Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungsarchiv

VeranstaltungstitelDatum
Gabriel Berger
Allein gegen die DDR-Diktatur - Bespitzelt vom Ministerium für Staatssicherheit im Osten und Westen 1968 - 1989
15. Oktober 2019
Allein gegen die DDR-Diktatur - Bespitzelt vom Ministerium für Staatssicherheit im Osten und Westen 1968 - 1989
Buchvorstellung
Beschreibung
In seinem neuen Buch rekonstruiert der Autor sein Leben in der DDR und danach in der Bundesrepublik anhand von Stasi-Akten, die ihm Stichworte für seine Erinnerungen liefern. Trotz kommunistischer Erziehung im Elternhaus und des ihm vermittelten gleichsam religiösen Glaubens an die Güte kommunistischer Ideen und an die Unvermeidbarkeit ihres weltweiten Sieges entschied sich Berger als Erwachsener für die öffentliche Zurückweisung der Unfreiheit in der DDR und nahm dafür schließlich auch die Haftstrafe in Kauf. Nach der so erkauften Übersiedlung in den Westen setzte er sich für die Entlarvung der DDR-Diktatur und für die demokratische Opposition in Polen ein und stand dabei unter ständiger Beobachtung der Staatssicherheit.
Referent(en)
Gabriel Berger
der Physiker, ehem. Cottbus-Häftling und Buchautor stellt sein neues Buch vor:
Petra Riemann & und Torsten Sasse
Die Stasi, der König und der Zimmermann: Eine Geschichte von Verrat
01. Oktober 2019
Die Stasi, der König und der Zimmermann: Eine Geschichte von Verrat
Buchvorstellung
Beschreibung
Im Sommer 2013 berichtet die WELT AM SONNTAG, der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann habe als IM für die HVA der Stasi gearbeitet. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er-Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert …
Referent(en)
Petra Riemann &
Torsten Sasse
die Autorin und Filmschnittmeisterin beim RBB sowie der Journalist stellen multimedial das Buch vor:
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
HEIMATWIRR
17. September 2019
HEIMATWIRR
Buchvorstellung
Beschreibung
Mitteldeutscher Verlag 2019

Das eigene Schicksal liefert dem Ich-Erzähler den Rahmen, Erfahrungen einer ganzen Generation nachvollziehbar zu machen. Fast wie nebenbei sind die Lebenswege von Ost- und Westdeutschen, Ungarn, Russen, Polen in die Handlung verwoben. Offensichtlich tauchte Paetzke, der seit mehr als vierzig Jahren ungarische Literatur übersetzt und vermittelt, in die exotische Aura von Gyula Krúdy und Sándor Márai, von Miklós Mészöly und György Konrád ein und ließ sich von diesen inspirieren. Entstanden ist ein imposantes Erzählwerk, dessen Ariadnefaden den Leser durch das Labyrinth gegebener und erworbener Heimaten führt.

Aus dem Klappentext von György Dalos
Referent(en)
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
der ehem. pol. Cottbus-Häftling, Autor und bekannte Übersetzer aus dem Ungarischen, stellt nun den zweiten Band seiner autobiografischen Trilogie vor:
Gisela B. Adam
Zum 1. Todestag von Ulrich Schacht - Ein empfindsamer Poet und streitbarer Geist
03. September 2019
Zum 1. Todestag von Ulrich Schacht - Ein empfindsamer Poet und streitbarer Geist
Vortrag
Beschreibung
„Was zu sagen ist | sagen wir unter zerrissenen | Wolken gespaltenem Licht…“

Ulrich Schacht, 1951 im Frauengefängnis Hoheneck geboren, wurde 1973 in der DDR wegen staatsfeindlicher Hetze zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt, 1976 in die Bundesrepublik „entlassen“. Nach seinem Studium in Hamburg war er Redakteur bei DIE WELT / WAMS, lebte ab 1998 als freier Journalist und Autor in Schweden und starb dort am 16. September 2018. So sind denn Verlust und Widerstand, das Beharren auf Glück und dessen stete Gefährdung seine Themen. Es geht ein Sog von seinen Gedichten aus, es sind Zeitgedichte, Gedichte über die Zeit, in der wir leben, uns ändern und geändert haben. Gedichte, die einfach, genau, knapp und berührend ein deutsches Schicksal vorführen.
