Gedenkbibliothek zu Ehren der Opfer des Kommunismus

Veranstaltungsarchiv

VeranstaltungstitelDatum
Dr. Philipp Lengsfeld MdB
Von der Ossietzky-Affäre zur Erinnerungspolitik im Bundestag
10. November 2015
Von der Ossietzky-Affäre zur Erinnerungspolitik im Bundestag
Vortrag
Beschreibung
Im Herbst 1988 wurden vier Schüler von der Pankower Carl-von-Ossietzky-Schule relegiert, nachdem sie sich offen gegen Militärparaden in der DDR und für die polnische Solidarność ausgesprochen hatten. Die Affäre gehört zur Vorgeschichte des Herbstes 1989, was die Schüler in der damaligen Situation natürlich nicht wissen konnten. Die harte Reaktion des Staatsapparats hat die beteiligten Schüler bis heute geprägt. Einer von ihnen, Philipp Lengsfeld, ist seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags und beschäftigt sich in seiner parlamentarischen Arbeit intensiv mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur. Darüber und wie sich der Umgang mit der Vergangenheit in einer freien Gesellschaft im Unterschied zu autoritären Systemen gestaltet, wird Philipp Lengsfeld sprechen.
Referent(en)
Dr. Philipp Lengsfeld MdB
hält seinen Vortrag:
Peter Grimm
Die vergessenen Kinderheime in der DDR (MDR 2014)
27. Oktober 2015
Die vergessenen Kinderheime in der DDR (MDR 2014)
Buchvorstellung, Filmvorführung
Beschreibung
Es ist ein vergessenes Kapitel in der DDR-Geschichte. Eine Geschichte, die so noch nie erzählt worden ist. Es geht um Kinder, den lieben Gott und Rebellion. Ein real existierendes Abenteuer inmitten der sozialistischen Ordnung: Kirchliche Kinderheime in der DDR. Sie existierten im Verborgenen, in einer Schattenwelt. Nur die Heimkinder selbst und deren Erzieher können mehr von ihnen erzählen.
Die Geschichte der konfessionellen Kinderheime beginnt in der Nachkriegszeit und endet mit dem Zusammenbruch der DDR. Tatsächlich waren die Heime unter kirchlicher Leitung Inseln im sozialistischen Bildungsdiktat. Diesen Raum und diese Freiheit konnten die kirchlichen Kinderheime bis zum Ende der DDR erhalten, aber nur, weil sie, so schien es, auch vom Ministerium für Volksbildung vergessen worden waren.
Referent(en)
Peter Grimm
der Autor und Regisseur zeigt seinen 45 min. Dokumentarfilm:
Ulrich Schacht
Grimsey – Eine Novelle
13. Oktober 2015
Grimsey – Eine Novelle
Buchvorstellung
Beschreibung
Das kleine Flugzeug hat ihn, den Mann in der Mitte des Lebens, direkt von Akureyri nach Grimsey gebracht. Die winzige isländische Insel im Nordmeer, durch die der Polarkreis verläuft, ist für ihn, der schon viel herumgekommen ist, der fünfte arktische Boden, den er betritt. Sein Weg führt ihn über das karge Eiland, hinein in eine Kirche, in der ein merkwürdiges Summen tönt: Fliegen sind es, unzählige Fliegen, aber auch schon tote, verknäult, verklumpt. Draußen, in der Einsamkeit und Natur, Erinnerungen an früher, als er Kind war und Sandinseln am Strand baute, als er ein Junge war und Altpapierlager nach Büchern durchstöberte, als er ein Mann wurde, sich auflehnte und verhaftet wurde.
„Eine sehr wunderbare Erscheinung ist dieses Buch.“, schrieb Sarah Kirsch, die dissidente ehemalige DDR-Autorin, über „Grimsey“.

Ulrich Schacht wurde 1951 im Frauengefängnis Hoheneck geboren und wuchs in Wismar auf. 1973 in der DDR wegen „staatsfeindlicher Hetze“ zu sieben Jahren Freiheitsentzug verurteilt, von denen er knapp 3 Jahre in der Haftanstalt Brandenburg-Görden verbüßte, wurde er 1976 in die Bundesrepublik entlassen. Dort arbeitete er als Feuilletonredakteur und Chefreporter Kultur für Die Welt und Welt am Sonntag. Schacht erhielt verschiedene Preise, Auszeichnungen und Literaturstipendien, u. a. den Theodor-Wolff-Preis für herausragenden Journalismus. Er gilt als ein streitbarer Publizist, der sich nicht Konventionen, sondern einer humanistischen Tradition verpflichtet fühlt. Seit 1998 lebt Ulrich Schacht als freier Autor in Schweden. Zuletzt bei Aufbau: „Vereister Sommer“ (2011) und „Grimsey“ (2015).
