Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungsarchiv

VeranstaltungstitelDatum
Termin abgesagt wegen Corona-Epidemie.17. März 2020
Termin abgesagt wegen Corona-Epidemie.
Vortrag
Beschreibung
Wir hoffen, dass es bald planmäßig weiter geht und bitten um Ihr Verständnis!
Referent(en)
Veranstaltung hat keine Referenten
Caroline Labusch
„Ich hatte gehofft, wir können fliegen“ - Auf den Spuren des letzten Mauertoten Winfried Freudenberg
03. März 2020
„Ich hatte gehofft, wir können fliegen“ - Auf den Spuren des letzten Mauertoten Winfried Freudenberg
Buchvorstellung
Beschreibung
Penguin Verlag 2019

Ostberlin am 8. März 1989: Ein junges Paar will fliehen. Der Ingenieur Winfried Freudenberg und seine Frau, eine Chemikerin, fassen einen abenteuerlichen Plan – in einem selbst gebauten Ballon wollen sie über die Mauer in den Westen fliegen. In einer kalten Neumondnacht brechen sie auf. Am nächsten Morgen findet die Westberliner Polizei in einem Villengarten die Leiche des Mannes. Todesursache: Sturz aus großer Höhe. Von der Frau fehlt jede Spur. Die Ermittlungsbehörden auf beiden Seiten der Mauer stehen vor einem Rätsel. Was ist in jener Nacht geschehen? 25 Jahre später wird die Autorin Caroline Labusch von einem Freund auf diesen wahren Fall aufmerksam gemacht. Gemeinsam begeben sie sich auf die Spuren des letzten Berliner Mauertoten. Dabei stoßen sie auf die bewegende Liebesgeschichte eines ungleichen Paars.
Referent(en)
Caroline Labusch
die Autorin stellt multimedial die Recherchearbeit zu ihrem Buch vor:
Gabriele Stötzer
Die bröckelnde Festung
18. Februar 2020
Die bröckelnde Festung
Buchvorstellung
Beschreibung
Von der zwangsweisen Exmatrikulation vom Studium an der Pädagogischen Hochschule Erfurt aus politischen Gründen bis zum Prozeß wegen Staatsverleumdung und der anschließenden Haft im berüchtigten Hohenecker Frauengefängnis waren es nur noch kleine, logische Schritte - aus der Sicht des Staates DDR. Mit Leidenschaft erforscht die Autorin Gabriele Stötzer das Jahr im Knast: ihr eigenes (Er-)Leben dort, die Welt draußen und das Leben ihrer Mitgefangenen. Auch den Staat, dessen getreues Abbild im Kleinen sie hier findet, und den sie dennoch nicht verlassen will. Sie sieht die Veränderungen an sich selbst, innerlich und äußerlich, die Wirkungen von schwerer Akkordarbeit und Entbehrung sowie die Macht der Phantasie. Es wird ein Jahr der Entdeckungen und der Erkenntnisse, der Wandlungen und des Wachsens. Nichts wird mehr sein wie vorher.
Referent(en)
Gabriele Stötzer
die Erfurter Schriftstellerin und Künstlerin stellt ihr autobiografisches Werk vor:
Inge M. Thürkauf
Mit der Eisenbahn durch den dialektischen Materialismus
04. Februar 2020
Mit der Eisenbahn durch den dialektischen Materialismus
Buchpräsentation
Beschreibung
Die Referentin führt uns noch einmal auf einer Zeitreise zurück ins Jahr 1970. Mit ihrem Mann Max Thürkauf (1925 - 1993), dem Schweizer Naturwissenschaftler und Philosophen, ist sie damals viele Wochen lang durch die Sowjetunion gereist, von Leningrad über Moskau (mit der Transsibirischen Eisenbahn) durch Sibirien bis nach Chabarowsk am Amur und zurück. Ihre Betrachtungen und Gespräche mit vielen Einheimischen ergeben ein faszinierendes Bild der damaligen sowjetischen Wirklichkeit in ihrer Spannung zwischen Menschen einerseits und dem inhumanen materialistischen Weltbild der Staatsideologie andererseits. Die Verfasser tippen im Rahmen ihrer Reiseskizzen u.a. Themen an wie den Materialismus, der in Ost und West grassiert, die Betonierung Moskaus, die auch im Westen aktuell war.
Referent(en)
Inge M. Thürkauf
die Schauspielerin und Publizistin stellt das mit ihrem Mann verfasste Buch vor:
Nathalie Nad-Abonji
Das Ende der Staatssicherheit in Rostock
21. Januar 2020
Das Ende der Staatssicherheit in Rostock
Hörspiel
Beschreibung
Es ist der Abend des 4. Dezember 1989, als Dietlind Glüer in die Rostocker Stasi-Zentrale gerufen wird. Die Kirchenmitarbeiterin soll die Bürgerrechtler mit ihrer besonnenen Art vor Ort unterstützen. Die Mauer ist zwar seit vier Wochen auf, trotzdem arbeitet die Stasi unbeirrt weiter. Die Bürgerrechtler wollen die Stasi-Zentrale auflösen. Bald heißt es, zehn Ausgewählte dürften rein – Verhandlungen mit den Oberen führen. Mit dabei ist Dietlind Glüer. Sie und ihre Mitstreiter schaffen es, durchzusetzen, dass alle 400 im Gebäude noch arbeitenden Stasi-Mitarbeiter das Gelände verlassen. Begleitet von der johlenden Menge vor dem Haupteingang. Der wichtigste Protagonist des Feature war 30 Jahre beim MfS.
Referent(en)
Nathalie Nad-Abonji
die Schweizer Journalistin stellt ihren spannenden 50 min. Hörfunkbeitrag vor:
Petra Riemann & und Torsten Sasse
Bürgerrechte in der DDR - Kampf um Meinungsfreiheit
07. Januar 2020
Bürgerrechte in der DDR - Kampf um Meinungsfreiheit
Filmvorführung
Beschreibung
Der Liedermacher Stephan Krawczyk, die Regisseurin Freya Klier und der Bürgerrechtler Ralf Hirsch: drei DDR-Bürger proben Mitte der 80er Jahre den Aufstand, die Rebellion hinter der Mauer. Sie nehmen die in der DDR-Verfassung verankerten Rechte wörtlich und fordern sie von der Staatsführung ein. Doch die reagiert mit Härte. Die SED sucht einen Vorwand, die Dissidenten loszuwerden. Im Januar 1988 schlägt die Einheitspartei zu. Viele Bürgerrechtler werden verhaftet und in den Westen abgeschoben. Aus dem Blickwinkel der Hauptfiguren Stephan Krawczyk, Freya Klier, Ralf Hirsch und Rainer Eppelmann erzählt der Film die Geschichte der DDR-Opposition Mitte der 80er Jahre; er erzählt von einer Rebellion hinter der Mauer.
Stephan Krawczyk wird dazu anwesend sein.
Referent(en)
Petra Riemann &
Torsten Sasse
die Filmschnittmeisterin beim RBB sowie der Journalist stellen ihren 30 min. Dok-Film vor:
Prof. Dr. habil. Andrzej Przyłębski
Die Bilanz der Transformation in Polen nach 1989
10. Dezember 2019
Die Bilanz der Transformation in Polen nach 1989
Vortrag
Beschreibung
Bereits Anfang 1989 stellten sich nach langem antikommunistischen Oppositionskampf in Polen die Weichen endgültig für einen demokratischen Staat, die 3. Polnische Republik. Bei den ersten halbfreien Parlamentswahlen im Juni errang die Solidarnosc in Koalition mit der Vereinigten Bauernpartei sowie der Demokratischen Partei einen überragenden Sieg, und im August wurde der katholische Publizist Tadeusz Mazowiecki erster nichtkommunistischer Regierungschef in Osteuropa seit vierzig Jahren. Die danach eingeleiteten umfangreichen Staats- und Wirtschaftsreformen brauchten großes Durchhaltevermögen und Leistungswillen, denn anders als die Ostdeutschen hatten sie keinen „großen Bruder“ im Westen. Doch seitdem wächst die Wirtschaft sogar stärker als in Deutschland, und auch auf vielen anderen Gebieten ist Polen mittlerweile Vorreiter in Europa.