Referent(en)
Gisela B. Adam
die Germanistin und Kunstwissenschaftlerin hält ihren Vortrag:
Dr. Angela Plöger
René Nyberg, Der letzte Zug nach Moskau: Zwei Freundinnen, zwei Schicksale, eine jüdische Familiengeschichte
20. August 2019
René Nyberg, Der letzte Zug nach Moskau: Zwei Freundinnen, zwei Schicksale, eine jüdische Familiengeschichte
Buchvorstellung
Beschreibung
Der Autor war Botschafter Finnlands in Moskau und Berlin. Sein Buch erzählt u.a. die dramatische Geschichte seiner Mutter, die Jüdin war und gegen den Willen ihrer Eltern einen evangelischen Finnen heiratete. Die Hauptperson ist jedoch ihre Cousine Mascha aus Riga, deren Lebensodyssee in Lettland, der Sowjetunion, Israel und zuletzt Deutschland spielt. Nur durch kluge Entscheidungen überlebten sie und ihr Mann Josef zuerst die Deutschen und später mit Tochter Lena die schweren Jahre unter Stalin. Beide hatten schwer unter dem Antisemitismus Stalins Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre zu leiden sowie unter dem politischen Druck, den Denunziationen, dem Verlust des Arbeitsplatzes.
In Kooperation mit: DAS FINNISCHE BUCH e.V.
Referent(en)
Dr. Angela Plöger
die renommierte Übersetzerin aus dem Finnischen, stellt das von ihr übertragene Werk vor:
Dr. Andreas Petersen
DIE MOSKAUER: Wie das Stalintrauma die DDR prägte
06. August 2019
DIE MOSKAUER: Wie das Stalintrauma die DDR prägte
Buchvorstellung
Beschreibung
Der Autor erkundet das Trauma der Gründergeneration um Pieck und Ulbricht. Sie hatten in Moskau die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Zwei Drittel der Politemigranten waren verhaftet, verschleppt oder erschossen worden. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zur traumatisch-prägenden Erfahrung. Ab 1945 übernahmen die zurückgekehrten »Moskauer« die Führung in der sowjetisch besetzten Zone. Die ersten Jahre waren Stalin-Jahre. Zweifel und Fragen waren in der neu gegründeten SED nicht erwünscht, die »Moskauer« hätten sich sonst den eigenen Verstrickungen stellen müssen. Sie alle hatten den Terror bejubelt und viele sich gegenseitig denunziert, um sich zu retten. Und sie wußten das von einander. Ihr Schweigen über das Erlebte wurde zum Fundament des neuen Staates.
Referent(en)
Dr. Andreas Petersen
Historiker von der Agentur zeit & zeugen Zürich / Berlin, stellt sein neuestes Buch vor:
Peter Grimm
Vertreibung 1961
23. Juli 2019
Vertreibung 1961
Filmvorführung
Beschreibung
Entlang der innerdeutschen Grenze wurden 1952 und 1961 insgesamt etwa 13.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben und durften bis zum Ende der DDR nicht zurückkehren. Das Ministerium für Staatssicherheit benutzte dafür Decknamen wie „Aktion Ungeziefer" und „Kornblume“. Die Filmemacher Peter Grimm und Eckart Reichl sowie der Regionalhistoriker Bruno Leister haben sich in der Rhön auf Spurensuche begeben, um mit Zeitzeugen und Angehörigen ins Gespräch zu kommen. In ihrem Film schildern sie unter anderem das Schicksal der Familie Fink, die sich gegen die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft wehrte. Die Staatsmacht reagierte, indem sie den Vater und einen Sohn gegen deren Willen gewaltsam in den Westen abschoben. Die in der DDR verbliebenen Familienmitglieder wurden wenig später nach Sachsen zwangsumgesiedelt.
Referent(en)
Peter Grimm
der Journalist und Filmemacher zeigt seinen 50 min. Dokumentarfilm:
Dr. Rita Lüdtke
Leben und Sterben im Speziallager Nr. 9 Fünfeichen - Neubrandenburg
09. Juli 2019
Leben und Sterben im Speziallager Nr. 9 Fünfeichen - Neubrandenburg
Vortrag mit Film
Beschreibung
Ab Juni 1945 wurde das ehemalige Kriegsgefangenenlager „Stalag II A“ in Fünfeichen vom NKWD mit deutschen Häftlingen belegt. Zunächst kamen mutmaßliche Funktionsträger des NS-Regimes aus dem Umland ohne Urteil dorthin, doch zunehmend füllte sich das Lager mit unschuldig verhafteten Opfern der Sowjetdiktatur. Weitere Zugänge gab es aus den Lagern Sachsenhausen, Graudenz und Ketschendorf. Insgesamt 15.400 Menschen, unter ihnen eine hohe Anzahl von Frauen und Kindern ab 12 Jahre, wurden bei unzureichender Ernährung und schlechten hygienischen Bedingungen weggesperrt. Bei der Auflösung des Lagers im November 1948 entließ man 5.200 Überlebende in die Freiheit, 2800 kamen noch in die Lager Buchenwald, Sachsenhausen und Waldheim, aber 4.900 Gefangene waren t o t !
