Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungen

Dienstag, 23. August 2022, 18:00 Uhr
Bernd Lippmann, der ehem. DDR-Häftling hält multimedial seinen Vortrag:
Ehemalige DDR-Bewohner im Visier des MfS
Wer die DDR in Richtung West verlassen hatte, galt den Herren um Honecker und Mielke als zumindest potentieller Feind. Einerseits kannten solche Menschen die Verhältnisse in der DDR und konnten die irrealen Vorstellungen vieler Westdeutscher korrigieren, andererseits waren die sogenannten Rückverbindungen Teufelswerk in den Augen des MfS. Einige ehemalige DDR-Bewohner unterstützten darüber hinaus aktiv oppositionelle Bestrebungen gegen die SED. Das MfS arbeitete mit Zersetzungen, Entführungen, Mordplänen gegen Personen und Organisationen, die als Feindkräfte angesehen wurden. Es wurden Spitzel eingeschleust, andere im Westen angeworben.
Dienstag, 06. September 2022, 18:00 Uhr
Erna Wormsbecher, die russland-deutsche Spätaussiedlerin stellt ihr drittes autobiografisches Werk vor:
WURZELN IM WINDE
Die Autorin Erna Wormsbecher wurde 1947 als Deutsche in Sibirien und nicht wie der Rest der Familie in der Wolgarepublik geboren. Seit 1995 lebt sie mit der ganzen Familie in Deutschland und war zunächst sehr bemüht, dass sich alle Familienmitglieder so schnell und gut wie möglich in das Leben der neuen „alten Heimat“ integrieren. Anfangs war dies nicht leicht, denn in Russland waren sie einst die Deutschen und hier nun in Berlin die Russen. Schnell engagierte sich die studierte Pädagogin mit 30 Jahren beruflicher Erfahrung bei zahlreichen Integrationsprojekten, u. a. hat sie in der evangelischen Kirchengemeinde am Humboldthain eine Schule für Kinder von Russlanddeutschen aufgebaut. In ihrer Rückschau kann sie für sich und die Familie heute eine mehr als positive Bilanz der Integration ziehen, denn aus allen ist etwas geworden.
Dienstag, 20. September 2022, 18:00 Uhr
Dr. Cora Stephan, die Publizistin und Schriftstellerin stellt ihre doppel-deutsche Geschichte vor:
Ab heute heiße ich Margo.
Zwei Frauen, zwei Töchter, zwei Kriege, zwei Deutschlands – und ein gemeinsames Schicksal.

Die Wege von Margo und Helene kreuzen sich in Stendal in den Dreißiger Jahren. Margo ist Lehrling in der Buchhaltung, Helene Fotografin. Sie lieben denselben Mann, werden durch den Krieg getrennt und bleiben doch miteinander verbunden. Selbst das Ende der DDR bedeutet kein Ende ihrer dramatischen Verstrickung, die noch bis ins letzte Jahr des 20. Jahrhunderts reicht.Cora Stephan erzählt Zeitgeschichte als Familiengeschichte und entwirft Charaktere, denen man voller Spannung folgt, getrieben von dem Wunsch, dem Rätsel von Liebe, Verwandtschaft und Verrat auf die Spur zu kommen.
Dienstag, 18. Oktober 2022, 18:00 Uhr
Wolfgang Lehmann, der Zeitzeuge berichtet vom dramatischsten Abschnitt seines Lebens:
Vor 77 Jahren - (M)eine Jugend in sowjetischen Terrorlagern
Unter dem Verdacht, als Werwolf-Angehöriger einen Anschlag mitverübt zu haben, wurde der damals 16-Jährige im Oktober 1945 in Großräschen verhaftet. Nach nächtelanger schwerster Folter im GPU-Keller Calau unterschrieb er ein in Kyrillisch verfasstes Protokoll und kam ohne Urteil über Cottbus zunächst für zwei Jahre ins Speziallager Ketschendorf. Mit weiteren 1200 männlichen Jugendlichen war er dort in einem Sechs-Familien-Haus zusammengepfercht, von dem man jeden Morgen die Toten abholte. Anfang 1947 wurde er von dort zur Zwangsarbeit nach Sibirien abtransportiert, arbeitete in den Lagern bei Prokopjewsk und Stalinsk. Als „Kriegsgefangener“ 1950 entlassen, sah er sich mit seiner Familie 1960 zur Flucht in den Westen gezwungen, nachdem die Stasi ihn zu Spitzeldiensten erpressen wollte.
Dienstag, 13. Dezember 2022, 18:00 Uhr
Tomáš Kafka, S.E. Botschafter der Tschechischen Republik hält seinen Vortrag zu:
Die Bilanz der Transformation in Tschechien nach 1989
Am 17. November 1989 unterdrückte die Polizei brutal eine Studentendemonstration, was Großdemonstrationen von bis zu 750.000 Menschen nach sich zog. Am 19. November 1989 wurde das Bürgerforum zur tragenden Kraft der „ Samtenen Revolution“ in der Tschechoslowakei. Am 10. Dezember 1989 erklärte Staatspräsident Gustáv Husák seinen Rücktritt und Václav Havel wurde erster tschechoslowakischer Staatspräsident, der Reformer Alexander Dubček Präsident. Am 8. Juni 1990 fanden die ersten freien Parlamentswahlen in der ČSFR statt. Am 1. Januar 1993 wurde die Tschechoslowakei einvernehmlich aufgelöst und die Tschechische Republik sowie die Slowakische Republik als unabhängige Staaten ausgerufen. Nach Privatisierung der Wirtschaft und EU-Beitritt 2004 steigt das Bruttoinlandsprodukt stetig. Wie sieht es heute aus?
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