Im Anschluss: Zum Jahresausklang Punsch und Gebäck.
Referent(en)
Prof. Dr. habil. Andrzej Przyłębski
der Botschafter der Republik Polen in Berlin hält seinen Vortrag:
Prof. Jürgen Haase
Der Fall Wolfgang Schnur – ein unmögliches Leben (45 min.)
26. November 2019
Der Fall Wolfgang Schnur – ein unmögliches Leben (45 min.)
Film
Beschreibung
Wolfgang Schnur war eine der schillerndsten DDR-Figuren: Als freiberuflicher Rechtsanwalt vertrat er politisch Verfolgte und Wehrdienstverweigerer vor Gericht, beriet die Leitung der Evangelischen Kirche und verriet als Stasi-Spitzel alle miteinander an das Ministerium für Staatssicherheit. Gierig nach Anerkennung ließ er sich sowohl von kirchlichen Gremien als auch vom Mielke-Ministerium hofieren. Auf dem Höhepunkt seiner gegensätzlichen Karrieren wurde er 1989/90 Vorsitzender des neu gegründeten Demokratischen Aufbruch und wäre beinahe der erste frei gewählte Ministerpräsident der DDR geworden. Aber die Stasi selbst verhinderte das: Sie gab Schnur öffentlich als einen der ihren bekannt.
Referent(en)
Prof. Jürgen Haase
der Filmproduzent und geschäftsführ. Gesellschafter des Wilhelm Fraenger-Instituts zeigt den Dok-Film von Alexander Kobylinski:
Prof. Dr. (em.) Konrad Löw
60 Jahre Godesberger Programm - Warum hat sich damals die SPD von Marx getrennt?
12. November 2019
60 Jahre Godesberger Programm - Warum hat sich damals die SPD von Marx getrennt?
Vortrag
Beschreibung
1891 wurde der seit acht Jahren tote Marx seitens der SPD als „Unser großer Führer“ proklamiert und so gleichsam zum zeitlosen Oberhaupt erkoren. Ohne lange Debatte hat man sich vor genau sechzig Jahren mit dem Beschluss des Godesberger Programms am 15. November 1959 unmissverständlich von ihm verabschiedet. Das greifbare „Wirtschaftswunder“ hat den Vorsprung der Bürgerlichen anwachsen lassen. Da galt es, Ballast über Bord zu werfen. Aber war Marx ein Ballast, war der Marxismus ein Irrweg? Wer sich die überschwängliche Verehrung vergegenwärtigt, die ihm anlässlich seines 200. Geburtstages zuteil geworden ist, kommt kaum umhin, diese Gründe für maßgeblich zu halten. Welche waren es dann?
Referent(en)
Prof. Dr. (em.) Konrad Löw
der Jurist und Politikwissenschaftler hält seinen Vortrag:
ZEIT ZEUGEN
Mauerfall – 25 und eine Erinnerung an die Nacht des 9. November 1989
29. Oktober 2019
Mauerfall – 25 und eine Erinnerung an die Nacht des 9. November 1989
Buchvorstellung
Beschreibung
Der Fall der Berliner Mauer jährt sich zum 30. Mal - einer der wirkmächtigen und symbolhaften historischen Momente der jüngsten deutschen Geschichte. Aus diesem Anlass erinnern sich für den vorliegenden Band Zeitzeugen aus Ost und West an das Ereignis. Ihre persönlich gehaltenen und teils fesselnden, teils nachdenklich stimmenden Beiträge spiegeln die Vielfalt der individuellen Prägungen, Schicksale, Haltungen und Wege vieler Deutscher jener Zeit wider, auf welche bald die staatliche Einheit der Deutschen folgte.
Im Anschluss:
Eröffnung der Plakatausstellung von Dr. Ulrich Mählert
"Von der Friedlichen Revolution zur deutschen Einheit“
der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Referent(en)
ZEIT ZEUGEN
lesen aus gegebenem Anlass ihre Texte aus dem von Dr. Matthias Bath herausgegebenen Buch:
Gabriel Berger
Allein gegen die DDR-Diktatur - Bespitzelt vom Ministerium für Staatssicherheit im Osten und Westen 1968 - 1989
15. Oktober 2019
Allein gegen die DDR-Diktatur - Bespitzelt vom Ministerium für Staatssicherheit im Osten und Westen 1968 - 1989
Buchvorstellung
Beschreibung
In seinem neuen Buch rekonstruiert der Autor sein Leben in der DDR und danach in der Bundesrepublik anhand von Stasi-Akten, die ihm Stichworte für seine Erinnerungen liefern. Trotz kommunistischer Erziehung im Elternhaus und des ihm vermittelten gleichsam religiösen Glaubens an die Güte kommunistischer Ideen und an die Unvermeidbarkeit ihres weltweiten Sieges entschied sich Berger als Erwachsener für die öffentliche Zurückweisung der Unfreiheit in der DDR und nahm dafür schließlich auch die Haftstrafe in Kauf. Nach der so erkauften Übersiedlung in den Westen setzte er sich für die Entlarvung der DDR-Diktatur und für die demokratische Opposition in Polen ein und stand dabei unter ständiger Beobachtung der Staatssicherheit.
Referent(en)
Gabriel Berger
der Physiker, ehem. Cottbus-Häftling und Buchautor stellt sein neues Buch vor:
Petra Riemann & und Torsten Sasse
Die Stasi, der König und der Zimmermann: Eine Geschichte von Verrat
01. Oktober 2019
Die Stasi, der König und der Zimmermann: Eine Geschichte von Verrat
Buchvorstellung
Beschreibung
Im Sommer 2013 berichtet die WELT AM SONNTAG, der bekannte DDR-Schauspieler Lutz Riemann habe als IM für die HVA der Stasi gearbeitet. Unter dem Decknamen „Richard König“ habe er in den 70er-Jahren Peer Steinbrück bespitzelt und Künstlerkollegen in Thüringen ausspioniert. Nicht nur den SPD-Kanzlerkandidaten trifft die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Auch bei der Tochter, Petra Riemann, geht sie „rein wie ein Messer“, denn Steinbrück ist ihr Onkel. Lutz Riemann, bekannt als „Oberleutnant Zimmermann“ aus der Reihe „Polizeiruf 110“, bestreitet zwar, über „seinen Freund“ Peer berichtet zu haben. Seine Stasi-Tätigkeit aber gibt er unumwunden zu. Petra Riemann ist schockiert …
Referent(en)
Petra Riemann &
Torsten Sasse
die Autorin und Filmschnittmeisterin beim RBB sowie der Journalist stellen multimedial das Buch vor:
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
HEIMATWIRR
17. September 2019
HEIMATWIRR
Buchvorstellung
Beschreibung
Mitteldeutscher Verlag 2019

Das eigene Schicksal liefert dem Ich-Erzähler den Rahmen, Erfahrungen einer ganzen Generation nachvollziehbar zu machen. Fast wie nebenbei sind die Lebenswege von Ost- und Westdeutschen, Ungarn, Russen, Polen in die Handlung verwoben. Offensichtlich tauchte Paetzke, der seit mehr als vierzig Jahren ungarische Literatur übersetzt und vermittelt, in die exotische Aura von Gyula Krúdy und Sándor Márai, von Miklós Mészöly und György Konrád ein und ließ sich von diesen inspirieren. Entstanden ist ein imposantes Erzählwerk, dessen Ariadnefaden den Leser durch das Labyrinth gegebener und erworbener Heimaten führt.

Aus dem Klappentext von György Dalos
Referent(en)
Hans-Henning Paetzke (Ungarn)
der ehem. pol. Cottbus-Häftling, Autor und bekannte Übersetzer aus dem Ungarischen, stellt nun den zweiten Band seiner autobiografischen Trilogie vor:
Gisela B. Adam
Zum 1. Todestag von Ulrich Schacht - Ein empfindsamer Poet und streitbarer Geist
03. September 2019
Zum 1. Todestag von Ulrich Schacht - Ein empfindsamer Poet und streitbarer Geist
Vortrag
Beschreibung
„Was zu sagen ist | sagen wir unter zerrissenen | Wolken gespaltenem Licht…“

Ulrich Schacht, 1951 im Frauengefängnis Hoheneck geboren, wurde 1973 in der DDR wegen staatsfeindlicher Hetze zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt, 1976 in die Bundesrepublik „entlassen“. Nach seinem Studium in Hamburg war er Redakteur bei DIE WELT / WAMS, lebte ab 1998 als freier Journalist und Autor in Schweden und starb dort am 16. September 2018. So sind denn Verlust und Widerstand, das Beharren auf Glück und dessen stete Gefährdung seine Themen. Es geht ein Sog von seinen Gedichten aus, es sind Zeitgedichte, Gedichte über die Zeit, in der wir leben, uns ändern und geändert haben. Gedichte, die einfach, genau, knapp und berührend ein deutsches Schicksal vorführen.
Referent(en)
Gisela B. Adam
die Germanistin und Kunstwissenschaftlerin hält ihren Vortrag:
Dr. Angela Plöger
René Nyberg, Der letzte Zug nach Moskau: Zwei Freundinnen, zwei Schicksale, eine jüdische Familiengeschichte
20. August 2019
René Nyberg, Der letzte Zug nach Moskau: Zwei Freundinnen, zwei Schicksale, eine jüdische Familiengeschichte
Buchvorstellung
Beschreibung
Der Autor war Botschafter Finnlands in Moskau und Berlin. Sein Buch erzählt u.a. die dramatische Geschichte seiner Mutter, die Jüdin war und gegen den Willen ihrer Eltern einen evangelischen Finnen heiratete. Die Hauptperson ist jedoch ihre Cousine Mascha aus Riga, deren Lebensodyssee in Lettland, der Sowjetunion, Israel und zuletzt Deutschland spielt. Nur durch kluge Entscheidungen überlebten sie und ihr Mann Josef zuerst die Deutschen und später mit Tochter Lena die schweren Jahre unter Stalin. Beide hatten schwer unter dem Antisemitismus Stalins Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre zu leiden sowie unter dem politischen Druck, den Denunziationen, dem Verlust des Arbeitsplatzes.
In Kooperation mit: DAS FINNISCHE BUCH e.V.
Referent(en)
Dr. Angela Plöger
die renommierte Übersetzerin aus dem Finnischen, stellt das von ihr übertragene Werk vor:
Dr. Andreas Petersen
DIE MOSKAUER: Wie das Stalintrauma die DDR prägte
06. August 2019
DIE MOSKAUER: Wie das Stalintrauma die DDR prägte
Buchvorstellung
Beschreibung
Der Autor erkundet das Trauma der Gründergeneration um Pieck und Ulbricht. Sie hatten in Moskau die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Zwei Drittel der Politemigranten waren verhaftet, verschleppt oder erschossen worden. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zur traumatisch-prägenden Erfahrung. Ab 1945 übernahmen die zurückgekehrten »Moskauer« die Führung in der sowjetisch besetzten Zone. Die ersten Jahre waren Stalin-Jahre. Zweifel und Fragen waren in der neu gegründeten SED nicht erwünscht, die »Moskauer« hätten sich sonst den eigenen Verstrickungen stellen müssen. Sie alle hatten den Terror bejubelt und viele sich gegenseitig denunziert, um sich zu retten. Und sie wußten das von einander. Ihr Schweigen über das Erlebte wurde zum Fundament des neuen Staates.
Referent(en)
Dr. Andreas Petersen
Historiker von der Agentur zeit & zeugen Zürich / Berlin, stellt sein neuestes Buch vor:
Peter Grimm
Vertreibung 1961
23. Juli 2019
Vertreibung 1961
Filmvorführung
Beschreibung
Entlang der innerdeutschen Grenze wurden 1952 und 1961 insgesamt etwa 13.000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieben und durften bis zum Ende der DDR nicht zurückkehren. Das Ministerium für Staatssicherheit benutzte dafür Decknamen wie „Aktion Ungeziefer" und „Kornblume“. Die Filmemacher Peter Grimm und Eckart Reichl sowie der Regionalhistoriker Bruno Leister haben sich in der Rhön auf Spurensuche begeben, um mit Zeitzeugen und Angehörigen ins Gespräch zu kommen. In ihrem Film schildern sie unter anderem das Schicksal der Familie Fink, die sich gegen die Zwangskollektivierung der Landwirtschaft wehrte. Die Staatsmacht reagierte, indem sie den Vater und einen Sohn gegen deren Willen gewaltsam in den Westen abschoben. Die in der DDR verbliebenen Familienmitglieder wurden wenig später nach Sachsen zwangsumgesiedelt.
Referent(en)
Peter Grimm
der Journalist und Filmemacher zeigt seinen 50 min. Dokumentarfilm:
Dr. Rita Lüdtke
Leben und Sterben im Speziallager Nr. 9 Fünfeichen - Neubrandenburg
09. Juli 2019
Leben und Sterben im Speziallager Nr. 9 Fünfeichen - Neubrandenburg
Vortrag mit Film
Beschreibung
Ab Juni 1945 wurde das ehemalige Kriegsgefangenenlager „Stalag II A“ in Fünfeichen vom NKWD mit deutschen Häftlingen belegt. Zunächst kamen mutmaßliche Funktionsträger des NS-Regimes aus dem Umland ohne Urteil dorthin, doch zunehmend füllte sich das Lager mit unschuldig verhafteten Opfern der Sowjetdiktatur. Weitere Zugänge gab es aus den Lagern Sachsenhausen, Graudenz und Ketschendorf. Insgesamt 15.400 Menschen, unter ihnen eine hohe Anzahl von Frauen und Kindern ab 12 Jahre, wurden bei unzureichender Ernährung und schlechten hygienischen Bedingungen weggesperrt. Bei der Auflösung des Lagers im November 1948 entließ man 5.200 Überlebende in die Freiheit, 2800 kamen noch in die Lager Buchenwald, Sachsenhausen und Waldheim, aber 4.900 Gefangene waren t o t !
Referent(en)
Dr. Rita Lüdtke
die Leiterin der AG Fünfeichen referiert multimedial zum Thema:
Dr. Christian Booß
Im goldenen Käfig: Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant - die DDR-Anwälte im politischen Prozess
25. Juni 2019
Im goldenen Käfig: Zwischen SED, Staatssicherheit, Justizministerium und Mandant - die DDR-Anwälte im politischen Prozess
Buchpräsentation
Beschreibung
In seiner Forschungsarbeit untersucht der langjährige Mitarbeiter der BStU die Tätigkeit der Verteidiger in den politischen Prozessen der Honecker-Ära. Dazu wurden über 1000 Prozess- und Ermittlungsakten ausgewertet. Um diese Akten interpretieren zu können, greift die Studie jedoch weit über diese Prozesse hinaus. Beleuchtet werden die Umstrukturierung der Anwaltschaft in Ostdeutschland seit 1945, die Ausbildung der Anwälte und die Versuche von SED, Justizapparat und Stasi, sie im Sinne des Idealbildes vom »sozialistischen Anwalt« zu beeinflussen.
Referent(en)
Dr. Christian Booß
Vorsitzender des Bürgerkomitees 15. Januar e.V., stellt sein Buch vor:
Dr. Franz Cimpa
Die gefährliche Faszination des Marxismus – gestern und heute
11. Juni 2019
Die gefährliche Faszination des Marxismus – gestern und heute
Vortrag
Beschreibung
Zur Einleitung wird in der utopischen Theorie von Marx die „ewige“ Leistungsgesellschaft charakterisiert, als Gegenteil zum erstrebten Kommunismus. Dessen markanteste Eigenschaften reichen beim Einzelnen von der Abwehr von Leistungsdruck und Verantwortung bis zur Arbeit gleich „Ausbeutung“, bei Staaten von trügerischer Modernität bis zum Verfall von Werten, Anwendung von Gewalt bis Töten, Staatsversagen und Revolutionen. Der Marxismus ist gegensätzlich. Im heutigen Deutschland ist Lernen und Wissen/Können nicht sonderlich erstrebenswert, und das Land ist fortwährend streikgebeutelt. In der DDR war Lernen, Wissen und Können sehr geschätzt, und es gab keinen Streik – aber ...
Referent(en)
Dr. Franz Cimpa
der Marxismus-Forscher referiert zum Thema:
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