Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungsarchiv

VeranstaltungstitelDatum
Freya Klier
„Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ - Frauen in der DDR
20. Februar 2018
„Wenn Mutti früh zur Arbeit geht“ - Frauen in der DDR
Film
Beschreibung
Waren Frauen in der DDR wirklich gleichberechtigt - oder lediglich auf dem Papier? Berufstätigkeit, Kind, Familie, erfüllte Partnerschaft, Selbstverwirklichung... waren das nicht ein paar Bälle zu viel, mit denen Frauen täglich jonglieren mussten? Am Spannungsverhältnis Berufstätigkeit und Kinderbetreuung scheiden sich bis heute die Geister. In Intervallen kocht das Thema hoch und damit auch die Emotionen: Kritik am Frauenprogramm der DDR mündet oft in undifferenzierte Verteidigung. Geht es gar um Kinder, stehen sich noch zusätzlich Ost und West gegenüber. Und wo blieben die Männer? Die Filmemacherinnen Freya Klier und Nadja Klier haben Frauen aus verschiedenen DDR-Generationen um ihre Erinnerungen gebeten, aus Stadt und Land.
Referent(en)
Freya Klier
die Regisseurin und Autorin zeigt ihren 45 min. Dokumentarfilm:
Heiner Sylvester und Ulrich Schwarz
IM GESPRÄCH ZU: „Vorsätzliche Vergiftung deutsch-deutscher Beziehungen“
06. Februar 2018
IM GESPRÄCH ZU: „Vorsätzliche Vergiftung deutsch-deutscher Beziehungen“
Gespräch
Beschreibung
Ulrich Schwarz (Jg. 1936) war in den 70er und 80er Jahren als couragierter Korrespondent in Ost-Berlin tätig. Anfang 1978 wurde das SPIEGEL-Büro für sieben Jahre von den DDR-Behörden geschlossen. Schwarz hatte ein Manifest der SED-internen Opposition veröffentlicht, woraufhin ihm das MfS „böswillige Verleumdung" und „vorsätzliche Vergiftung deutsch-deutscher Beziehungen" vorwarf. Und er war es auch, der die am 9. Oktober 1989 von Siegbert Schefke heimlich gedrehten Aufnahmen der Montagsdemonstration in Leipzig über die Grenze in den Westen schmuggelte.
Referent(en)
Heiner Sylvester
Filmregisseur
Ulrich Schwarz
ehem. DDR-Korrespondent DER SPIEGEL
Boris Luis Santa Coloma und Antonio Rodiles
MACHTÜBERGABE IN KUBA - Das Ende der Ära der Castro
23. Januar 2018
MACHTÜBERGABE IN KUBA - Das Ende der Ära der Castro
Vortrag
Beschreibung
Im Januar 2018 werden in Kuba die Weichen neu gestellt. Raúl Castro übergibt das Zepter der Macht an Miguel Díaz Canel, den Vertreter einer jüngeren Generation. Zum ersten Mal in fast 60 Jahren wird dann Kuba von jemandem regiert, der nicht zur Castro-Familie gehört. Werden jetzt die ersehnten grundlegenden Reformen in Kuba endlich stattfinden oder bleibt alles beim Alten? Als Vertreter der kubanischen Bürgerrechtsbewegung hofft RODILES, dass der Machtwechsel in Havanna eine Wende zum Besseren mit sich bringt. Anschließend wird das Projekt Kuba Magazin vorgestellt. Die Webseite soll die deutsche Öffentlichkeit informieren.
Referent(en)
Boris Luis Santa Coloma
Journalist und Kuba-Experte
Antonio Rodiles
der kubanische Bürgerrechtler berichtet Live aus Havanna via Telefon zum Thema:
Dr. Alina Laura Tiews
Fluchtpunkt Film. Integrationen von Flüchtlingen und Vertriebenen durch den ost- und westdeutschen Nachkriegsfilm 1945–1990
09. Januar 2018
Fluchtpunkt Film. Integrationen von Flüchtlingen und Vertriebenen durch den ost- und westdeutschen Nachkriegsfilm 1945–1990
Buchpräsentation
Beschreibung
be.bra verlag 2017

In der Studie von Alina Laura Tiews werden nicht nur die Filme aus Ost und West selbst ausgewertet, sondern ebenso unveröffentlichtes Archivmaterial zu deren Produktions- und Rezeptionsgeschichte. So weist die Untersuchung nach, wie populäre Spiel- und Fernsehfilme die unterschiedlichen Diskurse in DDR und Bundesrepublik mitgestalteten und zur Integration der deutschen Flüchtlinge und Vertriebenen in die Nachkriegsgesellschaften beitrugen. Bei allen Unterschieden zeigen sich dabei auch überraschende Ähnlichkeiten im filmischen Umgang mit dem Thema in beiden deutschen Staaten.
Referent(en)
Dr. Alina Laura Tiews
Historikerin von der Universität Hamburg, präsentiert multimedial das Thema ihres Sachbuchs:
Erna Wormsbecher
STALIN, NÄHMASCHINE UND ICH
12. Dezember 2017
STALIN, NÄHMASCHINE UND ICH
Lesung
Beschreibung
Die in Sibirien geborene Autorin schildert mit tief ergreifenden Worten das Leben ihrer Familie als Deutsche in Russland. Deren „zu Hause“ lag bis zum Ausbruch des II. Weltkriegs und dem Deportationsbefehl Stalins vom 28.08.1941 im Gebiet der Wolgadeutschen Republik. Wie viele andere waren auch ihre Ahnen dem Ruf von Katharina der Großen dorthin gefolgt und lebten gut von ihrer Hände Arbeit bis zur „Oktoberrevolution“ sowie dem folgenden Bürgerkrieg. Nach dem Kugelhagel kamen Plünderungen durch Banden, später die schrecklichen Hungerjahre 1921 und 1933, darauf die Zwangskollektivierung. Den einzigen Ausweg in Notzeiten bot nur Mamas Nähmaschine der Marke SINGER.

Musikalische Umrahmung: Laila Popiolek und Vanessa Stein.
Im Anschluss Beisammensein mit Punsch und Gebäck!
Referent(en)
Erna Wormsbecher
die russland-deutsche Autorin liest aus ihrem autobiografischen Buch:
Thomas Reschke
BLUT UND FEUER von Artjom Wesjoly
28. November 2017
BLUT UND FEUER von Artjom Wesjoly
Buchvorstellung
Beschreibung
Die volle Wahrheit des gewöhnlichen Lebens während der Oktoberrevolution und des anschließenden Bürgerkriegs zu zeigen – das war das große Ziel Artjom Wesjolys. Sein Held Maxim Kushel, Soldat und später Rotarmist, gerät in den Strudel der Ereignisse, die das Land wie ein Wirbelsturm verwüsten. Er erzählt vom Wirrwarr und Chaos des revolutionären Umbruchs, vom roten und weißen Terror danach. Unter dem Titel „Russland in Blut gewaschen“ erschien das Buch von 1932 bis 1936 mehrfach in verschiedenen Textfassungen als Fragment. Thomas Reschkes Übersetzung folgt der Fassung von 1936, der letzten, die der Autor vor seiner Verhaftung 1937 selbst betreute. Sie wird ergänzt durch Textpassagen, die damals der Zensur zum Opfer fielen. Erst 1958 wurde der Roman, allerdings mit noch weiteren Streichungen, wieder in der Sowjetunion gedruckt.
Referent(en)
Thomas Reschke
der bedeutende Übersetzer stellt das von ihm übertragene Buch vor:
Hinrich Rohbohm
Der verdeckte Kommunismus
14. November 2017
Der verdeckte Kommunismus
Vortrag
Beschreibung
Der Kommunismus ist tot. Das jedenfalls hat sich in den Köpfen unserer Gesellschaft nach der sogenannten Wende von 1989 festgesetzt. Folge dieser Einschätzung war die Aufgabe von Wachsamkeit gegenüber einer Ideologie, die Millionen von Menschen einsperrte, folterte und ermordete. Diese Verharmlosung einer den Werten der Freiheit absolut feindlich gegenüber stehenden Weltanschauung ermöglichte ihren Anhängern in Politik, Verwaltung, Justiz, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien einen fulminanten Aufstieg, wie er in den westlichen Staaten vor der "Friedlichen Revolution" nicht möglich gewesen wäre. Ein Aufstieg, der auf schleichende Art und Weise dazu führte, daß unsere Prinzipien von Freiheit und Demokratie uminterpretiert und in zunehmendem Maße bedroht sind.
Referent(en)
Hinrich Rohbohm
der Journalist referiert zum Thema:
Dr. Ulrich Mählert
DER KOMMUNISMUS IN SEINEM ZEITALTER
01. November 2017
DER KOMMUNISMUS IN SEINEM ZEITALTER
Ausstellungseröffnung
Beschreibung
Eine Ausstellung von Gerd Koenen, herausgegeben von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Deutschen Historischen Museum.

Im Februar 1917 begann mit dem Sturz des Zaren die Russische Revolution. Die Hoffnung auf eine Demokratisierung Russlands sollte sich nicht erfüllen. Im Oktober 1917 griffen die Bolschewiki unter der Führung Lenins in Petrograd, dem heutigen Sankt Petersburg, nach der Macht. Ihr zur Oktoberrevolution mystifizierter Putsch war die Geburtsstunde des Kommunismus, der zur größten und tiefgreifendsten Massenbewegung des 20. Jahrhunderts wurde. In der ganzen Welt entstanden Parteien, die als Teil der „Kommunistischen Internationale“ von ihren Mitgliedern totale Hingabe und absolute Disziplin verlangten.
Referent(en)
Dr. Ulrich Mählert
Leiter des Arbeitsbereichs Wissenschaft und Internationale Zusammenarbeit bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, eröffnet die Plakat-Ausstellung:
Ulrich Schacht
NOTRE DAME
17. Oktober 2017
NOTRE DAME
Lesung
Beschreibung
Sein Leben lang hat Torben Berg, der Protagonist des Romans, den Fall der Mauer herbeigesehnt, dafür gekämpft. Doch als es endlich soweit ist, wird er von einer zerstörerischen Leidenschaft überwältigt.
Paris, Ende 1991. Der deutsche Journalist ist in die französische Hauptstadt geflogen. Genau hier widerfuhr Berg anderthalb Jahre zuvor das größte Liebesglück und größte Liebesleid. Damals begleitete ihn die junge Studentin Henrike Stein aus Leipzig, die Berg nach einem Konzert Wolf Biermanns Ende 1989 kennengelernt hatte. Es begann eine gewaltige, eine erotische Liebe, die sich gleichwohl immer mehr verdunkelte und deren Schatten bis nach Paris ins Jahr 1991 reichen. Hier muss Torben Berg einen neuen Horizont finden, der sich endlich wieder aufzuhellen beginnt.
Referent(en)
Ulrich Schacht
(Schweden) liest aus seinem im Aufbau Verlag 2017 erschienenen Roman:
Dr. Jutta Begenau
Staatssicherheit an der Charité
04. Oktober 2017
Staatssicherheit an der Charité
Buchpräsentation
Beschreibung
Der IM „Harald Schmidt“ und die „Sicherheitspolitik von Partei und Regierung“ an der Charité 1972 bis 1987

In den siebziger Jahren brachte die Staatssicherheit die Charité zunehmend unter ihre Kontrolle. Dabei konnte sie sich nicht nur auf die Inoffiziellen Mitarbeiter (IM) und die Partei stützen, sondern ebenso auf die Leitungsebene von Charité und Humboldt-Universität, es entstand eine geheimpolizeiliche Parallelwelt. Das erschließt ein exemplarischer Einzelfall: der IM „Harald Schmidt“. Als junger Funktionär der FDJ wurde Helmut Weidmann IM. Denunziation und Verrat eröffneten ihm eine Stasikarriere. Doch neben Überwachung und Bespitzelung gab es an dem Klinikum auch Anstand, Eigensinn und zivilen Ungehorsam und damit Grenzen der Macht der Stasi.
Referent(en)
Dr. Jutta Begenau
die Soziologin präsentiert ihr Buch:
Dr. Helmut Müller-Enbergs [Hg.]
Spione und Nachrichtenhändler. Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939-1989
19. September 2017
Spione und Nachrichtenhändler. Geheimdienst-Karrieren in Deutschland 1939-1989
Buchvorstellung
Beschreibung
das Kapitel "Die Spione der DDR-Staatssicherheit"

Sie waren politische Überzeugungstäter, gerissene Geschäftsleute oder zufällig Hineingeratene: die Akteure des nachrichtendienstlichen Geschäftes während des Kalten Krieges. Dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte wurde bisher nur aus der Perspektive der ost- und westdeutschen Geheimdienstprominenz beleuchtet - doch die zahlreichen Personen in ihrem Schatten sind ebenso wichtige Protagonisten, wobei viele ihre Karrieren bereits im Nationalsozialismus begannen. Anhand der neuesten zeitgeschichtlichen Forschung geben ausgewiesene Autoren diesen Hintermännern ein Gesicht und zeigen in zehn aufschlussreichen Porträts, wie sie die jeweilige Geheimdienstarbeit geprägt haben.
Referent(en)
Dr. Helmut Müller-Enbergs [Hg.]
(Prof. Syddansk Universitet) präsentiert aus dem Werk:
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
ANDERSFREMD
05. September 2017
ANDERSFREMD
Buchvorstellung
Beschreibung
Der 1943 in Leipzig geborene Autor berichtet vom Überleben unter widrigen Umständen, von sozialistischen Volksbeglückungsphantasien aus dem Blickwinkel des kleinen Mannes, der sich trotz Gefängnishaft wegen Wehrdienstverweigererung und anderen Widrigkeiten nicht unterkriegen lässt. Nach seiner Ausbildung als Schauspieler, dem Studium der Philologie, Germanistik und Psychologie, folgt 1968 die Emigration nach Ungarn, 1973 dann nach Frankfurt am Main.
»Paetzkes Prosa ist ein anekdotenhaftes Sinnieren über das grausame 20. Jahrhundert. Das Merkwürdige und Einzigartige daran ist eine komplexe Einbettung des autobiographischen Stoffs in die Historie und Literatur der mitteleuropäischen Landschaft, wodurch eine Art privater, ja, intimer Chronik entsteht.« György Dalos
Referent(en)
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
der ehem. pol. Cottbus-Häftling, Autor und Übersetzer stellt sein neues autobiografisches Werk vor:
Dr. Nancy Aris
Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich
22. August 2017
Das lässt einen nicht mehr los. Opfer politischer Gewalt erinnern sich
Buchpräsentation
Beschreibung
Über Jahre haben Mitarbeiter des Sächsischen Landesbeauftragten Interviews mit Menschen geführt, darunter Margot Jann und Wolfgang Lehmann, die Opfer politischer Gewalt wurden. Sie saßen in sowj. Speziallagern, wurden aus ihrer Heimat an der innerdeutschen Grenze vertrieben, kamen wegen Flugblättern, Protestaktionen oder Fluchtversuchen hinter Gitter. Aus den aufwändigen Befragungen destillierte Nancy Aris die Essenz. Entstanden sind über dreißig Porträts, die ein facettenreiches Bild der DDR mit ihrer Vor- und Nachgeschichte zeichnen. So erschütternd die Schilderungen auch sind, so hoffnungsfroh stimmen kleine Zeichen der Mitmenschlichkeit, die es trotzdem gab. Zahlreiche Fotos und Dokumente illustrieren die Beiträge.
Referent(en)
Dr. Nancy Aris
stellv. Sächsische Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, referiert zu ihrem Buch:
Kerstin Nickig
Die Macht der Erinnerung – Gulaggedenken in Russland
08. August 2017
Die Macht der Erinnerung – Gulaggedenken in Russland
Filmvorführung
Beschreibung
Das Filmteam besuchte die einzige GULAG-Gedenkstätte Russlands, die sich auf dem Gelände eines authentischen Straflagers für politische Gefangene befindet: Perm-36. Die Gedenkstätte wurde 1994 von ehemaligen politischen Gefangenen und kritischen Historikern aus dem Umfeld von MEMORIAL gegründet und ist nun zum Zentrum eines heftigen gesellschaftlichen Konfliktes um die “richtige” Darstellung von Geschichte geworden: Waren die Häftlinge des Lagers Perm-36 zu Recht verurteilte Vaterlandsverräter oder Opfer eines Unrechtsregimes? Seit die Gedenkstätte 2015 ihren Gründern aus der Hand genommen und verstaatlicht wurde, wird sie konzeptionell neu ausgerichtet. Nun kommen auch die Lageraufseher zu Wort.
Referent(en)
Kerstin Nickig
(Regisseurin) zeigt ihren 45 min. Dok.-Film über die Gedenkstätte Perm 36:
Dr. Anna Kaminsky
Frauen in der DDR
25. Juli 2017
Frauen in der DDR
Buchpräsentation
Beschreibung
Wie lebten Frauen in der DDR? Im Rückblick erscheinen sie oft wie »siebenarmige Göttinnen«, die es offenbar spielend schafften, Berufstätigkeit, Mutterschaft und Emanzipation unter einen Hut zu bringen und bei alldem fröhlich durchs Leben zu gehen. Ihnen standen viele Wege offen, da, so die offizielle Lesart, der Staat vorbildlich für »seine Frauen« sorgte. Frauen in der DDR waren aber zugleich zwischen all ihren Rollen zerrissen - wie die Heldinnen aus den Erzählungen von Brigitte Reimann oder Maxie Wander, die sich gegen die ihnen gesetzten Grenzen auflehnten, und oftmals scheiterten. Die Autorin wagt einen Gesamtblick auf die Situation der Frauen, der das politische Leben genauso einschließt wie das berufliche und das private.
Referent(en)
Dr. Anna Kaminsky
Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, stellt ihr im Ch. Links Verlag erschienenes Buch vor:
Ivan Kulnev
Das sowjetische Experiment
11. Juli 2017
Das sowjetische Experiment
Ausstellungseröffnung
Beschreibung
Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution und 80. Jahrestag des „Großen Terrors“ in der UdSSR in neuen Collagen aus zeitgenössischem und historischem Bild- und Textmaterial

Der vielseitig gebildete Künstler Ivan Kulnev verfolgt das Ziel, den Betrachter zur Reflexion, zur kritischen Analyse und zum Nachdenken über das sowjetische Experiment, seine Entstehung sowie die Ursachen seiner Langlebigkeit und seines Scheiterns zu bewegen. Der intermediale Charakter der Collagetechnik mit der Möglichkeit, eine Vielzahl von Quellen zu nutzen, gibt dem Betrachter - seiner Überzeugung nach - die ideale Möglichkeit, sich in den komplexen historischen Zusammenhängen zu orientieren, diese zu verstehen und gegebenenfalls Parallelen zur Gegenwart zu ziehen und in die Zukunft zu denken.
Referent(en)
Ivan Kulnev
Bildender Künstler und Historiker aus Berlin, eröffnet seine Ausstellung:
Dr. Franziska Kuschel
Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
27. Juni 2017
Schwarzhörer, Schwarzseher und heimliche Leser. Die DDR und die Westmedien
Buchvorstellung
Beschreibung
(Wallstein Verlag 2016)

Die DDR konnte sich nur im geringen Maße gegenüber den gesamten westlichen Medien abschotten. Franziska Kuschel untersucht zum einen die Strategien des Staates, den Konsum westlicher Medien zu verhindern oder wenigstens zu kontrollieren und einzudämmen, die vor allem in den 1950er und 60er-Jahren die Kriminalisierung der sogenannten 'geistigen Grenzgänger' einschlossen. Zum anderen nimmt sie Strategien der Mediennutzer, diesem Druck zu begegnen und auszuweichen unter die Lupe. Erstmals wird so das Wechselverhältnis zwischen staatlicher Kontrolle und der eigensinnigen Aneignung der Medien analysiert.
Referent(en)
Dr. Franziska Kuschel
Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, stellt ihr Buch vor:
Uwe Kolbe
BRECHT. Rollenmodell eines Dichters
13. Juni 2017
BRECHT. Rollenmodell eines Dichters
Buchvorstellung
Beschreibung
»Brecht war die Legitimation, warum man für die DDR sein konnte. Weil Brecht da war, musste man dableiben.« Heiner Müller