Referent(en)
Ulrich Schacht
Schriftsteller aus Schweden
Harald Beer
Schreien hilft Dir nicht ... - Politische Haft in Sachsenhausen 1946-1950 und in Thüringen 1961-1963
29. September 2015
Schreien hilft Dir nicht ... - Politische Haft in Sachsenhausen 1946-1950 und in Thüringen 1961-1963
Buchpräsentation
Beschreibung
Ein Augenzeugenbericht mit Dokumentenanhang
Harald Beer wurde die innerdeutsche Grenze gleich zweimal zum Verhängnis: 1946 und 1961 hatte er Menschen spontan beim Versuch geholfen, die SBZ bzw. DDR Richtung Westen zu verlassen. Beide Male wurde er gefasst und landete für mehrere Jahre in Sachsenhausen und in DDR-Gefängnissen. In seinem Bericht schildert er, was willkürliche Justiz und politische Haft in der SBZ/DDR konkret bedeuten. Eindringlich berichtet er von Gewalt, Hunger, Kälte und Willkür des Aufsichtspersonals. „Mit diesem Buch [ist] ein ganz persönlicher Bericht entstanden, der weit über den Rahmen individueller Memoiren hinausgeht“, beurteilte ‚Forum Politikunterricht‘ den Augenzeugenbericht.
Referent(en)
Harald Beer
zweifacher politischer Häftling, spricht über seine Erlebnisse und stellt sein Buch vor:
Peter Joachim Lapp
Rollbahnen des Klassenfeindes - Die DDR-Überwachung des Berlin-Transits 1949 – 1990
15. September 2015
Rollbahnen des Klassenfeindes - Die DDR-Überwachung des Berlin-Transits 1949 – 1990
Buchvorstellung
Beschreibung
Die Wege von und nach Berlin (West) waren auch nach Inkrafttreten des Transitabkommens im Juni 1972 keine unbewachten Korridore, denn die DDR hatte die Möglichkeit, ihr Recht bei „Missbrauch“ des Transits gegenüber den Reisenden durchzusetzen. Das betraf in erster Linie Fluchtfälle, also Handlungen, bei denen DDR-Bürger über die Transitstrecken mit Westhilfe „ausgeschleust“ wurden. Diese Vorgänge und die stark ansteigenden Zahlen an Transitbenutzern machten nach Ansicht der DDR-Verantwortlichen, insbesondere der Leute um Stasi-Chef Erich Mielke, eine verstärkte, personalintensive Beobachtung notwendig, denn neben den Fluchtmöglichkeiten lösten vor allem Kontaktaufnahmen und „Warenübergaben“ Sicherheitsängste aus.
Referent(en)
Peter Joachim Lapp
der Journalist stellt sein eben im Helios Verlag erschienenes Buch vor:
Helma von Nerée
Erinnern – nie vergessen. NKWD-Lager Mühlberg/Elbe
01. September 2015
Erinnern – nie vergessen. NKWD-Lager Mühlberg/Elbe
Buchvorstellung
Beschreibung
In Erinnerung an ihren Vater Gerhard Schmitt, der 1946 in einem Lager des sowjetischen Geheimdienstes in Mühlberg an der Elbe jämmerlich verhungern musste, hat die Autorin jene dramatische Familiengeschichte dokumentiert.
Diese weist vielfach Analogien zu den Widrigkeiten von deutschen Familien in der Kriegs- und Nachkriegszeit auf.
Allerdings hat sie dabei den Weg vom Tiefpunkt des Familienschicksals – immer gespickt mit typischen und aussagekräftigen Dokumenten oder Zeitungsartikeln – bis in die Nachwendezeit weiterverfolgt. Diese Betrachtungen münden dann in einem politischen Resümee, das insbesondere die mangelhafte Aufarbeitung des verübten kommunistischen Unrechts nach 1990 anklagt.
Referent(en)
Helma von Nerée
berichtet über das tragische Schicksal ihres Vaters unter dem Titel ihres Buches:
Rudi Thurow
„Fluchthelfer Thurow ist zu erschlagen!“
18. August 2015
„Fluchthelfer Thurow ist zu erschlagen!“
Zeitzeugengespräch
Beschreibung
Im Jahr 1955 meldet sich Rudi Thurow freiwillig zur DDR-Grenzpolizei. Nach zweijährigem Dienst an der tschechischen Grenze wird er nach Berlin versetzt, wo er im August 1961 den Mauerbau hautnah miterlebt. Geprägt von schrecklichen Erlebnissen im Grenzdienst, will er sich nicht schuldig machen und beschließt, die Flucht von Bekannten ins Westberliner Steinstücken aktiv zu unterstützen und für sich selbst zu nutzen. Trotz Schusswechsels gelingt die waghalsige Aktion, fortan betätigt er sich als Fluchthelfer und gerät damit noch mehr ins Visier der STASI. Nach drei gescheiterten Entführungsversuchen plant Generalmajor Kleinjung, wie die Akten eindeutig belegen, die „physische Liquidierung“ Thurows durch ein dreiköpfiges Killerkommando, getarnt als Raubmord.
Referent(en)
Rudi Thurow
berichtet als Zeitzeuge von seinem gefährlichen Leben im geteilten Deutschland:
Jochen Stern
Und der Westen schwieg. Die SBZ/DDR 1945 – 1975. Erlebnisse - Berichte - Dokumente
04. August 2015
Und der Westen schwieg. Die SBZ/DDR 1945 – 1975. Erlebnisse - Berichte - Dokumente
Buchpräsentation
Beschreibung
Moderation: Detlef Stein, Leiter OEZ Berlin-Verlag

"Es ist wahrhaft erstaunlich, mit wie viel Blut und Tränen, Leiden und Sterben die Hoffnung auf ein freiheitliches, geeintes und demokratisches Deutschland bezahlt werden musste." (Jochen Stern im Vorwort)
Die Dokumentation ist von eindringlicher Aussage und knapper Schilderung und offenbart ein ernüchterndes Bild des unmenschlichen Geschehens in der SBZ/DDR. Jochen Stern gelang mit seinem Buch vor allem der Beweis, dass die inhumanen politischen Willkürakte seit Stalins Herrschaft bis in die Zeit unter Honecker keine Änderung erfahren haben.
Referent(en)
Jochen Stern
der Schauspieler, Jurist, Autor und ehem. politische Bautzen-Häftling (1947-54) kommt zu seiner Buchpräsentation:
Wladislaw Hedeler
Nikolai Bucharin: Stalins tragischer Opponent
21. Juli 2015
Nikolai Bucharin: Stalins tragischer Opponent
Buchvorstellung
Beschreibung
Lenin bezeichnete ihn als »Liebling der Partei«, Stalin ließ ihn 16 Jahre später als »faschistischen Söldner« hinrichten. Kaum ein russischer Revolutionär durchlebte ein so wendungsreiches Schicksal wie Nikolai Bucharin. Politisch zwischen Extremen schwankend, war er die vielleicht schillerndste und zugleich tragischste Persönlichkeit der frühen Sowjetunion. Weder die öffentlich vollzogene Selbstkritik noch seine lebenslange Loyalität zu Stalin konnten ihn vor dem Terror des Regimes retten. Während Bucharins Exekution bei vielen Anhängern der Sowjetunion erste Zweifel weckte, ließ Stalin auch die Erinnerung an seinen langjährigen Mitkämpfer auslöschen.
In seiner fesselnden politischen Biografie zeichnet Wladislaw Hedeler das verhängnisvolle Leben des Massenagitators und Schmetterlingssammlers Bucharin nach.
Referent(en)
Wladislaw Hedeler
der Historiker und Übersetzer stellt multimedial sein 2014 erschienenes Buch vor:
Antonio Rodiles
KUBA – Das Ende der Diktatur?
07. Juli 2015
KUBA – Das Ende der Diktatur?
