Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungsarchiv

VeranstaltungstitelDatum
Hinrich Rohbohm
Der verdeckte Kommunismus
14. November 2017
Der verdeckte Kommunismus
Vortrag
Beschreibung
Der Kommunismus ist tot. Das jedenfalls hat sich in den Köpfen unserer Gesellschaft nach der sogenannten Wende von 1989 festgesetzt. Folge dieser Einschätzung war die Aufgabe von Wachsamkeit gegenüber einer Ideologie, die Millionen von Menschen einsperrte, folterte und ermordete. Diese Verharmlosung einer den Werten der Freiheit absolut feindlich gegenüber stehenden Weltanschauung ermöglichte ihren Anhängern in Politik, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien einen fulminanten Aufstieg, wie er in den westlichen Staaten vor der "Friedlichen Revolution" nicht möglich gewesen wäre. Ein Aufstieg, der auf schleichende Art und Weise dazu führte, daß unsere Prinzipien von Freiheit und Demokratie uminterpretiert und in zunehmendem Maße bedroht sind.
Referent(en)
Hinrich Rohbohm
der Journalist referiert zum Thema:
Dr. Ulrich Mählert
DER KOMMUNISMUS IN SEINEM ZEITALTER
01. November 2017
DER KOMMUNISMUS IN SEINEM ZEITALTER
Ausstellungseröffnung
Beschreibung
Eine Ausstellung von Gerd Koenen, herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum.

Im Februar 1917 begann mit dem Sturz des Zaren die Russische Revolution. Die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen die Bolschewiki unter der Führung Lenins in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, nach der Macht. Ihr zur Oktoberrevolution mystifizierter Putsch war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der „Kommunistischen Internationale“ von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten.
Referent(en)
Dr. Ulrich Mählert
Leiter des Arbeitsbereichs Wissenschaft und Internationale Zusammenarbeit bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, eröffnet die Plakat-Ausstellung:
Ulrich Schacht
NOTRE DAME
17. Oktober 2017
NOTRE DAME
Lesung
Beschreibung
Sein Leben lang hat Torben Berg, der Protagonist des Romans, den Fall der Mauer herbeigesehnt, dafür gekämpft. Doch als es endlich soweit ist, wird er von einer zerstörerischen Leidenschaft überwältigt.
Paris, Ende 1991. Der deutsche Journalist ist in die französische Hauptstadt geflogen. Genau hier widerfuhr Berg anderthalb Jahre zuvor das größte Liebesglück und größte Liebesleid. Damals begleitete ihn die junge Studentin Henrike Stein aus Leipzig, die Berg nach einem Konzert Wolf Biermanns Ende 1989 kennengelernt hatte. Es begann eine gewaltige, eine erotische Liebe, die sich gleichwohl immer mehr verdunkelte und deren Schatten bis nach Paris ins Jahr 1991 reichen. Hier muss Torben Berg einen neuen Horizont finden, der sich endlich wieder aufzuhellen beginnt.
Referent(en)
Ulrich Schacht
(Schweden) liest aus seinem im Aufbau Verlag 2017 erschienenen Roman:
Dr. Jutta Begenau
Staatssicherheit an der Charité
04. Oktober 2017
Staatssicherheit an der Charité
Buchpräsentation
Beschreibung
Der IM „Harald Schmidt“ und die „Sicherheitspolitik von Partei und Regierung“ an der Charité 1972 bis 1987

In den siebziger Jahren brachte die Staatssicherheit die Charité zunehmend unter ihre Kontrolle. Dabei konnte sie sich nicht nur auf die Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) und die Partei stützen, sondern ebenso auf die Leitungsebene von Charité und Humboldt-Universität, es entstand eine geheimpolizeiliche Parallelwelt. Das erschließt ein exemplarischer Einzelfall: der IM „Harald Schmidt“. Als junger Funktionär der FDJ wurde Helmut Weidmann IM. Denunziation und Verrat eröffneten ihm eine Stasikarriere. Doch neben Überwachung und Bespitzelung gab es an dem Klinikum auch Anstand, Eigensinn und zivilen Ungehorsam und damit Grenzen der Macht der Stasi.
Referent(en)
Dr. Jutta Begenau
die Soziologin präsentiert ihr Buch:
Dr. Helmut Müller-Enbergs [Hg.]
Spione und Nachrichtenhändler. Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939-1989
19. September 2017
Spione und Nachrichtenhändler. Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939-1989
Buchvorstellung
Beschreibung
das Kapitel "Die Spione der DDR-Staatssicherheit"

Sie waren politische Überzeugungstäter, gerissene Geschäftsleute oder zufällig Hineingeratene: die Akteure des nachrichtendienstlichen Geschäftes während des Kalten Krieges. Dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte wurde bisher nur aus der Perspektive der ost- und westdeutschen Geheimdienstprominenz beleuchtet - doch die zahlreichen Personen in ihrem Schatten sind ebenso wichtige Protagonisten, wobei viele ihre Karrieren bereits im Nationalsozialismus begannen. Anhand der neuesten zeitgeschichtlichen Forschung geben ausgewiesene Autoren diesen Hintermännern ein Gesicht und zeigen in zehn aufschlussreichen Porträts, wie sie die jeweilige Geheimdienstarbeit geprägt haben.
Referent(en)
Dr. Helmut Müller-Enbergs [Hg.]
(Prof. Syddansk Universitet) präsentiert aus dem Werk:
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
ANDERSFREMD
05. September 2017
ANDERSFREMD
Buchvorstellung
Beschreibung
Der 1943 in Leipzig geborene Autor berichtet vom Überleben unter widrigen Umständen, von sozialistischen Volksbeglückungsphantasien aus dem Blickwinkel des kleinen Mannes, der sich trotz Gefängnishaft wegen Wehrdienstverweigererung und anderen Widrigkeiten nicht unterkriegen lässt. Nach seiner Ausbildung als Schauspieler, dem Studium der Philologie, Germanistik und Psychologie, folgt 1968 die Emigration nach Ungarn, 1973 dann nach Frankfurt am Main.
»Paetzkes Prosa ist ein anekdotenhaftes Sinnieren über das grausame 20. Jahrhundert. Das Merkwürdige und Einzigartige daran ist eine komplexe Einbettung des autobiographischen Stoffs in die Historie und Literatur der mitteleuropäischen Landschaft, wodurch eine Art privater, ja, intimer Chronik entsteht.« György Dalos
Referent(en)
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
der ehem. pol. Cottbus-Häftling, Autor und Übersetzer stellt sein neues autobiografisches Werk vor:
Dr. Nancy Aris
Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich
22. August 2017
Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich
Buchpräsentation
Beschreibung
Über Jahre haben Mitarbeiter des Sächsischen Landesbeauftragten Interviews mit Menschen geführt, darunter Margot Jann und Wolfgang Lehmann, die Opfer politischer Gewalt wurden. Sie saßen in sowj. Speziallagern, wurden aus ihrer Heimat an der innerdeutschen Grenze vertrieben, kamen wegen Flugblättern, Protestaktionen oder Fluchtversuchen hinter Gitter. Aus den aufwändigen Befragungen destillierte Nancy Aris die Essenz. Entstanden sind über dreißig Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor- und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen auch sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab. Zahlreiche Fotos und Dokumente illustrieren die Beiträge.
Referent(en)
Dr. Nancy Aris
stellv. Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, referiert zu ihrem Buch:
Kerstin Nickig
Die Macht der Erinnerung – Gulaggedenken in Russland
08. August 2017
Die Macht der Erinnerung – Gulaggedenken in Russland
Filmvorführung
Beschreibung
Das Filmteam besuchte die einzige GULAG-Gedenkstätte Russlands, die sich auf dem Gelände eines authentischen Straflagers für politische Gefangene befindet: Perm-36. Die Gedenkstätte wurde 1994 von ehemaligen politischen Gefangenen und kritischen Historikern aus dem Umfeld von MEMORIAL gegründet und ist nun zum Zentrum eines heftigen gesellschaftlichen Konfliktes um die “richtige” Darstellung von Geschichte geworden: Waren die Häftlinge des Lagers Perm-36 zu Recht verurteilte Vaterlandsverräter oder Opfer eines Unrechtsregimes? Seit die Gedenkstätte 2015 ihren Gründern aus der Hand genommen und verstaatlicht wurde, wird sie konzeptionell neu ausgerichtet. Nun kommen auch die Lageraufseher zu Wort.
Referent(en)
Kerstin Nickig
(Regisseurin) zeigt ihren 45 min. Dok.-Film über die Gedenkstätte Perm 36:
Dr. Anna Kaminsky
Frauen in der DDR
25. Juli 2017
Frauen in der DDR
Buchpräsentation
Beschreibung
Wie lebten Frauen in der DDR? Im Rückblick erscheinen sie oft wie »siebenarmige Göttinnen«, die es offenbar spielend schafften, Berufstätigkeit, Mutterschaft und Emanzipation unter einen Hut zu bringen und bei alldem fröhlich durchs Leben zu gehen. Ihnen standen viele Wege offen, da, so die offizielle Lesart, der Staat vorbildlich für »seine Frauen« sorgte. Frauen in der DDR waren aber zugleich zwischen all ihren Rollen zerrissen - wie die Heldinnen aus den Erzählungen von Brigitte Reimann oder Maxie Wander, die sich gegen die ihnen gesetzten Grenzen auflehnten, und oftmals scheiterten. Die Autorin wagt einen Gesamtblick auf die Situation der Frauen, der das politische Leben genauso einschließt wie das berufliche und das private.
Referent(en)
Dr. Anna Kaminsky
Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, stellt ihr im Ch. Links Verlag erschienenes Buch vor:
Ivan Kulnev
Das sowjetische Experiment
11. Juli 2017
Das sowjetische Experiment
Ausstellungseröffnung
Beschreibung
Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution und 80. Jahrestag des „Großen Terrors“ in der UdSSR in neuen Collagen aus zeitgenössischem und historischem Bild- und Textmaterial

Der vielseitig gebildete Künstler Ivan Kulnev verfolgt das Ziel, den Betrachter zur Reflexion, zur kritischen Analyse und zum Nachdenken über das sowjetische Experiment, seine Entstehung sowie die Ursachen seiner Langlebigkeit und seines Scheiterns zu bewegen. Der intermediale Charakter der Collagetechnik mit der Möglichkeit, eine Vielzahl von Quellen zu nutzen, gibt dem Betrachter - seiner Überzeugung nach - die ideale Möglichkeit, sich in den komplexen historischen Zusammenhängen zu orientieren, diese zu verstehen und gegebenenfalls Parallelen zur Gegenwart zu ziehen und in die Zukunft zu denken.
Referent(en)
Ivan Kulnev
Bildender Künstler und Historiker aus Berlin, eröffnet seine Ausstellung:
Dr. Franziska Kuschel
Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
27. Juni 2017
Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
Buchvorstellung
Beschreibung
(Wallstein Verlag 2016)

Die DDR konnte sich nur im geringen Maße gegenüber den gesamten westlichen Medien abschotten. Franziska Kuschel untersucht zum einen die Strategien des Staates, den Konsum westlicher Medien zu verhindern oder wenigstens zu kontrollieren und einzudämmen, die vor allem in den 1950er und 60er-Jahren die Kriminalisierung der sogenannten 'geistigen Grenzgänger' einschlossen. Zum anderen nimmt sie Strategien der Mediennutzer, diesem Druck zu begegnen und auszuweichen unter die Lupe. Erstmals wird so das Wechselverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle und der eigensinnigen Aneignung der Medien analysiert.
Referent(en)
Dr. Franziska Kuschel
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, stellt ihr Buch vor:
Uwe Kolbe
BRECHT. Rollenmodell eines Dichters
13. Juni 2017
BRECHT. Rollenmodell eines Dichters
Buchvorstellung
Beschreibung
»Brecht war die Legitimation, warum man für die DDR sein konnte. Weil Brecht da war, musste man dableiben.« Heiner Müller

Lederjacke, Zigarre, Kurzhaarschnitt – Brechts Selbstinszenierungen sind mindestens so kanonisch wie seine Texte. Wie aber konnte so ein Großer der Moderne sich mit der Schäbigkeit eines grauen und oft grauenhaften Staats wie der DDR arrangieren? Und wie ist zu erklären, dass das von Brecht vor-gegebene Rollenmodell des kritischen Intellektuellen bis heute fortwirkt? Mit seinem fulminanten Essay liefert Uwe Kolbe nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Rolle des Dichters in geschlossenen Gesellschaften. Er wirft darüber hinaus auch die hochaktuelle, beunruhigende Frage auf, inwiefern selbst weitgehende künstlerische Kritik die Macht der Unfreiheit legitimieren kann.
Referent(en)
Uwe Kolbe
Schriftsteller aus Hamburg, stellt seine Streitschrift zu dem DDR-Vorzeigedichter vor:
Jutta Voigt
Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens
30. Mai 2017
Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens
Buchvorstellung
Beschreibung
Im Mittelpunkt steht eine Boheme, die ein elementa-res Interesse verfolgte: das andere Leben. In den frühen DDR-Jahren mit rebellischem Elitebewusstsein und Aufbruchspathos, zunehmend kritisch und reformerisch in den Siebzigern, distanziert bis gleichgültig in den Achtzigern. Die Künstler – von Brecht bis Müller, von Hacks bis Wawerzinek, von Berlau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger – wollten nur eins: als Individuen existieren, unkontrolliert sie selber sein dürfen.
Referent(en)
Jutta Voigt
Autorin aus Berlin, stellt ihr im Aufbau Verlag 2016 erschienenes Sachbuch vor:
Thomas Schaufuß
Ferienfreizeit mit Spiel, Sport und Abenteuer
16. Mai 2017
Ferienfreizeit mit Spiel, Sport und Abenteuer
Buchpräsentation
Beschreibung
Kinder- und Jugendsozialtourismus, das Betriebsferienlager in der DDR und ihre Vorläufer

Moderation: Detlef W. Stein (OEZB-Verlagsleiter)

Der Jugendsozialtourismus ist ein wichtiges Instrument, allen Bevölkerungsgruppen einer Gesellschaft den Zugang zum Tourismus zu gewähren. Finanzielle Barrieren werden überwunden, um Kindern und Jugendlichen erholsame Urlaubserlebnisse zu schaffen und soziale Spaltungen der Gesellschaft zu vermeiden. Die Bildung der Jugendlichen wird durch den kulturellen Austausch, durch Toleranz und Wissensvermittlung für alle sozialen Schichten aktiviert. Sozialtourismus schafft Arbeit, darf nicht politisiert werden und ist auch in der Zukunft ein Baustein pädagogischer und humanistischer Ziele, um Erholungs- und Reiseerlebnisse für die Heranwachsenden zu schaffen.
Der Autor erläutert die historische Entwicklung des Sozialtourismus anhand von Kinderferienlagern, die Sonderform – das Betriebsferienlager in der DDR – wird durch interessante Einblicke und Analysen aufgehellt. Der DDR-Betrieb als Tourismusveranstalter leistete im Auftrag des Staates eine Lohnersatzleistung in Form von betrieblichen Sozialleistungen für die Kinder seiner Mitarbeiter, das Betriebsferienlager hatte in den Kombinaten und Betrieben eine herausragende Bedeutung.
Referent(en)
Thomas Schaufuß
der Autor präsentiert zur Buchpremiere des OEZ BERLIN-VERLAGES:
Marco Wilms
EIN TRAUM IN ERDBEERFOLIE. Die Mode- und Überlebenskünstler Ostberlins
02. Mai 2017
EIN TRAUM IN ERDBEERFOLIE. Die Mode- und Überlebenskünstler Ostberlins
Filmvorführung
Beschreibung
Der Film unternimmt eine Reise in die wilde Parallelwelt Ostberlins. Denn es gab eine Phantasiewelt inmitten des restriktiven DDR-Alltags: Hier konnte man aus der Reihe tanzen, individuell und provokant sein. Wichtigstes Merkmal der Szene war der persönliche Style, den konnte man nicht kaufen, sondern musste ihn selber basteln. Der Film erzählt von den Sehnsüchten, Leidenschaften und Träumen, die im Schatten der Mauer erprobt, gelebt und inszeniert wurden.
Referent(en)
Marco Wilms
(Regisseur) zeigt seinen 89 min. Berlinale-Dokumentarfilm von 2009
Susanne Schädlich
„Briefe ohne Unterschrift“: Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte
18. April 2017
„Briefe ohne Unterschrift“: Wie eine BBC-Sendung die DDR herausforderte
Buchvorstellung
Beschreibung
Albrecht Knaus Verlag, 2017

Sie schreiben Briefe und gehen ein hohes Risiko ein. Adressat: BBC London. 1949 startet die britische Rundfunksendung „Briefe ohne Unterschrift“. Anonyme Zuschriften von DDR-Bürgern werden darin verlesen, immer am Freitagabend, über 25 Jahre lang. Susanne Schädlich entdeckte diese einzigartigen Zeitdokumente und erzählt nun von den britischen Journalisten, die so lange der DDR die Stirn boten. Vor allem aber setzt sie den mutigen Absendern ein Denkmal, die der gnadenlosen Nachverfolgung durch die Stasi zum Opfer fielen – unter ihnen ein Junge aus Greifswald ...
Referent(en)
Susanne Schädlich
die prominente Berliner Schriftstellerin stellt ihr Tatsachenbuch vor:
Ulrich Grasnick und Almut Armelin
Gedenkfeier zum 100. Geburtstag von Johannes Bobrowski (1917 – 1965)
04. April 2017
Gedenkfeier zum 100. Geburtstag von Johannes Bobrowski (1917 – 1965)
Gedenkveranstaltung
Beschreibung
„Ich selber werde mich nicht auf ostdeutsch firmieren lassen, sowenig wie auf ›heimlich westdeutsch‹. Entweder ich mach deutsche Gedichte oder ich lern Polnisch.“ Johannes Bobrowski

Johannes Bobrowski wurde 1917 als Sohn eines Eisenbahnbeamten in Tilsit geboren. Nach dem Abitur in Königsberg studierte er Kunstgeschichte in Berlin, wurde jedoch 1939 einberufen. Im Russlandfeldzug entstanden seine ersten Gedichte. Erst 1949 kehrte er aus der sowjetischen Kriegsgefangenschaft nach Ostberlin zurück, wo er als Lektor arbeitete. Seine ersten Gedichte erschienen einzeln ab 1955. 1961 - ein Jahr nach seinem ersten Auftritt in Westdeutschland auf Einladung der Gruppe 47 - folgte der erste Band "Sarmatische Zeit". Johannes Bobrowski starb mit nur
48 Jahren 1965 in Berlin.
Referent(en)
Ulrich Grasnick
Almut Armelin
Pfarrer Dietmar Linke
Bedrohter Alltag: Als Pfarrer im Fokus des MfS
21. März 2017
Bedrohter Alltag: Als Pfarrer im Fokus des MfS
Buchvorstellung
Beschreibung
Vorwort: Karl Wilhelm Fricke

Das neue Buch ist nicht nur von biografischem Interesse, sondern auch ein Zeugnis christlicher Selbstbehauptung und Opposition und damit ein belangvoller Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit. Dietmar Linke war Zeitzeuge speziell der ersten Jahre nach dem Machtwechsel von Walter Ulbricht zu Erich Honecker, der mit mancher Hoffnung auf inneren Wandel der DDR verbunden war. Erst die dramatische Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz am 18. August 1976 auf dem Marktplatz in Zeitz, ein verzweifelter Protest gegen die Unterdrückung der Kirche, warf ein grelles Schlaglicht auf die Wirklichkeit im Staat-Kirche-Verhältnis der DDR. Daran zu erinnern, ist in einer Zeit nostalgischer Verklärung und postdiktatorischer Schönfärberei sinnvoll und notwendig.
Referent(en)
Pfarrer Dietmar Linke
liest aus seinem im Geest-Verlag erschienenen Buch:
Gabriel Berger
Umgeben von Hass und Mitgefühl. Die Autonomie polnischer Juden im ehemals deutschen Niederschlesien nach 1945
07. März 2017
Umgeben von Hass und Mitgefühl. Die Autonomie polnischer Juden im ehemals deutschen Niederschlesien nach 1945
Buchvorstellung
Beschreibung
In der von den Deutschen weitgehend verlassenen Region Niederschlesien entstand für kurze Zeit eine „jüdische Republik“, mit eigener Verwaltung, eigenen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Strukturen und Jiddisch als Verkehrssprache. Es sollte eine Alternative zur zionistischen Ansiedlung von Juden in Palästina werden. Das Projekt wurde von der neuen Staatsmacht zunächst unterstützt. Es scheiterte aber an der durch Pogrome ausgelösten Flucht von Juden aus Polen, an der Gleichschaltung der Gesellschaft, dem polnischen Nationalismus sowie an der durch Stalin initiierten antisemitischen Welle im gesamten Ostblock.
Referent(en)
Gabriel Berger
der Physiker, ehem. Cottbus-Häftling und Buchautor stellt sein neues Buch vor:
Jochen Stern
Die ewige Morgenröte, Teil I - Der Aufbruch
21. Februar 2017
Die ewige Morgenröte, Teil I - Der Aufbruch
Buchpräsentation
Beschreibung
Im ersten Band seines Anfang 2017 erscheinenden Werks geht es um den Versuch der jungen Nachkriegsgeneration in der Sowjetischen Besatzungszone, am Wiederaufbau und dem demokratischen Aufbruch ab Mai 1945 in einer Stadt wie Frankfurt/Oder mitzuwirken. Doch der Anfangselan wandelt sich nach Gründung der SED, die ihre Alleinherrschaft erzwingt, bald zur großen Enttäuschung. Denn sie benutzt die demokratischen Bestrebungen der jungen Menschen nur als Etikett. Aus dem Aufbruch wird ein Umbruch, aus der Opposition der Widerstand. Erstmalig wird auch das Handeln der Sowjetmacht geschildert, die natürlich den Marionettenspieler gibt. Alle darin enthaltenen Geschehnisse sind authentisch, die Schicksale der Personen teilweise fiktiv. Der II. Teil "Das Leben ist kein Spiel" des Romans erscheint Ende 2017.
Referent(en)
Jochen Stern
Schauspieler, Jurist, Autor und ehem. politischer Bautzen-Häftling (1947-54) kommt zu seiner Buchpräsentation:
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