Referent(en)
Dr. Rita Lüdtke
die Leiterin der AG Fünfeichen referiert multimedial zum Thema:
Dr. Christian Booß
Im goldenen Käfig: Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant - die DDR-Anwälte im politischen Prozess
25. Juni 2019
Im goldenen Käfig: Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant - die DDR-Anwälte im politischen Prozess
Buchpräsentation
Beschreibung
In seiner Forschungsarbeit untersucht der langjährige Mitarbeiter der BStU die Tätigkeit der Verteidiger in den politischen Prozessen der Honecker-Ära. Dazu wurden über 1000 Prozess- und Ermittlungsakten ausgewertet. Um diese Akten interpretieren zu können, greift die Studie jedoch weit über diese Prozesse hinaus. Beleuchtet werden die Umstrukturierung der Anwaltschaft in Ostdeutschland seit 1945, die Ausbildung der Anwälte und die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, sie im Sinne des Idealbildes vom »sozialistischen Anwalt« zu beeinflussen.
Referent(en)
Dr. Christian Booß
Vorsitzender des Bürgerkomitees 15. Januar e.V., stellt sein Buch vor:
Dr. Franz Cimpa
Die gefährliche Faszination des Marxismus – gestern und heute
11. Juni 2019
Die gefährliche Faszination des Marxismus – gestern und heute
Vortrag
Beschreibung
Zur Einleitung wird in der utopischen Theorie von Marx die „ewige“ Leistungsgesellschaft charakterisiert, als Gegenteil zum erstrebten Kommunismus. Dessen markanteste Eigenschaften reichen beim Einzelnen von der Abwehr von Leistungsdruck und Verantwortung bis zur Arbeit gleich „Ausbeutung“, bei Staaten von trügerischer Modernität bis zum Verfall von Werten, Anwendung von Gewalt bis Töten, Staatsversagen und Revolutionen. Der Marxismus ist gegensätzlich. Im heutigen Deutschland ist Lernen und Wissen/Können nicht sonderlich erstrebenswert, und das Land ist fortwährend streikgebeutelt. In der DDR war Lernen, Wissen und Können sehr geschätzt, und es gab keinen Streik – aber ...
Referent(en)
Dr. Franz Cimpa
der Marxismus-Forscher referiert zum Thema:
Thomas Lukow
Die SED und ihre MfS-Abteilung Kommerzielle Koordinierung
28. Mai 2019
Die SED und ihre MfS-Abteilung Kommerzielle Koordinierung
Vortrag
Beschreibung
Um u. a. die DDR-Propaganda im westlichen Ausland zu finanzieren oder zur Beschaffung westlicher Hochleistungstechnik benötigte der SED-Staat D-Mark und US-Dollar in Millionenhöhe. Dazu spielte die MfS-Abteilung KoKo unter Leitung des Staatssekretärs im Außenhandelsministerium und ZK-Mitglied Alexander Schalck-Golodkowski eine entscheidende Rolle. Neben der Unterstützung der kommunistischen Parteien weltweit mischte die DDR auch kräftig im internationalen Waffenhandel mit. Meist abgewickelt durch Tarnfirmen wie "Ingenieurtechnischer Außenhandel" oder dem "Landmaschinenbau der DDR". Dieser Teil der Vergangenheit soll an einigen Beispielen vom Referenten Thomas Lukow beleuchtet und diskutiert werden.
Referent(en)
Thomas Lukow
ehemaliger politischer Häftling in Hohenschönhausen und Bautzen, hält multimedial seinen Vortrag:
Dr. Karl-Heinz Bomberg und Katrin Büchel
Splitter im Kopf. Hafterfahrungen in der DDR
14. Mai 2019
Splitter im Kopf. Hafterfahrungen in der DDR
Filmvorführung
Beschreibung
Die Protagonisten des Films: Katrin Büchel, Karl Heinz Bomberg, Siegmar Faust und Thomas Hannemann waren in der DDR wegen "staatsfeindlicher Hetze", "Republikflucht" oder "schwerer Erziehbarkeit" Wochen und Jahre inhaftiert und interniert. Ihr Leben wurde dadurch auf den Kopf gestellt, sie verloren ihre Familien, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz. In diesem Film berichten sie eindrücklich über die Methoden der physischen und psychischen Repression, die Gefühle der Schutzlosigkeit, die "psychischen Schmerzen". Zu den Folgen gehören Depressionen, Klaustrophobien, Misstrauen und psychosomatische Störungen.
Referent(en)
Dr. Karl-Heinz Bomberg
Psychotherapeut, Zeitzeuge und Liedermacher
Katrin Büchel
Fotografin und Zeitzeugin, zeigen den mit ihnen von Jürgen Haase produzierten 45 min. Dokumentarfilm:
Edgar Werner Eisenkrätzer
Flucht aus Cottbus
30. April 2019
Flucht aus Cottbus
Vortrag
Beschreibung
1981 - Nach einem gescheiterten Fluchtversuch aus der DDR soll Eisenkrätzer 3 Jahre hinter sechs Meter hohen Zuchthausmauern verbringen. Doch sein Drang nach Freiheit ist stärker und ihm gelingt der Ausbruch, welcher jedoch nach 6 Tagen Flucht endet. Nach Brandenburg verlegt, versucht er es noch einmal, dort scheitert der Versuch schon früher.
Referent(en)
Edgar Werner Eisenkrätzer
der ehem. DDR-Häftling, u.a. Cottbus und Brandenburg, berichtet über sein abenteuerliches Leben unter dem Titel:
Dr. Matthias Bath
1197 Tage als Fluchthelfer in DDR-Haft
16. April 2019
1197 Tage als Fluchthelfer in DDR-Haft
Buchvorstellung
Beschreibung
Das bereits in 1. Auflage 1987 erschienene Buch, war der erste umfassende Bericht eines westdeutschen Fluchthelfers - von der Durchführung der Aktion und ihrem Scheitern, der Untersuchungshaft beim Staatssicherheitsdienst der DDR und der Strafverbüßung bis zum Freitausch.
"Dieses Buch von Matthias Bath ist ein Rapport, Rückmeldung ins Leben - kundig, knapp, korrekt.“
(aus dem Nachwort von Werner Krüger)
Referent(en)
Dr. Matthias Bath
ehem. Fluchthelfer, stellt sein autobiografisches Buch vor:
Dr. Wieland Niekisch
DIE DEUTSCHE VOLKSPOLIZEI 1945 - 1990. Die 2. politische Einheits-Polizei im 20. Jahrhundert: ENTSTEHUNG, AUFGABEN UND ABWICKLUNG
02. April 2019
DIE DEUTSCHE VOLKSPOLIZEI 1945 - 1990. Die 2. politische Einheits-Polizei im 20. Jahrhundert: ENTSTEHUNG, AUFGABEN UND ABWICKLUNG
Vortrag
Beschreibung
Die Deutsche Volkspolizei (DVP), zuweilen auch als die „älteste Institution der DDR“ bezeichnet, wurde bereits am 1. Juni 1945 von der Sowjetischen Besatzungsmacht eingerichtet. Bis 1952 entstand auf kommunistischer Grundlage eine parteipolitisch eindeutig gebundene, zentralisierte Polizei unter Führung der SED und ihres Innenministers, der gleichzeitig Chef der DVP war.
Referent(en)
Dr. Wieland Niekisch
Leiter des Zentrums für Zeitgeschichte der Polizei Brandenburg, hält seinen Vortrag zum Thema:
Dr. Nancy Aris
Via Knast in den Westen: Das Kaßberg-Gefängnis und seine Geschichte
19. März 2019
Via Knast in den Westen: Das Kaßberg-Gefängnis und seine Geschichte
Buchvorstellung
Beschreibung
Der Sammelband bietet erstmals eine Überblicksdarstellung zum ehemaligen Haftort auf dem Chemnitzer Kaßberg. Die damalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt Karl-Marx-Stadt spielte DDR-weit eine Sonderrolle. Hier saßen all jene Häftlinge ein, die über den Häftlingsfreikauf in die Bundesrepublik verschoben wurden, insgesamt über 32.000 Menschen. Die Beiträge nähern sich dem Thema aus verschiedenen Perspektiven. Der histori-sche Überblick beschreibt den Haftort, seine Rolle im Gefängnissystem der DDR und den Häftlingsfreikauf. Biografische Skizzen ehemaliger Häftlinge geben die Sicht der Betroffenen wieder.