Vortrag
Beschreibung
Moderation: BORIS LUIS SANTA COLOMA (deutsch- kubanischer Journalist)

Während die kubanische Diktatur – die längste in der Geschichte des lateinamerikanischen Subkontinents – von Europäern und Amerikanern hofiert wird und die großen Medien auf ihren Titelseiten die Karibikinsel als vielversprechendes Neuland für hungrige Investoren hochpreisen, werden in Kuba selbst immer noch die elementarsten Rechte aller Bürger von einer Handvoll Militärs und Parteifunktionäre mit Füßen getreten. Der bekannte Bürgerrechtler Rodiles berichtet telefonisch über die derzeitige Lage sowie über sein Projekt ESTADO DE SATS, einem offenen und transparenten Raum für Debatten im Internet. Wegen seiner Aktionen für einen Wandel in Kuba wurde Rodiles mehrfach verhaftet und dabei auch misshandelt.
Referent(en)
Antonio Rodiles
der kubanische Bürgerrechtler berichtet Live aus Havanna via Telefon zum Thema:
Dr. Iris Bork-Goldfield (USA)
Wir wollten was tun! Werderaner Jugendliche leisten Widerstand 1949-53
23. Juni 2015
Wir wollten was tun! Werderaner Jugendliche leisten Widerstand 1949-53
Vortrag mit Film
Beschreibung
Es ist die Geschichte ihres Vaters Werner Bork und seiner Freunde. Sie schrieben und verstreuten heimlich Flugblätter und kämpften für freie Wahlen, Meinungs-freiheit und Demokratie in der SBZ und späteren DDR. Der Vater geriet wegen seines oppositionellen Auftretens in der Schule in solche Schwierigkeiten, dass er 1949 nach West-Berlin flüchten musste. Er war 17 Jahre alt und schrieb sich an der Deutschen Hochschule für Politik in Westberlin ein. Von hier betrieb er seine Widerstandsarbeit mit Freunden aus Werder und Umgebung weiter. Doch 1951 wurden viele seiner Freunde und Bekannten von der STASI verhaftet, verhört und gefoltert. Andere verschwanden spurlos.

Werner Bork wird auch an der Veranstaltung teilnehmen.
Referent(en)
Dr. Iris Bork-Goldfield (USA)
präsentiert ihren Dok.-Film und das Buch zum Thema:
Helmut Schulzeck
Jonušas – Himmel und Hölle sind mein
09. Juni 2015
Jonušas – Himmel und Hölle sind mein
Film
Beschreibung
Eduardas Jonušas (1932-2014) wirkte einen großen Teil seines Lebens auf der Kurischen Nehrung als litauischer Maler, Bildhauer, Künstler-Philosoph, Poet und ehemaliger KGB-Häftling.
Der Film erzählt gemeinsam mit Jonušas noch einmal Stationen seines Lebens, besucht Schauplätze seiner Geschichte und taucht so in ein ungewöhnliches aber dennoch auch zeittypisches Schicksal ein. Schauplätze sind: seine Heimat auf dem litauischen Festland im Kreis Mažeikiai, der Oderbruch unweit von Berlin, in dem er von 1943-45 lebte, das KGB-Gefängnis in Vilnius, wo man ihn zu 25 Jahren Gefängnis und fünf Jahren Verbannung nach Sibirien wegen „antisowjetischer Agitation“ verurteilte und die Kurische Nehrung, seine spätere Heimat für ein Leben in Kunst und fortwährender Aufarbeitung nicht nur seiner Geschichte.
Referent(en)
Helmut Schulzeck
der Dokumentarfilmer aus Kiel zeigt sein 65 min. Filmporträt:
Susanne Schädlich
Herr Hübner und die sibirische Nachtigall
26. Mai 2015
Herr Hübner und die sibirische Nachtigall
Buchpräsentation
Beschreibung
Dresden 1948. Ein Gefängnis der Sowjetischen Militäradministration, ein Mann und eine Frau. Ihre Sprache – ein Klopfzeichen durch die Zellenwand: Dietrich Hübner, 21 Jahre alt, seit Kriegsende Mitglied der Liberal-Demokratischen Partei (LDPD), und Mara Jakisch, 43 Jahre alt, Operettensängerin und Filmschauspielerin. Er hat sich geschworen, für Demokratie und Freiheit zu kämpfen. Mara Jakischs Leben sind der Gesang und die Schauspielerei. Es zieht sie wieder auf die Bretter der großen Bühnen. Dann die Anschuldigungen: Spionage für die westlichen Besatzungsmächte. Beide werden zu 25 Jahren Arbeitslager verurteilt. Dietrich kommt nach Bautzen, dann nach Brandenburg-Görden, Mara in den Gulag nach Sibirien. Der Kampf um die eigene Würde beginnt.
Referent(en)
Susanne Schädlich
die prominente Berliner Schriftstellerin stellt ihr Tatsachenbuch vor:
Dr. Anne-Luise Riedel-Krekeler
Die Rehabilitierung ehemaliger Heimkinder der DDR nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz
12. Mai 2015
Die Rehabilitierung ehemaliger Heimkinder der DDR nach dem Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetz
Buchpräsentation
Beschreibung
Während der 40 Jahre dauernden DDR-Zeit haben fast eine halbe Million Kinder und Jugendliche unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen ihr junges Leben in Heimen verbracht. Davon leben heute noch ca. 234.000 Personen. Dieser Opfergruppe sollte die Gesetzesänderung des Strafrechtlichen Rehabilitierungsgesetzes im Jahr 2010 die Rehabilitierung erleichtern und damit auch die darauf basierenden Entschädigungszahlungen ermöglichen. Jedoch werden ca. 95 % der Rehabilitierungsanträge abgelehnt! Worauf dieser Umstand zurückzuführen ist, untersucht die vorliegende Arbeit anhand einer Rechtsprechungsanalyse sowie Interviews.
Referent(en)
Dr. Anne-Luise Riedel-Krekeler
die Juristin stellt ihre Studie vor:
Dr. Karl-Heinz Bomberg und Dr. Stefan Trobisch-Lütge
Verborgene Wunden: Spätfolgen politischer Traumatisierung in der DDR und ihre transgenerationale Weitergabe
28. April 2015
Verborgene Wunden: Spätfolgen politischer Traumatisierung in der DDR und ihre transgenerationale Weitergabe
Buchpräsentation
Beschreibung
Mehr als 25 Jahre nach dem Mauerfall streiten ehemals politisch Verfolgte noch immer um einen angemessenen Umgang mit den Folgeschäden der SED-Diktatur. Mit den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen wurde der erste Schritt zur Aufarbeitung vollzogen. Dennoch üben zahlreiche Opferverbände Kritik an zu geringen Rentenzah-lungen, Defiziten in den Anerkennungsverfahren von haft- und verfolgungsbedingten Gesundheitsschäden und gesellschaftlichen Verharmlosungstendenzen und fordern Nachbesserungen. Im vorliegenden Buch wird eine umfassende Einordnung der Spätfolgen politischer Traumatisierung in der ehemaligen DDR vorgenommen.
Referent(en)
Dr. Karl-Heinz Bomberg
Psychotherapeut, Zeitzeuge und Liedermacher
Dr. Stefan Trobisch-Lütge
Boris Reitschuster
Wladimir Putin – ein Machtmensch und sein System
14. April 2015
Wladimir Putin – ein Machtmensch und sein System
Vortrag
Beschreibung
Wie gefährlich ist Wladimir Putin? Mit der Besetzung der Krim hat Putin die gegenwärtige Ordnung Europas in ihren Grundfesten erschüttert. So verwundert sich viele Politiker und Journalisten im Westen zeigten – Putins Aggression kam nicht überraschend. In „Putins Demokratur“ beschreibt Boris Reitschuster, wie der Ex-KGB-Oberstleutnant in Russland ein autoritäres Regime errichtete: Anti-westliche Stimmungsmache, Kriegshetze und Hurra-Patriotismus waren schon immer Grundpfeiler seiner Macht. In der aktualisierten und stark erweiterten Neuauflage seines Buches rücken die Ereignisse in der Ukraine in ein neues Licht. Er zeigt, warum das Wegsehen und Beschönigen fatale Folgen für uns hat.
Referent(en)
Boris Reitschuster
(Journalist und Publizist) stellt sein im April 2016 erschienenes Buch vor:
Dr. Christian Booß
Die indiskrete Gesellschaft - Studien zum Denunziationskomplex und zu inoffiziellen Mitarbeitern
31. März 2015
Die indiskrete Gesellschaft - Studien zum Denunziationskomplex und zu inoffiziellen Mitarbeitern
Buchpräsentation
Beschreibung
Es werden oftmals alle Akteure, die wunschgemäß oder aus freien Stücken Informationen an einen der Nachrichtendienste lieferten, als Denunzianten bezeichnet. Die Autoren Müller-Enbergs und Booß halten das für undifferenziert. Denn dabei wird erstens unzureichend reflektiert, inwieweit diese Informationsspender wirklich sinnvoll unter einen Begriff wie Denunziation zu subsumieren sind. Zum Zweiten stellt sich speziell in Hinblick auf die DDR die Frage, ob sich in einer indiskreten Gesellschaft, einem System, das nachhaltig auf die soziale Kontrolle ihrer Bürger abgestellt hat, Informationen – darunter solche mit denunziatorischem Charakter – primär über die inoffiziellen Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit gewonnen wurden.
Referent(en)
Dr. Christian Booß
Vorsitzender des Bürgerkomitees 15. Januar e.V., stellt sein Buch vor:
Eleonara Hummel
In guten Händen, in einem schönen Land
17. März 2015
In guten Händen, in einem schönen Land
Buchvorstellung
Beschreibung
Krasnojarsk 1954: Vikas Mutter lebt - sie hat nur etwas Schlimmes getan. Denn sonst wäre sie nicht in einem russischen Arbeitslager und Vika wäre nicht im Kinderheim. Da erscheint eines Tages Nina Belikowa im Heim. Sie wurde früher aus dem Lager entlassen als ihre Freundin Olessia und hat ihr versprochen, sich um deren kleine Tochter Vika zu kümmern. Doch als Olessia viele Jahre später endlich ihre Tochter wiedersieht, hat Vika längst Nina als Mutter akzeptiert …
»Das Drama des von Staats wegen verpfuschten Lebens. Eleonora Hummel schreibt mit großer Empathie für ihre Figuren.« Frankfurter Rundschau
Referent(en)
Eleonara Hummel
die in Kasachstan geborene Schriftstellerin liest aus Ihrem Buch
Peter Grimm
WALDBRÜDER. Die Partisanen aus dem Īle-Bunker
03. März 2015
WALDBRÜDER. Die Partisanen aus dem Īle-Bunker
Filmvorführung
Beschreibung
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Doch in Litauen, Lettland und Estland beginnen bis zu 50.000 Balten als Partisanen einen aussichtslosen Kampf um ihre Freiheit. Sie ziehen sich in die Wälder zurück, bauen Bunker und attackieren von dort aus die sowjetische Besatzungsmacht. Der Volksmund nennt sie nur "Waldbrüder". Die letzten Gruppen kämpften bis Ende der fünfziger - einige sogar bis Anfang der sechziger Jahre. Nur wenige der Partisanen, die die Kämpfe und die langen Jahre in Lagerhaft und Verbannung überlebt haben, sind heute noch in der Lage, ihre Geschichte zu erzählen. Vier von Ihnen tun es in diesem Film. Er begleitet sie durch ihren Lebensweg, durch eine Geschichte, die im Westen bis heute meist missverstanden, missdeutet oder einfach ignoriert wird. Premiere des Films war im Juni 2014 in Riga.
Referent(en)
Peter Grimm
der Journalist und Filmemacher zeigt seinen 50 min. Dokumentarfilm:
Dr. Andreas H. Apelt und Ludwig A. Rehlinger
Freikauf. Die Geschäfte der DDR mit politisch Verfolgten
17. Februar 2015
Freikauf. Die Geschäfte der DDR mit politisch Verfolgten
Gespräch
Beschreibung
Dass die Öffentlichkeit nach der Wiedervereinigung überhaupt einigermaßen sachgerecht informiert wurde, liegt vor allem an Ludwig A. Rehlinger, der als Beamter im Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen (seit 1969 Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen) in den 60er- und nochmals in den 80er-Jahren mit der Angelegenheit dienstlich befasst war. Seit er 1991 sein sehr präzises Erinnerungsbuch unter dem Titel "Freikauf" auf den Markt brachte, sind die oft abenteuerlichen Spekulationen der Vergangenheit durch sachliche Informationen ersetzt worden. Denn als sogenannten Häftlingsfreikauf bezeichnet man die seit 1962 inoffiziellen Transaktionen zwischen dem DDR-Unrechtsstaat und der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wurden mehr als 33.000 politische Gefangene gegen Waren und Devisen im Gesamtwert von 3,5 Milliarden DM verkauft.
Referent(en)
Dr. Andreas H. Apelt
im Gespräch zum Thema mit:
Ludwig A. Rehlinger
Staatssekretär a. D.
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