Lederjacke, Zigarre, Kurzhaarschnitt – Brechts Selbstinszenierungen sind mindestens so kanonisch wie seine Texte. Wie aber konnte so ein Großer der Moderne sich mit der Schäbigkeit eines grauen und oft grauenhaften Staats wie der DDR arrangieren? Und wie ist zu erklären, dass das von Brecht vor-gegebene Rollenmodell des kritischen Intellektuellen bis heute fortwirkt? Mit seinem fulminanten Essay liefert Uwe Kolbe nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Rolle des Dichters in geschlossenen Gesellschaften. Er wirft darüber hinaus auch die hochaktuelle, beunruhigende Frage auf, inwiefern selbst weitgehende künstlerische Kritik die Macht der Unfreiheit legitimieren kann.
Referent(en)
Uwe Kolbe
Schriftsteller aus Hamburg, stellt seine Streitschrift zu dem DDR-Vorzeigedichter vor:
Jutta Voigt
Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens
30. Mai 2017
Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens
Buchvorstellung
Beschreibung
Im Mittelpunkt steht eine Boheme, die ein elementa-res Interesse verfolgte: das andere Leben. In den frühen DDR-Jahren mit rebellischem Elitebewusstsein und Aufbruchspathos, zunehmend kritisch und reformerisch in den Siebzigern, distanziert bis gleichgültig in den Achtzigern. Die Künstler – von Brecht bis Müller, von Hacks bis Wawerzinek, von Berlau bis Krug, von Thalbach bis Schlesinger – wollten nur eins: als Individuen existieren, unkontrolliert sie selber sein dürfen.
Referent(en)
Jutta Voigt
Autorin aus Berlin, stellt ihr im Aufbau Verlag 2016 erschienenes Sachbuch vor:
Thomas Schaufuß
Ferienfreizeit mit Spiel, Sport und Abenteuer
16. Mai 2017
Ferienfreizeit mit Spiel, Sport und Abenteuer
Buchpräsentation
Beschreibung
Kinder- und Jugendsozialtourismus, das Betriebsferienlager in der DDR und ihre Vorläufer

Moderation: Detlef W. Stein (OEZB-Verlagsleiter)

Der Jugendsozialtourismus ist ein wichtiges Instrument, allen Bevölkerungsgruppen einer Gesellschaft den Zugang zum Tourismus zu gewähren. Finanzielle Barrieren werden überwunden, um Kindern und Jugendlichen erholsame Urlaubserlebnisse zu schaffen und soziale Spaltungen der Gesellschaft zu vermeiden. Die Bildung der Jugendlichen wird durch den kulturellen Austausch, durch Toleranz und Wissensvermittlung für alle sozialen Schichten aktiviert. Sozialtourismus schafft Arbeit, darf nicht politisiert werden und ist auch in der Zukunft ein Baustein pädagogischer und humanistischer Ziele, um Erholungs- und Reiseerlebnisse für die Heranwachsenden zu schaffen.
Der Autor erläutert die historische Entwicklung des Sozialtourismus anhand von Kinderferienlagern, die Sonderform – das Betriebsferienlager in der DDR – wird durch interessante Einblicke und Analysen aufgehellt. Der DDR-Betrieb als Tourismusveranstalter leistete im Auftrag des Staates eine Lohnersatzleistung in Form von betrieblichen Sozialleistungen für die Kinder seiner Mitarbeiter, das Betriebsferienlager hatte in den Kombinaten und Betrieben eine herausragende Bedeutung.
Referent(en)
Thomas Schaufuß
der Autor präsentiert zur Buchpremiere des OEZ BERLIN-VERLAGES:
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