In Kooperation mit dem Sächsische Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Referent(en)
Dr. Nancy Aris
stellv. Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, referiert zu dem von ihr und Clemens Heitmann herausgegebenen Buch:
Dr. Hanna Labrenz-Weiß und Joachim Heise
Staatssicherheit in Nordhausen
05. März 2019
Staatssicherheit in Nordhausen
Buchpräsentation
Beschreibung
Die Erforschung der Kreisdienststellen der Staatssicherheit, eine scheinbar untergeordnete oder auch nebensächliche Thematik im großen Rahmen der Aufarbeitung des SED-Unrechts, ließ zu Unrecht bis heute keine nennenswerte diesbezügliche Forschung aufkommen.
28 Jahre nach dem Zusammenbruch der ehemaligen DDR sollen die gewonnenen Erkenntnisse zur Kreis-dienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit in Nordhausen helfen, zu verstehen, wie die DDR funktionierte und nicht die Stasi in erster Linie das Problem war, sondern die SED!
Referent(en)
Dr. Hanna Labrenz-Weiß
die Wissenschaftliche Mitarbeiterin der BStU stellt das von ihr übersetzte, bearbeitete und herausgegebene Buch vor:
Joachim Heise
Zeitzeuge und Autor aus Thüringen, präsentieren multimedial ihre gemeinsame Dokumentation:
Nathalie Nad-Abonji
„Ihr könnt mich umbringen“ - Fluchtversuch aus dem Jugendwerkhof Torgau
19. Februar 2019
„Ihr könnt mich umbringen“ - Fluchtversuch aus dem Jugendwerkhof Torgau
Hörspiel
Beschreibung
Es geschieht im Sommer 1989 kurz vor dem Mauerfall: Fünf Jugendliche sind eingesperrt im Jugendwerkhof Torgau. Sie ertragen den Drill, die Demütigungen und Schikanen nicht mehr und schmieden einen Fluchtplan. Dafür soll sich einer von ihnen tot stellen. Aber er will nicht nur tot daliegen, er will wirklich sterben. Sein Lebenswille ist gebrochen. Dabei ist er erst 16 Jahre alt. Zeitzeugen und Reporter erzählen die Geschichte einer Verzweiflungstat im brutalsten Umerziehungsheim der DDR, welches direkt dem Ministerium für Volksbildung und damit Margot Honecker unterstand. Während seines Bestehens von 1964 bis 1989 wurden über 4.000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren “umerzogen“.
Referent(en)
Nathalie Nad-Abonji
die Schweizer Journalistin stellt die von ihr produzierte Hörfunkreihe vor:
Anna Barbara Kastelewicz
Musik in den sowjetischen Speziallagern
05. Februar 2019
Musik in den sowjetischen Speziallagern
Vortrag
Beschreibung
Von 1945 bis 1950 inhaftierte die sowjetische Besatzungsmacht insgesamt weit über 120.000 Personen in 10 sogenannten Speziallagern mit totaler Isolation der Gefangenen gegenüber der Außenwelt. Jede sinnvolle geistige Tätigkeit war streng verboten. Trotz des Verbots gab es vielfältige heimliche, teils geduldete musikalische und andere kulturelle Betätigungen der Häftlinge (Singen, selten Musizieren mit behelfsmäßigen Instrumenten, Vorträge, Gedichte, Kunsthandwerk (etc.), um vor allem der geistigen Verödung zu entgehen. Im (offensichtlichen oder scheinbaren) Widerspruch zu diesem Verbot gab es die offizielle „Kultura“ und in deren Rahmen u. a. Konzerte und Theateraufführungen von Häftlingen.
Referent(en)
Anna Barbara Kastelewicz
die Violinistin, Konzertmeisterin und Musikwissenschaftlerin hält ihren Vortrag mit Musik zum Thema:
Kerstin Nickig
Moskau. Lubjanka. Ein Platz mit Geschichte
22. Januar 2019
Moskau. Lubjanka. Ein Platz mit Geschichte
Film
Beschreibung
Hier wurde das Denkmal des Gründers des ersten Geheimdienstes nach der Revolution Felix Dserschinski gestürzt, hier errichteten Bürgerrechtler den Solowetski-Stein, den ersten Gedenkstein für die Opfer politischer Verfolgung in der Sowjetunion. Die Repressionen des sowjetischen Staates sind bis heute nur bruchstückhaft aufgearbeitet. Unter Präsident Putin, der selbst aus dem System KGB stammt, wird zwar der Opfer gedacht, die Täterdiskussion bleibt jedoch weitestgehend aus. Kerstin Nickig trifft auf dem Platz sehr verschiedene Menschen, deren Vergangenheit und Gegenwart mit einer bestimmten Adresse an diesem Ort verbunden sind.
Referent(en)
Kerstin Nickig
die Berliner Filmemacherin zeigt ihren aktuellen 60 min. Dokumentarfilm:
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