als IM Paul begleitet er Bambowsky Mitte der 1970er Jahre auf Reisen, bei denen Bibeln westlicher Missionsgesellschaften nach Osten, in die sowjetischen Bruderländer geschmuggelt werden. Später soll er einer Religions-gemeinschaft vorstehen und fromme Menschen ausspionieren. Die Wahl fällt auf die Mennoniten.
Dienstag, 07. Juli 2026, 18:00 Uhr
Michael Meinicke, Magister für Germanistik/Publizistik/Theaterwissenschaften und freier Schriftsteller entrückt uns mit
„Ostkreuz“
in das Blues- und Hippiemilieu des geteilten Berlins. "Der Autor hat unverwechselbar das Leben und Treiben der ostdeutschen Szene beschrieben. Ein tiefer Einblick in das vorwiegend im Verborgen laufende Geschehen." (Linde Bischof, Malerin) "Wollt ihr wirklich wissen, wie es war? Dann lest 'Ostkreuz'. Egal ob Ostler oder Westler, Daheimgebliebene oder Vertriebene, Eingesessene oder Ausgediente – ihr werdet euch amüsieren, erschrecken, begeistern." (Bernd Wagner, Autor)
Dienstag, 21. Juli 2026, 18:00 Uhr
Gabriel Berger, der ehemalige DDR-Häftling, Physiker, IT-Trainer, Buchautor berichtet von seinen aufregenden Reiseerlebnissen:
„Abenteuer im wilden Osten“ - Kiffen in Novosibirsk (1973)
Zwar hieß es in der DDR „von der Sowjetunion siegen heißt siegen lernen“, aber es waren außer Dienstreisen nur Gruppenreisen in die Sowjetunion möglich und das nur zu einigen ausgewählten touristischen Plätzen. Das Betreten anderer Gebiete war für Fremde streng verboten. Aber genau das machte für junge Abenteurer aus der DDR den Reiz einer individuellen Reise in die Sowjetunion aus. Denn die Diktatur forderte die Wagemutigen heraus, ihre Barrieren selbst unter höchsten Gefahren zu überwinden. Das verschaffte den Beherzten einen Nervenkitzel, vergleichbar der Besteigung eines hohen Berggipfels. Und kaum etwas konnte für aufmüpfige DDR-Bürgern attraktiver sein, als die Behörden des Sowjetlandes auszutricksen. Für manche war das eine Generalprobe für die spätere Flucht in den Westen.
Dienstag, 29. September 2026, 18:00 Uhr
Prof. Dr. Florian von Rosenberg, Erziehungswissenschaftler an der Universität Erfurt, stellt sein Sachbuch vor:
„Die beschädigte Kindheit: Das Krippensystem der DDR und seine Folgen“
Verzweifelte Briefe beunruhigter Mütter, Protest und Kritik von Kinderärzten und erschreckende Studienergebnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Warum starben Säuglinge so häufig nach dem Wiedereinstieg der Mütter in den Arbeitsprozess? Wieso waren die staatlich betreuten Kinder oftmals untergewichtig, klein und krank? Warum war die emotionale, sprachliche und geistige Entwicklung der Kinder in der Krippe schlechter als in der Familie? Florian von Rosenberg berichtet wissenschaftlich fundiert und zugleich berührend, wie die Kleinsten der Republik einen hohen Preis für das sozialistische Prestigeprojekt zu zahlen hatten.
Projektförderung durch: